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Die Ära Ravalomanana in Madagaskar


So geht die Entwicklung in Madagaskar weiter
Oktober bis Dezember 2002



  
  




1. 10. Die Midi schreibt: Aktuell lebten 80% der Bevölkerung auf dem Land, aber nur 2% davon könnten sich an der Elektrizität erfreuen, was weltweit eine der schlechtesten Quoten sei. Über einen Zeitraum von 5 Jahren sollen prioritär 800 ländliche Kommunen mit 7300 Dörfern elektrifiziert werden, wobei 20.000 bis 30.000 Heime angeschlossen werden sollen. Für dieses Programm würden 602 Millionen Dollar veranschlagt, was 4.000 Milliarden FMG entspreche.

2. 10. Die Midi berichtet: Die neue Botschaft in Berlin Falkensee werde aus zwei Hauptgebäuden bestehen, wobei das Amtsgebäude eine Replik des Rova sein werde und die Residenz des Botschafters wie ein traditionelles Haus des Hochlands aussehen werde. Botschaftsangestellte müßten ab November in der Lage sein, deutsch und madagassisch zu sprechen.
Ein Deutscher der Lufthansa Consulting sei bei Air Madagascar Vorstandschef geworden. Ein weiterer Deutscher bekleide einen der beiden Vertreterposten. Durch die Platzierung seiner eigenen Leute wolle Lufthansa Consulting wohl den mit der Regierung über 24 Monate geschlossenen Vertrag während der verbleibenden 21 Monate gut ausführen. Die Hauptaufgaben der neuen Mannschaft seien:
- mit den Gläubigern über die Schulden verhandeln, damit ein gangbarer Weg für die Gesellschaft aus der Krise gefunden werden könne.
- die Gesellschaft wieder profitabel machen durch erhöhte Inlandsflugpreise und durch sinkende Auslandstarife, damit die Attraktivität der Destination Madagaskar auf dem Tourismusmarkt erhöht werde.
Air Madagascar konnkurrenzfähig zu machen, mindestens in der Region des südlichen und östlichen Afrikas und des Indischen Ozeans.
Aufgrund der Abwesenheit einer der Hauptaktionäre bei den Aktionärsversammlungen, der Air France, sei es möglich gewesen, daß die Statuten der Gesellschaft jüngst geändert werden konnten.
Aufgrund des Jahrestags der Gründung der VR China seien verschiedene Volksvertreter in der Botschaft gewesen. Die Beziehungen der beiden Länder betreffend habe China Mediziner nach Madagaskar geschickt, die in Ambovombe, Sambava und Vatomandry. In Madagaskar lebten etwa 20.000 Chinesen, 8.000 davon in Tana.
Die Elektrifizierung auf dem Lande, die ein Beitrag zum Kampf gegen die Armut sei, sei Thema einer Tagung gewesen. Premierminister Sylla habe gesagt, Investoren in diesem Bereich könnten Steuererleichterungen gewährt werden, wenn erneuerbare Energiequellen integriert würden.
 
Feier zum Tag der deutschen Einheit im Garten der Villa Berlin in Ambatoroka
 

3. 10. In der Residenz des deutschen Botschafters, der Villa Berlin, ist zum Tag der deutschen Einheit eine Feier, bei der der Außenminister als höchster Regierungsvertreter Madagaskars anwesend ist.
Die Midi berichtet:
Der Minister für Information, Kultur und Kommunikation des Ratsiraka-Regimes sei wegen seiner Vergehen im Zusammenhang mit der Errichtung von illegalen Sendern zu 2 Jahren Haft und einer Zahlung von einer Milliarde FMG plus Zinsen verurteilt worden.
Die strengen Gesetze von 1960 gegen Pyromanen, die mit 10 bis 20 Jahren Zwangsarbeit als Strafe drohten, wolle man künftig anwenden, wie der Minister für Wasser und Wald erklärt habe. Um zu zeigen, daß es dem Staat ernst sei, habe der Minister gleich von zwei Verurteilungen von Urhebern von Buschfeuern im Land berichtet. Gemäß der Statistik seien die Provinzen Antananarivo und Majunga die am stärksten von den Brandstiftungen betroffenen, wobei jährlich eine Fläche von 907.554ha in Flammen aufgehe.

4. 10. Die Midi berichtet: Der Bürgermeister von Tamatave, Roland Ratsiraka, sei verhaftet worden und nach Tana gebracht worden, da er verdächtigt werde, eine von der Weltbank stammende Summe von 34 Milliarden FMG veruntreut zu haben.
Die Schwelle zur Armut in Madagaskar liege laut INSTAT bei 2710 FMG pro Tag, um ein soziales, gesundes und aktives Leben führen zu können. 69,6% lebten unter dieser Grenze. In den ländlichen Regionen hätten 93% keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser und in Stadtgebieten hätten 67% keinen Wasseranschluß im Haus.

5. 10. Die Midi berichtet: Der Präsident der Republik habe am Vortag in Nosy-Be bekanntgegeben, die Steuern auf Gewebe, Kurzwaren, sowie auf Nähmaschinen aufzuheben.
In der Provinz Antananarivo seien von vorgesehenen 40 Milliarden FMG an Steuern für dieses Jahr bisher weniger als 20 Milliarden bezahlt worden. Der Präsident mit Sondervollmacht der Provinz habe die Bevölkerung dazu aufgerufen, die Rückstände einzuzahlen, damit man ihm nicht schlechte Verwaltung wegen mangelnden Geldmitteln vorwerfen könne.

Die Leute auf der Straße glauben nach dem propagierten Wegfall der Steuern auf Zement, weil sich am Preis eines Zementsacks im Laden nichts geändert habe, Ravalomanana rede nur, mache aber nichts.

7. 10. Die Midi berichtet: Ravalomanana sei zu einem Besuch in Saint Marie gewesen. Seitdem er sein Präsidentenflugzeug habe, sei er unermüdlich. Er wolle jeden Minister vor der Bevölkerung verantwortlich machen für die Einhaltung der gemachten Versprechen.

8. 10. Die Midi berichtet: In einer offiziellen Notiz aus dem Bildungsministerium an die Direktoren aller Schulbezirke in Madagaskar stehe, daß man für das Schuljahr 2002-2003 keine allgemeinen Gebühren oder Einschreibgebühren von den Eltern der Schüler mehr fordern werde. Dennoch sei in gewissen Schulen beim Beginn des neuen Schuljahres wieder die Gebühren von den Verantwortlichen dort gefordert worden. Das habe Turbulenzen zwischen den Eltern und den Direktoren der Schulen verursacht und letztere hätten dann zugesichert, man werde das Geld zurückzahlen, wenn die Subentionen angekommen seien.

9. 10. Die Midi berichtet: Der neue österreichische Botschafter, der in Pretoria residiere, habe den Außenminister in Anosy besucht. Man habe erfahren können, daß Österreich mit Madagaskar im Bereich des Tourismus und des Handels zusammenarbeite und daß man regelmäßig madagassische Studenten nach Östereich kommen lasse. Laut dem Botschafter, der noch den Präsidenten treffen werde, lebten 20 Österreicher mit festem Wohnsitz in Madagaskar.
In Iavoloha sei seit gestern eine gewichtige Mission des IWF und der Weltbank darangegangen, die Bereitstellung des versprochenen Geldes zu beschleunigen. Ravalomanana habe versprochen, die von einem IWF-Vertreter beklakte langsame Steuer- und Finanz-Administration stark und wirksam zu machen. Es seien spektakuläre wirtschaftliche Leistungen zu vollbringen, aber die Geldgeber wollten anscheinend auch ihre Fehler der Vergangenheit korrigieren. Wenn man der Feststellung der Bank selbst bezüglich der wirtschaftlichen Situation des Landes glauben schenken wolle, die eingespritzten Mittel in diesen Jahren hätten nicht die erwarteten Resultate geliefert; das sei aus dem Fenster geschmissenes Geld gewesen. Fragt sich nur, wer das Geld aus dem Fenster geschmissen hat oder besser sollte man fragen, wer darunter zu leiden hat. Das ist wohl eindeutig das madagassische Volk.

10. 10. Die Midi berichtet: Ravalomanana habe verkündet, das Unterhaus werde am 16. 10. aufgelöst. Daher habe die Regierung unter Sylla die Wahlen der Legislative für den 15. Dezember festgelegt.
Der neue Bürgermeister von Tana habe in einer Pressekonferenz geäußert, daß die Kommune unverzüglich mit der Errichtung von öffentlichen WCīs, der Sanierung der Pavillons und anderer Aufgaben beginnen werde.

11. 10. Die Midi berichtet: Bei einer Beratung der Regierung habe man festgelegt, daß die Gültigkeitsdauer von neuen Pässen 10 Jahre betrage, die nicht verlängert werden könne. Die alte Gültikeitsdauer von lediglich 3 Jahren habe zu vermehrten Beschwerden geführt.
Die Litschi-Ernte werde dieses Jahr um etwa 25% gegenüber der des Vorjahres fallen und man werde etwa 13.500 Tonnen Litschis auf den europäischen Markt exportieren, wie ein aus der Branche stammender mitgeteilt habe. In Manakara solle die Ernte am 18. 11. beginnen und in Tamatave am 20. 11.
Am Vortag seien Verträge über die Nutzung und Verwaltung des nördlichen Streckennetzes der madagassischen Schienensysteme geschlossen worden. 37 Millionen Dollar würden investiert, um die Bahngesellschaft RNCFM wieder auf die Gleise zu bringen, wobei die Wiederaufnahme des Schienentransports für die ersten Monate des Jahres 2003 vorgesehen sei. Die Konzession sei an die südafrikanische COMAZAR mit ihrer Tochtergesellschaft MADARAIL mit einer vorgesehenen Dauer von 25 Jahren gegangen. Der Staat bleibe über die RNCFM Eigentümer aller Anlagen und Maschinen.

14. 10 Die Midi berichtet: Ravalomanana habe anläßlich seines Besuchs in der Region Sofia, bestehend aus Antsohihy und Mandritsara, gesagt, daß die Gründe für die Verarmung und Unterentwicklung der Madagassen politscher Natur seien und es gelte, die politische Stümperei zu vermeiden. Beweis sei, daß Madagaskar unter den 4 ärmsten Ländern der Welt gehöre. In der Führung der Staatsgeschäfte seien die übergeordneten Staatsinteressen vorrangig vor allem anderen. Die persönlichen Beziehungen seien zweitrangig. Die Bevölkerung wolle achtbare Abgeordnete.
gemäß dem Wall Street Journal und der Heritage Foundation sei Madagaskar beim Vergleich der wirtschaftlichen Freiheiten auf dem 79sten Rang eingestuft, mit einer Bewertung, die sich gegenüber dem Vorjahr um 5 Punkte verbessert habe. selbst nach der einführung eiens demokratischen Systems 1993 habe erst 1996 die Liberalisation begonnen. In den letzten Jahren habe die Regierung Ölindustrie privatisiert, habe sich von einigen Staatsbanken getrennt und habe die Landwirtschaftsmärkte liberalisiert. Doch trotz eingegangener Verpflichtung zur Privatisierung seien viele Staatsbetriebe noch in den Händen der Regierung, zum Beispiel die Bahngesellschaft, die Telefongesellschaft und die Fluggesellschaft. Der Staat stehe auf einem hohen Niveau des Protektionismus und ein großer Teil der Staatseinnahmen werde aus den Steuern auf die Einfuhren gewonnen.Im Durchschnitt seien das 31,3% aller Einnahmen auf alle Importe berechnet. Die durchschnittliche jährliche Inflationsrate von 1991 bis 2000 sei 11,01%. Es gebe eine Subvention für den Verbraucher auf Weizen und Mehl.

15. 10. Die Midi berichtet: Kontrollen von Importen hätten sicher ihre Kosten, aber sie erlaubten dem Staat, geschuldte Gebühren und Steuern einzutreiben. Außerdem verbessere diese Maßnahme das Geschäftsklima, da durch sie alle die gleichen Bedingungen hätten. Daher werde die unlautere Konkurrenz, die durch zu niedrig ausgestellte Rechnungen agiere, verfolgt. 2001 seien 50 Milliarden FMG zu niedriger Berechnungen aufgedeckt worden.

16. 10. Die Midi berichtet: Seit Mitternacht sei die Nationalversammlung aufgelöst.
Bei einem Gespräch des Ministers für öffentliche Arbeiten mit der chinesischen Botschafters sei Ergebnis gewesen, daß China sich mit einer Summe von 4 Millionen Dollar an der Instandsetzung der Straßen von Tana beteilige. Dazu ist anzumerken, daß derzeit an vielen Stellen der Stadt schlechte Abschnitte markiert werden und die Straßendecke an jenen Stellen entfernt wird. Tagelang gibt es so neue Hindernisse, die die Staus noch verschlimmern. Ist die Straße wieder geflickt, kann der Verkehr wieder nahezu normal rollen. Allerdings bleibt das Ganze eine Flickschusterei und die Stellen, die man nicht repariert hat, werden dann wohl im nächsten Jahr zu Schlaglöchern ausgefahren werden.
Das Jahr 2001 habe für die Telecom Malagasy einen Gewinn von 46,554 Milliarden FMG gebracht. Man werde mit den Mitteln die Verbesserung des Service anstreben, den Anschluß neuer Städte betreiben, 100 Telefonzellen aufstellen und die Errichtung von Telecentern realisieren.

18. 10. Die Midi berichtet: Der Finanzminister habe erklärt, man erwarte eine Wachstumsrate von 8% zum Ende des Jahres 2003. Der Finanzhaushalt für 2003 werde den prioritären Maßnahmen erlauben, ausgeführt zu werden, zum Beispiel bei der Infrastruktur der Straßen, der Ausbildung und der Gesundheit. Parallel sei es eine Frage, die zahlreichen Potentiale die das Land besitze, auszunutzen.
49 Unternehmen der Freihandelszone hätten ihre Arbeit wieder aufgenommen.

21. 10. Die Midi berichtet: Ravalomanana habe auf dem Gipfel der Frankophonie in Beirut versichert, daß Madagaskar zur Frankophonie dazugehöre. Bei seiner Rede habe er unter anderem gesagt, daß es essentiell sei, daß das Gut der Kultur allen Formen der Liberalisierung entgehe, um nicht in den Besitz des Kommerz zu fallen.
Der Präsident der Deutschen Republik werde Madagaskar 2003 besuchen, wie während eines Besuchs des Direktors der Abteilung Afrika der Friedrich-Ebert-Stiftung, Puschra, begleitet vom Repräsentanten der Stiftung in Madagaskar, Treydte, mit dem Senatspräsidenten bekannt geworden sei. Effektiv feiere die deutsch-madagassische Zusammenarbeit im Jahr 2003 120 Jahre, daher auch der Besuch des deutschen Präsidenten.

22. 10. Die Midi berichtet: Die Arbeiten an den Straßen der Stadt sollen bis zum Ende des Jahres beendet sein, was für die städtischen Angestellten ein Rennen gegen die Uhr werde. Wegen des Beginns der Regenfälle in den letzten Tagen arbeite man Tag und Nacht, selbst am Wochenende.

23. 10. Die Midi berichtet: Am 11. 11. sei die Ankunft von transparenten Wahlurnen vorgesehen, die eine sehr wichtige Rolle bei den nächsten Wahlen spielten.
In einer Verordnung habe Premierminister Sylla festgelegt, daß Regierungsmitglieder, Beamte ab dem Rang eines Ministeriums-Direktors und Richter innerhalb von 3 Monaten nach Amtsantritt eine Vermögenserklärung zu machen hätten. Und das bis ins kleinste Detail mit allen Vermögenswerten, allen Schulden, auch für die Ehepartner und die minderjährigen Kinder. Ebenso sei eine solche Erklärung wieder anzufertigen bis zu 3 Monate nach dem Aussscheiden aus dem Amt.
Die Verbraucherpreise blieben über denen vor der Krise. Außer beim Reis sei der Preis nicht mehr auf sein Niveau, wie es vor der Krise gewesen sei, zurückgegangen. Für die ersten 6 Monate des Jahres ergebe sich eine Verteuerung von 20,3%. Gemäß verschiedenen Großhändlern liege das auch daran, daß der Zoll sehr wachsam sei und die Importeure dies auf die Preise umschlagen müßten.

24. 10. Die Midi berichtet: Im öffentlichen Radiosender habe man am Vortag darüber berichtet, daß ein gewisser Jean Franįois Lacombe dabei sei, Söldner zu rekrutieren, man spreche von 186 schrecklichen Köpfen. Der Plan solle bei einem Treffen im Pariser Hotel Royal Monceau beschlossen worden sein. Der Großteil der Arbeit sei einer "Agentur" namens "Central de Tel Aviv" anvertraut worden, deren Dienst dem des Mossad, des israelischen Geheimdiensts, vergleichbar sei. Der Name des Franzosen sei wohlbekannt und er habe während der Krise schon von sich reden gemacht, als er seinen Einfluß bei Behörden in Réunion geltend gemacht habe.

25. 10. Die Midi berichtet: In einer Mitteilung des Justizministers, die Behandlung der Religion in Madagaskar betreffend, speziell einem Erlaß von 1962, bestehe der Präsident der Republik darauf, daß die Zusammenarbeit zwischen Staat und Kirche für die Entwicklung des Landes ab heute wirksam sei. In diesem Sinne werde keine mögliche Störung und Destbilisierung mehr geduldet, die sich an dieser Stelle einnisten könnte. Der Präsident der Republik habe erklärt, daß es nötig sei, anstatt die Tempel und Kirchen zu schließen, die Schuldigen und Störer zu sanktionieren.
Madagaskar habe sich der ATI, African Trade Insurance, einem Zweig der Weltbank, angeschlossen. Der Anschluß begründe eine Garantie für internationale Handelsgeschäfte, die das Land mit der Welt unterhalte, sei aber auch ein Garant für das Vetrauen der internationalen Investoren. Die ATI decke die Risiken von Investitionen von unter 600.000 $ ab. Diesen Betrag übersteigende Summen seien durch eine andere Versicherung, MIGA, der Madagaskar angehöre, abgedeckt. Künftig sei Madagaskar kein Risikoland mehr, wie der beteiligte Minister für Industrialisierung und Entwicklung des privaten Sektors bemerkte.

26. 10. Die Midi berichtet: In einem Artikel einer Zeitung aus Réunion sei geschrieben worden, daß in Réunion jeden Montag bis zu 200 Autos nach Madagaskar verschifft worden seien. Aktuell sei es schon viel, wenn es über 50 seien. Eines sei sicher: Der Kampf gegen die Korruption erlaube es nicht mehr, so rentabel zu sein, wie vor der Krise. Die Steuern für importierte Autos in Madagaskar seien hoch.

28. 10. Die Midi berichtet: Alle internationalen Flüge nach Madagaskar müßten zuerst auf dem Flughafen der Hauptstadt in Ivato landen. Die französische Gesellschaft Air Austral müsse ihre Flüge Réunion/Tamatave, Réunion/Nosy Be, Mayotte/Nosy Be, und Mayotte/Majunga bis auf weiteres aussetzen. Aktuell sei Antananarivo laut der Zeitung "Journal de līIle de la Réunion" das einzige Tor der großen Insel. Man betone, daß die Behörden der großen Insel ein unverzügliches Ankommen einer in Frankreich und in anderen Ländern von einem alten Berater Ratsirakas rekrutierten Söldnertruppe befürchteten.

29. 10. Die Midi berichtet: Die Informationen zu der Rekrutierung von Söldnern in Frankreich und anderen Ländern durch einen gewissen Lacombe scheinen zuzunehmen, wobei man sich auf eine Tageszeitung aus Réunion beruft. Die Mehrzahl der Rekrutierten seien Israelis. Wenn auch Lacombe dabei sei, zu rekrutieren, bleibe der Auftraggeber doch im Dunkeln und es sei überhaupt nicht sicher, ob es sich um Ratsiraka handle. Aktuell scheine es, daß Paris und Tana in dieser Sache eng zusammenarbeiteten. Das soll jemand glauben, daß eine von frankreich ausgehende Verschwörung gegen Ravalomanana plötzlich ausgeräumt ist und gar eine enge Zusammenarbeit bestehen soll. Wenn das so wäre, hätte Frankreich schon längst die Maßnahmen ergriffen, um die ganze Sache zu beenden. Der französische Geheimdienst weiß doch jederzeit, in welche Schweinerei die jeweils einschlägig bekannten Personen, die bei einer solchen Rekrutierungsaktion als Drahtzieher oder als Söldner in Frage kommen, gerade verwickelt sind. Oder wie war es bei dem Fall, als die lediglich 12 Söldner von Frankreich abgeflogen sind?

30. 10. Die Midi berichtet: Die Afrikanische Union wolle im Januar eine Sondersitzung zum Fall Madagaskar abhalten, nachdem Ravalomanana zu einem Blitzbesuch in Südafrika gewesen sei und mit den Staatschefs von Südafrika und Sambia und dem Premierminister von Mosambik geredet habe. Wozu diesem Club der Diktatoren nachrennen?

31. 10. Die Midi berichtet: Die von Ratsiraka gegründete Partei bestehe auf einem Amnestiegesetz bezüglich der Verfehlungen der Krisenzeit. Ein Verbrechen bleibe ein Verbrechen und ein Delikt bleibe ein Delikt und wer eine Brücke gesprengt habe, müsse dafür bestraft werden, meint man bei der Zeitung.
Die Mobiltelefongesellschaft Antaris wolle demnächst Morondava an ihr Netz anschließen. Der Geschäftsführer habe erklärt, durch die Preiserhöhung habe man etwa 10% der Kunden verloren. Außerdem habe er angekündikt, daß man nächstes Jahr den Firmennamen in Orange ändern wolle.

2. 11. Die Midi berichtet: Beim letzten Meisterschaftsspiel zwischen 2 Fußballmannschaften in Tamatave habe eine Mannschaft mit dem Rekordergebnis von 0:149 verloren. Aufgrund einer Schiedsrichterentscheidung in einem früheren Spiel habe man selbst Gerechtigkeit gespielt: Während der ganzen Spieldauer habe ein Spieler beim Anstoß den Ball in Richtung Tor befördert und ein Mitspieler habe dann ein Eigentor geschossen.
Zu einer Regierungssitzung sei mitgeteilt worden, daß der Lohn für die Beamten 2003 um 12% angehoben werden solle. Die wirtschaftliche Situation erlaube, ein Wachstum von 7,8% für das nächste Jahr anzunehmen mit einer Inflation, die 9% nicht übersteigen solle. Das Steueraufkommen solle bei 10,3% des BSPīs liegen, was im Vergleich zu 2002 eine Erhöhung von 3 Punkten sei. Daher sei auch die Erhöhung der Löhne möglich und eine Erhöhung der öffentlichen Ausgaben in der Ordnung von 17,7% des BSPīs.
Der deutsche Botschafter habe der Kommune Antananarivo eine für öffentliche Toiletten und zum Kauf diverser Materialien bestimmte Finzanzierung von 12.500 € gewährt.

4. 11. Die Midi berichtet: Laut einer Information des Gesundheitsministeriums sei die Kariesrate bei Kindern unter 10 Jahren bei 90%. Der Fluorgehalt des Trinkwassers in Madagaskar sei, außer in der Region Ampanihy, unter der Schwelle. Daher empfehle man die Fluorierung des Salzes in Madagaskar. Würde man lieber Alternativen für den Industriezucker suchen (Stevia wäre so eine Alternative), würden die meisten Zähne von Karies verschont bleiben und auch sonst wäre das ein guter Dienst für die Volksgesundheit.

5. 11. Die Midi berichtet: Marc Ravalomanana habe im Osten der Insel einige Orte der Gewürznelken-Region besucht, wobei er selbst am Steuer eines allradgetriebenen Wagens gesessen habe. Er habe erklärt, die Geschicke des Landes in seine Hände zu nehmen. Daher habe er die Madagassen ermahnt, solidarisch zu bleiben. Die Heuchelei, die stümperhafte Politik und der Egoismus hätten schon immer dieses Land unterminiert. Man müsse die Einstellung ändern. Ravalomanana habe dazu aufgefordert, Verantwortung zu übernehmen, kühn und couragiert zu sein. Das werde die Anderen in Verlegenheit bringen, da es ihrer ärgerlichen Gewohnheit schade. Für das Wohl des Volkes solle man die Schwelle überspringen. Gut gesagt.

6. 11. Die Midi berichtet: Es wird an den Brand des Rova vor genau 7 Jahren erinnert, dessen Umstände nach wie vor mysteriös blieben.
Anläßlich seines Besuchs in Tamatave habe Ravalomanana bei einem Treffen mit Unternehmern der Region erklärt, daß erst die einheimischen Unternehmen gefördert würden, bevor ausländische Investoren als große Konkurrenten auftreten könnten. Ein Garantiefonds solle demnächst eingerichtet werden, die Verhndlungen mit Banken seien aktuell am Laufen. Auf gestellte Fragen der Unternehmer habe Ravalomanana einige Informationen geliefert: Die anstehende Änderung der Gesetze zur Visaerteilung und die Übernahme einer neuen Rolle der Botschafter Madagaskars im Sinne der madagassischen Wirtschaft.

7. 11. Die Midi berichtet: Während der Bürger noch auf die Loseisung der zugesagten Kredite warte, müsse das Land zusätzlich noch mehr als 3 Milliarden Dollar zur Finanzierung seines Programms zur sozialen und wirtschaftlichen Wiederbelebung suchen. Die Krise habe mit 7,3 Milliarden Dollar viel gekostet, was eineinhalb mal soviel sei, wie das für Madagaskar vor der Krise für 2002 geschätzte BSP. Diese Zahl entspreche den Kosten des Programms der Wiederbelebung. Ohne Übermäßig skeptisch zu sein, werfe doch die Verwirklichung des Programms Fragen auf. Bei der Versammlung der Geber in Paris hätten die anwesenden Geber 2,477 Milliarden Dollar über 4 Jahre bekanntgegeben. Wenn man annimmt, daß das neue Versprechen waren, fehlten noch 3,2 Milliarden Dollar, um das ganze Programm zu finanzieren. Mit der Struktur der öffentlichen Finanzen könne man diese benötigten Mittel nicht finanzieren. Die interne Finanzierung der öffentlichen Investitionen betrage weniger als 2% des BSPīs, wobei die Erfordernis etwa 60% des BSPīs über 4 Jahre betrage, also 15% pro Jahr. Und trotzdem hörten die externen Hilfen nicht auf zu sinken, die sich zwischen 1997 und 2000 von 688 Millionen auf 268 Millionen Dollar verringert hätten. Mit dieser Verschuldung wird das Land absolut erpressbar, man ist nicht mehr Herr über die eigene Währung. Eine Tilgung der Schulden erscheint äußerst fragwürdig. Wenn man die gesammelten Beispiele anderer Länder betrachtet, dann muß konstatiert werden, daß es keinen Ausweg aus der Schuldenfalle gibt, da die Schuldsummen immer höher werden. Das System ist bewußt so errichtet, damit die Schuldner abhängig werden.
Die Ausarbeitung eines Tourismusleitplans werde demnächst starten. Die erste Expertengruppe der GATO AG, die sich auf die Tourismuspromotion spezialisiert habe, sei schon seit Anfang des Monats in Madagaskar. Ein Firmenvertreter habe betont, man sei da, um dem Tourismusministerium zu helfen, einen Leitfaden für den madagassischen Tourismussektor auszuarbeiten, was Dank der wertvollen Hilfe der Tourismusunternehmen ermöglicht werde.

8. 11. Die Midi berichtet: Air Madagascar stehe am 14. 11. seinen Gläubigern gegenüber, um zu versuchen, einen Weg aus der mit 30 Millionen Dollar angenommenen Verschuldung zu finden, wobei der Großteil der Summe französischen Unternehmen geschuldet werde, beispielsweise Total und Air France.

9. 11. Die Midi berichtet: Ravalomanana habe von der Justiz die Beschleunigung der Prozesse derjenigen gefordert, die festgenommen worden und als schuldig während der Krise betrachtet worden seien. Häftlinge in Untersuchungshaft nach allgemeinem Recht alterten und stürben. Manche warteten über 10 Jahre und wüßten nicht, wann ihre Verhandlung sei. Das ist ja dann wohl der Hammer.
Ab nächster Woche würden die vom Präsidenten der Republik angekündigten Steueraufhebungen anwendbar. Laut dem zuständigen Minister solle man aber nicht eine sofortige Preissenkung erwarten, da die Händler erst noch die versteuerten Lagerbestände verkaufen wollen würden.

11. 11. Die Midi berichtet: Die Minister, und die Gewählten der Region Tulear würden sich lange an die öffentlichen Vorhaltungen, die Ravalomanana bei seiner Tournee der Region Tulear gemacht habe, erinnern. Ravalomanana habe gesagt, daß er enttäuscht sei über die gemachten Straßenreparaturarbeiten in Tulear. Der Bürgergermeister habe erklärt, die Arbeiten hätten bereits begonnen, worauf Ravalomamana meinte, daß man die Bordsteine herausreiße, um glauben zu lassen, die Arbeiten hätten bereits begonnen, in der Realität sei es nichts dergleichen. Währeend seines letzten Besuchs sei man übereingekommen, daß die Arbeiten im Dezember ausgeführt worden sein sollen, aber die Arbeiten hätten nicht einmal begonnen. Wenn die Gesellschaft, die damit beauftragt sei, nicht in der Lage sei, termigerecht die Arbeiten zu beenden, dann sollte man ihr den Auftrag wieder entziehen. Ravalomanana habe niemanden der anwesenden Personen ausgespart, weder die Minister, noch den PmS, noch den Bürgermeister. Viele Minister der Regierung kämen aus Tulear, aber sie täten nichts für die Region ihrer Herkunft.

12. 11. Die Midi berichtet: Ravalomanana habe in Fort Dauphin bekanntgegeben, daß er vor einem Monat einen Vertrag mit Quit Fer unterzeichnet habe, die dort Ilmenit abbauen werde. Sie wollten einen großen Hafen nahe des Flughafens bauen und selbst die Eröffnung einer kanadische Botschaft sei vorgesehen.
Ravalomanana habe der Zeitung "Journal de līIle de la Réunion" ein Interview gewährt und man reproduziere einen großen Teil davon. Bezüglich des Problems des Grundbesitzes für Ausländer, das Investitionen verhindere, wird gefragt, welche Pläne er in diesem Bereich habe. MR habe geantwortet, daß es doch eine Möglichkeit gebe, sich in aller Sicherheit niederzulassen, nämlich in der Erbpacht, die auch in Südasien perfekt praktiziert worden sei. Die Grundbesitzfrage müsse in einer globalen Weise studiert werden, denn sie sei ein essentieller Faktor einer beständigen Entwicklung. Auf die Frage, ob er daran denke, die auf Ratsiraka zugeschnittene Verfassung zu ändern, habe er gesagt, daß das im moment keine Priorität habe.
In einem Artikel werden die großen Ungleichheiten der Gehälter des Arbeitsmarkts ausgebreitet. Während das Mindestgehalt 200.000 FMG nicht übersteige, erhielten manche ausländische Experten über 100 Millionen FMG.

13. 11. Die Midi berichtet: Aus dem Wasser- und Forstministerium habe man erklärt, daß man bezüglich Palisanderholz ein Dekret erlassen wolle. Während der Zeit bis zu diesem Dekret werde es in den nächsten 6 Monaten in dem Bereich außerordentliche Maßnahmen geben, um gegen den Schmuggel von Edelhölzern wie Ebenholz, Rosenholz... vorzugehen. Unter den Maßnahmen sei das Festhalten von bearbeitetem Holz, das man exportieren könne.

14. 11. Die Midi berichtet: Infolge der Aufforderung von Ravalomanana, die lange Zeit ohne Urteil im Gefängnis Inhaftierten einem Richterspruch zuzuführen, habe der Justizminister entsprechende Maßnahmen angekündigt.
MR habe bei einem Besuch von Morondava zu dessen bester Entwicklung die Öffnung der Straße über Antsirabe und Ambatofinandrahana und den Bau eines neuen Hafens zur Sprache gebracht.

15. 11. Die Midi berichtet: Die Konferenz der Gläubiger von Air Madagascar habe ergeben, daß die Gesellschaft vor der Pleite gerettet worden sei, da man beschlossen habe, 50% der 47 Millionen Dollar Schulden zu streichen. Der deutsche Vorstand habe gesagt, daß man für Air Madagascar jetzt optimistisch in die Zukunft blicke und außerdem habe er erklärt, daß es keinen Plan gebe, das Personal zu reduzieren.
Die chronische Luftverschmutzung durch Autoabgase in Tana bdrohe die Gesundheit der Menschen. Tana verbrauche 120.000 m³ Kraftstoffe im Monat, wobei Diesel 68% ausmache, Normalbenzin 27% und Superbenzin 5%. Madagaskar sei noch eines der Länder, in denen das Benzin noch verbleit sei. 66% der Fahrzeuge seien Gebrauchtfahrzeuge und man registriere jedes Jahr eine Erhöhung des Fahrzeugbestands um 7%. Die Zuflucht in bleifreiem Benzin zu sehen, sei nicht die optimale Lösung. Daher schlage ein Mitarbeiter des Nationalen Umweltbüros, der eine Studie zu diesem Thema angefertigt habe, vor, die Straßen der Hauptstadt zu vergrößern, den Fuhrpark zu verjüngen, regelmäßige technische Kontrollen vorzunehmen und die Kraftstoffe zu verbessern. Die Debatten, die der Präsentation der Studie gefolgt seien, hätten zum Inhalt gehabt, daß man ein Gesetz zu den Autoabgasen brauche, um die menschliche Gesundheit zu schützen. Da Madagaskar seine größten Devisenausgaben für Erdöl hat und der Fahrzeugbestand einen derart hohen Anteil an Dieselfahrzeugen hat, könnte man ein Programm einführen, bei dem reines Pflanzenöl für die Dieselmotoren verwendet werden müßte. Da Pflanzenöle zähflüssiger sind, als Diesel, müßte eine Vorrichung zur Vorwärmung beim Start eingebaut werden.
 
DDT wird in kleinen Tüten auf der Straße verkauft
 
Der Anbau von Ölpflanzen würde dem Land viele Arbeitsplätze bringen und den größten Posten der Devisenbilanz minimieren.

Und welche Sorgen macht man sich um das in Europa schon lange verbotene DDT, das in Madagaskar gegen Flöhe, auch zur Pestbekämpfung, eingesetzt wird und in kleinen Päckchen auf der Straße verkauft wird? Und wer weiß, welche schlimmen Gifte noch bedenkenlos eingesetzt werden?

18. 11. Die Midi berichtet: In der Partei Arema gebe es von verschiedenen Seiten die Bestrebung, sich nicht an der Parlamentswahl am 15. Dezember zu beteiligen. Laut Kommentar der Zeitung sei die Wahrscheinlichkeit groß, daß die Partei für diesen Fall in der politischen Bedeutungslosigkeit versinke.
Die vom Präsidenten Ravalomanana angekündikten Steueraufhebungen verschiedener Produkte seien ab dem heutigen Tag gültig.
Die Stadt Morondava suche eine Finanzierung für den Schutz seiner Küste. Gemäß einer Studie von Experten seien 130 Milliarden FMG nötig, um die nötigen Arbeiten ausführen zu können und die Erosion der Küste durch das Meer zu stoppen. Jedes Jahr hole sich das Meer mehrere Meter des Landes und schon einige Häuser seien vom Meer davongespült worden.

19. 11. Die Midi berichtet: Das Kunsthandwerk habe einen Rückgang von über 50% seines Umsatzes nach der Wiederaufnahme nach der Krise zu verzeichnen. Während der Krise sei es durch die Straßensperren zu einer effektiven Verhinderung des Warenverkehrs gekommen.

20. 11. Die Tribune berichtet: Die Steuerenthebungen Ravalomananas begännen diesen Tag in Kraft zu treten. Es handle sich um Zollbefreiungen und um Importsteuerbefreiungen für verschiedene Produkte, wie Zement, Baustahl, Dach-Blech, Dünger, Textilprodukte und Kurzwarenartikel, landwirtschaftliche Materialien und so weiter. Die Maßnahmen seien besonders in der ersten Woche des August, in der Euphorie der Rückeroberung des Territoriums, verkündet worden. Die Steuerenthebungen für Baumaterialien seien etwa zur selben Zeit gemacht worden, wie verschiedene Versprechen, wie die Einrichtung des Obersten Gerichtshofs oder die Erhöhung der Ministergehälter auf 3500 $. Letztere hätten bis heute noch nicht den Tag gesehen. Die Verzögerung von 4 Monaten zwischen Ankündigung und Umsetzung, was die Baumaterialien betreffe, verleihe kein Bild der Schnelligkeit und Schlagkraft des aktuellen Regimes. Der Zement diene als Test. Einige meinten, die Befreiung diene dem Import von Zement und töte die lokale Industrie. Es sei seltsam, daß der mit Steuern beschlagene indonesische Zement den gleichen Preis hätte, wie der lokale Zement. Laut anderen sei der billige ausländische Zement mit unlauteren Methoden importiert worden und die weiteren Importierungen würden mit dem zunehmend strengeren Kampf gegen die Korruption aufhören. Von da ab werde der heimische Zement vorherrschen und Fabrikanten und Lieferanten würden so handeln um die Illusion einer erfolgreichen Steuerenthebung zu erzeugen: Sie reduzierten den Preis um 1000 oder 2000 FMG für einen Sack, um den Zug anzuzeigen und sackten die ganze durch die Steuerenthebung entstandene Marge ein.

21. 11. Die Midi berichtet: Die Litschikampagne habe unter dem Mantel der Illegalität begonnen, da der Beginn auf den 21. 11. 0 Uhr festgelegt gewesen sei, bei verschiedenen Firmen aber schon vorher Aktivitäten registriert worden seien. Werde der Rechtsstaat reagieren? Wegen so einer Lapalie ein großer Artikel mit Schlagzeile der Illegalität. Wieso überhaupt ist da etwas von staatlicher Seite schon lange vorher festzulegen, wann die Kampagne zu beginnen hat? Einziges Kriterium kann doch nur sein, daß die Litschis reif sind. Und das sind sie. Sonst interessiert es den Staat ja auch nicht, daß alle möglichen Früchte nocht total unreif auf den Märkten angeboten werden.
Die Industrie und der Rest der Wirtschaft hätten sich noch überhaupt nicht von der großen Krise erholt, doch das Programm einer schnellen und dauerhaften Entwicklung, das die Regierung anstrebe, könne nicht ohne sie realisiert werden. Ein Minister habe eröffnet, daß man sich mit neuen Investoren in Verhandlungen befinde, damit die, die während der Krise ihre Arbeit verloren hätten, wieder arbeiten könnten. Es sei richtig, daß die madagassische Industrie noch bescheiden sei, wie alle Industrien in Afrika. Es bleibe ihr nur, die Infrastuktur zu vergrößern und zu verbessern. Es sei nötig, daß die Regelungen und finanziellen Anreizsysteme dem gewogen seien, damit ein wirkliches Aufblühen erfolgen könne. Es sei endlich nötig, den existierenden technischen Graben zuzuschütten, um aus den Vorteilen der Globalisierung gewinnen zu können und um weniger Mühe zu haben, sich in die globale Wirtschaft integrieren zu können. Die Regierung zeige zur Zeit eine große Entschlossenheit, alle bremsenden Hürden für eine Industrialisation aus dem Weg zu räumen. Aus diesem Gesichtspunkt wolle der Minister den Zugang zu den neuen Informationstechnologien und der Kommunikation begünstigen, um der Industrie zu ermöglichen, seine Rolle als Lokomotive der Wirtschaft besser zu spielen.

22. 11. Die Tribune berichtet: Für die ländlichen Zonen sei ein wichtiger Schritt getan, um aus der Isolierung herauszukommen. Sakaraha, Bealanana, Mandritsara, Fandriana, Ankazobe, Tsaratanàna, Ambilobe, Mananara, Maroantsetra, Vangaindrano und Belo sur Tsiribihina könnten nun endlich mit dem Rest des Landes und dem Rest der Welt, dank der Installierung eines V-Sat-Kommunikationssystems, kommunizieren, welches durch die Gulfsat Téléphonie , einer Tochtergesellschsft von Gulfsat Madagascar, realisiert worden sei. Die Lizenz sei nach einer Aussschreibung der Telekommunikations-Regulierungsbehörde für ein Festnetz erteilt worden. In jeder Stadt würden 4 Telefonzellen installiert werden, außer in Ambilobe und Vangaindrano, wo es 6 werden sollten. Mit einer Gulfsat-Telefonkarte könne man selbst ins Ausland zu attraktiven Tarifen telefonieren. Für ein lokales oder nationales Gespräch zahle man 495 FMG ohne Steuern pro Minute und für eine Minute nach Frankreich liege der Tarif bei 3250 FMG, was im Vergleich zu TelMa beide Male billiger sei.
Über 300 Häftlinge, wo nur 50 vorgesehen seien, das sei zur Zeit die aktuelle Lage im Gefängnis von Moramanga. Und die Neuankömmlinge seien weniger Terroristen oder Straßenblockierer der Nach-Wahl-Krise, sondern Bauern umliegender Gemeinden und ihr einziges Verbrechen sei das des Abflämmens. Diese Methode des Abflämmens sei ein Kulturbestandteil. Schon immer sei diese Kulturmethode im mittleren Osten praktiziert worden, weil dort keine Reisfelder seien. Übrigens habe eine langwährende offizielle Genehmigung der lokalen Vertreter der Forst- und Wasserbehörde für das Abflämmen vorgelegen. Aber gewisse Leute hätten den Präsidenten Ravalomanana über diese Kultur fehlinformiert, Buschfeuer mit diesem Abflämmen verwechselnd, für das auch die Anordnung zum Verhaften gegeben worden sei. Anders ausgedrückt sei der Staatschef zu einem Fehler verleitet worden. Man müsse anerkennen, daß jenes Abflämmen "tavy" eine Frage des Überlebens für diese Bevölkerungen darstelle. Tatsächlich zerstörten die "savoka" genannten Feuer die Umwelt, dennoch hätten die öffentlichen Machthaber vor dem Einführen solcher Bestrafungen erst Übergangsmaßnahmen treffen sollen. Also seien es jetz hunderte, die in den Gefängnissen vor sich hinvegetierten. Bei diesem Tempo müsse der Unterpräfekt von Moramanga den Bau einer neuen Haftanstalt ins Auge fassen.

23. 11. Die Midi berichtet: Bezüglich des Verkehrs in Tana sei vom PmS und einem Kommisar angekündigt worden, daß man mit Entschlossenheit die Anarchie, die gewisse Autofahrer, Taxifahrer und Fahrer von Sammeltaxis bewiesen, beenden werde. Sanktionen für die, die die Verpflichtungen nicht einhielten. Viele respektierten selbst nicht einmal, während sie auf einer 2-spurigen Fahrbahn führen, die Verpflichtung, sich rechts zu halten, wie es die Schilder anzeigten. Jetzt sei jeder Fahrer informiert. Also werde bei jedem ahnungslos Zuwiderhandelnden der Führerschein eingezogen.
Verschiedene Militärs, die während der Krise Vergehen gegen die Disziplin und die Ehre gezeigt hätten, seien degradiert worden.

25. 11. Die Midi berichtet: Öffentliche Dienstleistungen würden jetzt schneller erbracht. In den Stadtteilbüros "Fokontany" würden Wohnortbescheinigungungen und andere Anfragen fast in der selben Minute bearbeitet. In den Bürgermeistereien würden Geburtsurkunden am nächsten Tag ausgehändigt, was zuvor eine Woche oder mehr Zeit in Anspruch genommen habe. Die Korruption verliere an Boden, wenngleich es noch Bereiche gebe, die man noch verbessern müsse.

26. 11. Die Midi berichtet: Einige Tage nach ihrer Eröffnung sei die Litschikampagne auch schon fast wieder vorbei, da es an Früchten mangele. 40 bis 50% der Bäume hätten dieses Jahr nicht geblüht und die übrigen hätten meist auch nicht ihren üblichen Ertrag erbracht. Besonders die Bauern hätten von den etwa 50 Milliarden FMG profitieren können, die in den Sektor geflossen seien. Bitter sei es für viele Transporteure aus der Hauptstadt, die wie jedes Jahr gekommen seien, da manche die Rückfahrt gar leer antreten hätten müssen. Drei Schiffe seien vorgesehen gewesen, mit je 3500 oder 4000 Paletten beladen zu werden, 4000 FMG pro kg im Durchschnitt, 980kg pro Palette. Aber eines sei sicher, die Zahlen des letzen Jahres könnten dieses Jahr nicht erreicht werden, wo 18.700 t exportiert wurden, davon 11.242 t in herkömmlichen Schiffen, 7.360 t in Kühlcontainern und der Rest auf dem Luftweg.

27. 11. Die Tribune berichtet: Interventionen an hoher Stelle versuchten, die Freilassung der etwa 200 Häftlinge von Moramanga zu erreichen. Aber die Behörden zeigten sich bis jetzt unnachgiebig. Das sei letztendlich besser. Diese Häftlinge seien Urheber von Wanderkultur durch Abflämmen (tavy). Es handle sich dabei um eine strengstens geregelte Praktik, die das Fällen von Bäumen und das anschließende Abbrennen vor Ort beinhalte, um die Flächen für die Kultur vorzubereiten. Dieses Vorgehen sei ein Massaker für die Primärwälder, selbst in ausgewiesenen Naturschutzgebieten in den Regionen von Moramanga, Ifanadiana und Mananara-Nord. Es sei daher angebracht, streng durchzugreifen und ein Exempel zu statuieren. Nach Jahrzehnten des Gewährenlassens seien die Wälder durch die Abflämmungen der Wanderfeldbauern, durch die Köhler und die Holzhändler dezimiert. Zum Glück breche das aktuelle Regime mit dieser Laxheit und sanktioniere jene strengstens, die die Gesetze überträten.
Ein Moment der Emotion für Marc Ravalomanana, als er den Hof des protestantischen Kollegiums FJKM von Ambatomanga betreten habe und die Pennäler sich auf ihn zubewegten. Es sei 30 Jahre her, daß er dort Oberschüler unter anderen gewesen sei und sich nicht hätte denken können, daß er dort eines Tages aus einem Hubschrauber auf dem Hof des Geländes als Präsident der Republik aussteigen würde. Dort habe er Lalao Rakotoarivelo kennengelernt, die 1975 seine Frau geworden sei. Nach seinem Abitur sei Ravalomanana nach Deutschland gegangen und dann nach Schweden. Zurückgekommen sei er mit einem Diplom agro-alimentaire.
Die Nachfrage nach Energie übersteige in Madagaskar bei weitem das Angebot, aber die Versorgung mit traditionellen Brennstoffen sei durch die geringe Kaufkraft der Bevölkerung und Zugangsschwierigkeiten gebremst. Holz, das 82% des gesamten Konsums decke, werde für die kommenden Jahrzehnte der Hauptbrennstoff des Landes bleiben. Selbst wenn der Konsum pro Einwohner von 214 kg entsprechend in Petroleum pro Jahr wäre, was unter den niedrigsten weltweit sei, verschlinge die importierte Energie 52% der Einkünfte der Exporte. Um gegen die Entwaldung zu kämpfen sei es bedeutend, daß man festgestellt habe, daß das Programm der Elektrifizierung wirksamer sei, als das Programm zur Wiederaufforstung. Zur Stunde, wo gewisse importierte Produkte Ziele von Steuerenthebungen seien, solle die Regierung darüber nachdenken, auch die Steuern und Gebühren für Haushaltsgas zu reduzieren oder aufzuheben. Auch wenn das Potential der Wasserkraft beachtlich sei, seien paradoxerweise 30% der Elektrizität aus thermischen Zentralen (es werden vermutlich Dieselgeneratoren gemeint sein). Die verschiedenen Energiearten blieben ungenutzt oder unzugängig durch mangelnde Investitionen und durch eine unangepaßte Politik mit der Aufgabe des Engagements des Staates im produktiven Sektor, der vom privaten Sektor übernommen werde und der die Beherrschung aller Phasen der Erschließung und Produktion wünsche. Madagaskar besitze Energievorkommen, die eine Garantie für seine Zukunft darstellten: Kohle (bei Sakoa), Biomasse, erneuerbare Energien, wie die Sonne, den Wind, die Geothermie und die Bioenergie. Diese Ressourcen seien eine Versicherung für eine energetische Unabhängigkeit, seien aber im Fall der Erschließung nicht ganz ohne Gefahr für die Umwelt.
Die Wanderheuschrecken seien voller Mysterien, aber auch der Kampf gegen sie. Vor nicht langer Zeit habe man in den Zeitungen lesen können, daß 500.000 ha von den Heuschrecken heimgesucht seien, was schon beträchtlich sei. In Massen extra aus Europa gekommene Forscher hätten aber keine Heuschrecken finden können. Die wahrscheinlichste Annahme sei, daß die Zahlen aus dem letzen Jahr stammten, ohne je aktualisiert worden zu sein. Wieder spreche man von Fipronil, wegen dem in Madagaskar schon viel Tinte geflossen sei und das wegen der Aggressivität der Firma, die es zu der Zeit vertrieb, Zielscheibe von zahlreichen Karikaturen geworden sei. Fipronil sei zweifellos einfach zu benutzen, nicht sehr teuer und sehr wirksam, aber mit beträchtlichen Auswirkungen auf die Umwelt, direkten Auswirkungen (alle Insektenarten stürben, besonders alle Bienen und Termitenarten) und indirekten (die Insektenfresser wie Reptilien und Tanreks fänden nichts mehr zum Fressen). Viel Forschungsarbeit sei schon diesbezüglich in ganz Madagaskar geleistet worden und man frage sich, warum ein solches Insektizid, das inernational heftigst kritisiert werde, in der außergewöhnlichen Umwelt des Minikontinents Madagaskar eingesetzt werden müsse. Madagaskar habe schon den flächendeckenden Gebrauch von Fipronil verboten, es sei lediglich zum Barrierenerrichten einzusetzen. In der Praxis müßten die Flugzeuge aber in einer gewissen Höhe fliegen, da nicht immer über plattem Gelände geflogen werden könne und auch Bäume da stehen könnten. So würden die Tröpfchen zwangsläufig auch zwischen den Barrieren landen und eine totale Flächenabdeckung sei erreicht. Die Weltbank habe ein mittel- bis langfristiges Engagement in beträchtlicher Höhe bei der Wanderheuschreckenbekämpfung vorgesehen, mit der einzigen Bedingung, daß weniger umweltschädliche Insektizide eingesetzt würden. Heute sei das Ersuchen der madagassischen Regierung preisgegeben, mit schlimmen Konsequenzen für die Zukunft. Alles sei bereit für den Kampf gegen die Wanderheuschrecken, ein aus Frankreich gekommener Hubschrauber, wo der Mietvertrag bald ablaufe, warte. Man sollte fürchten, daß ungerechtfertigte Einsätze gemacht würden, nur, um zu zeigen, daß man sich nicht getäuscht habe, zum Beispiel die roten Heuschrecken in den kleinen Maisfeldern behandelnd. Und da keine Kontrolle dieser Aktionen stattfänden, wisse man auch nie, was wirklich passiert sei. Man könne nur den Verantwortlichen für die Heuschreckenbekämpfung zur Rede stellen, daß er sich zu dieser Dringlichkeit erkläre und daß er sich so verhalten solle, daß das Vertrauen der Kreditgeber schnellstens wieder gewonnen werde.
Die Midi berichtet: Das Kommunikationsministerium habe eine Liste mit Radio- und Fernsehstationen veröffentlicht, die illegal sendeten. Es seien 59 Radiosender und 3 Fernsehsender im ganzen Land, die lokal sendeten, betroffen, da sie keine Genehmigung hätten. Im ganzen Land gebe es 181 Radiostationen und 19 Fernsehstationen, legale und illegale zusammengenommen.

28. 11. Die Tribune berichtet: Bei einer Konferenz von Vertretern der Produzenten von aromatischen, medizinischen und Lebensmittelextrakten sei zur Sprache gekommen, daß Madagaskar in diesem Bereich nun wieder zum internationalen Markt zurückkehren könne, aber daß man gewisse Regeln und Forderungen des Marktes einhalten müsse. Die Käufer erwarteten eine Produktion nach anerkannten Standards, doch die madagassischen Produkte erfüllten oft, trotz der großen Nachfrage, nicht diese Kriterien. Zum Ende der Konferenz habe es dann massenweise Nachfrage gegeben. Über eine Tonne Nelkenöl, eine Tonne Ravintsara und 2-3 Tonnen Niaouli - das seien, unter anderem, die monatlich benötigten Mengen ausländischer Firmen. Angesichts der lokalen Produktion könnten gewisse Nachfragen nicht erfüllt werden.

29. 11. Die Tribune berichtet: Eine neue Generation von Autos solle 2004 das Licht des Tages in Madagaskar erblicken. Es handle sich dabei um Autos, die Preßluft als Treibstoff nutzten. Der Finanzier halte sich aktuell auf der großen Insel auf und habe erklärt, daß das Prinzip einfach sei, die im Auto in Behältern auf 300 bar komprimierte Luft bringe die Mechanik zum Laufen. Es sei Preßluft und nicht mehr Benzin oder Diesel oder noch weniger Elektrizität, die als Energiequelle genutzt würden. Das Auto könne mit einer Geschwindigkeit von 60 km/h 200 km weit fahren, und entspreche den Sicherheitsnormen. Die Firma MDI wolle sich, wenn die Behörden zustimmten, auf Madagaskar niederlassen, anders ausgedrückt, das Auto werde an seinem Verkaufsort hergestellt. Die Version Taxi und städtischer Transport benötige Investitionen von 100 Milliarden FMG (etwa 15,3 Millionen Euro). Das Auto solle um 55 Millionen FMG kosten und der Produktionsbeginn sei für Ende 2004 vorgesehen. Schon 79 Fabriken seien in der Welt bestellt worden. Auch auf der Insel Mauritius solle eine solche Fabrik installiert werden. Kurz, dieses Auto mit einem wieder ökologischen Ruf werde den Weltmarkt für Autos umkrempeln. Wo aber die Preßluft herkommen soll und welche Energiequellen dazu benutzt werden sollen, wird nicht erwähnt.

Eine Mitteilung des Landwirtschafts- und Viehzucht-Ministeriums, Zentrum zur Heuschreckenbekämpfung, bezüglich dem Kampf gegen die Heuschrecken: März/April hätten die bekannten Größen der Flächen mit hoher Heuschreckendichte an verschiedenen angegebenen Stellen im Süden der Insel insgesamt 153.000 ha betragen. Die Heuschrecken seien wahrscheinlich nicht mehr anzutreffen, weil die meteorologischen Bedingungen des Südwinters nicht gerade günstig gewesen seien. Man habe seit 1997 eine elektronische Technik an Bord des Fluggeräts mit höchster Präzision entwickelt, um die Insektizide auszubringen, bei denen die aktuelle Windgeschwindigkeit, die Höhe, die Menge der Ausbringung... berücksichtigt würden. Als Zusammenfassung sei es wichtig, daran zu erinnern, daß die Hauptsorge der Regierung mit ihren Hauptpartnern der internationalen Gemeinschaft sei, die Operation zur rechten Zeit vorzubereiten, damit man eine einsatzbereite Vorrichtung habe, um in der Lage zu sein, eine neue Invasion zu bremsen, von der die Wahrscheinlichkeit stark erhöht gewesen sei.

30. 11. Die Midi berichtet: Für die 160 Sitze in der Nationalversammlung gebe es 1312 Kandidaten.
Nach Erschütterungen in der ehemaligen Mehrheitspartei werde man nun trotz der Aufrufe von Führern der Partei, sich nicht zu beteiligen, mit 120 Kandidaten im ganzen Land, außer in der Provinz Diego, teilnehmen. Bei einer Pressekonferenz habe ein Parteivertreter von einem aktuell aufgedeckten Fall berichtet, wo 50 Familien in einer Wohnung leben sollten.
Ravalomanana habe bei seinem Aufenthalt in Majunga die Bevölkerung dazu angeregt, diejenigen Kandidaten zu wählen, die ihnen am Nächsten seien, die ein Ohr für sie hätten, Leute, die in der Lage seien, für das Volk gewinnbringende Projekte auf die Beine zu stellen und alles dafür täten, die nötigen Finanzierungen zu finden.
Der Präsident der Vereinigung der Freihandelszonenunternehmen habe gesagt, daß bis zum Ende des Jahres 33.000 der 100.000 Arbeitsplätze, die seit der Krise verloren gegangen seien, wieder verfügbar sein würden. 80% der Unternehmen bereiteten derzeit die Planung für eine Wiederaufnahme ihrer Betriebe vor. Zwischen 50.000 und 75.000 Arbeitsplätze würden dann bis Ende 2003 wieder geschaffen und das Niveau der 100.000 Arbeitsplätze von 2001 werde erst 2004 wieder erreicht werden. Wenn man eine Perspektive der Entwicklung des Sektors berücksichtige, dann seien 300.000 Arbeitsplätze das Ziel. Ein Ziel, das nicht erreicht werden könnte, wenn Madagaskar nicht seine Konkurrenzfähigkeit unter Beweis stelle, denn 2 Probleme mangelnder Konkurrenzfähigkeit, was die Textilindustrie in Madagaskar betreffe, müßten gelöst werden. Zuallererst seien die Frachtkosten, die im Vergleich zu Konkurrenzländern, wie Mauritius, Lesotho oder Argentinien, teurer seien. Gegenteilig zu dem, was man immer angepriesen habe, seien die madagassischen Arbeitskräfte noch nicht ausreichend konkurrenzfähig. Auf der anderen Seite verfüge Madagaskar über essentiell wichtige Elemente der Konkurrenzfähigkeit im Bereich der Textilindustrie. Man sei selbst Produzent des wichtigsten Hauptrohstoffs für Textilien, der Baumwolle. Dann profitiere das Land über den Vorteil der Energiekosten, wo die Elektrizität von der Wasserkraft komme. Es gebe schon 3 Spinnerei/Webereifabriken in Madagaskar, Cotona in Antsirabe und Somacou und Festival in Tana.
In Ambilobe habe Telma (Telecom Malagasy) ein innovatives Festnetztelefonsystem installiert, welches auf GSM-Technik basiere und 200 Abonnenten anschließen könne.

2. 12. Die Midi berichtet: In Ambilobe habe Ravalomanana dem Bürgermeister, der eine Tonanlage gewünscht habe, gesagt, daß Tanzen nicht eilig sei. Die Leute wollten vor allem eine saubere Stadt, reparierte Straßen und sie wollten glücklich sein. Ob man es wolle, oder nicht, er (der Bürgermeister) sei der erste Verantwortliche. Vor allem anderen solle er die Stadt säubern. Er sei erstaunt, wie dreckig die Stadt sei, obwohl mehrere Minister und hohe Verantwortliche aus dieser Region seien. Und um Reden und Taten zu verbinden, habe er der Bevölkerung kurzfristig gute Lastwagen zur Stadtsäuberung versprochen.
In Johannesburg, Südafrika, finde ab heute eine Veranstaltung unter dem Namen Madagascar Day statt. Es sei eine Versammlung von Geschäftsleuten und öffentlichen madagassischen Verantwortlichen auf der einen Seite und von in Südafrika tätigen amerikanischen Investoren auf der anderen Seite. Das sei eine Möglichkeit zur Anbahnung von Geschäftsbeziehungen zwischen Madagaskar, den Vereinigten Staaten und Südafrika.

4. 12. Die Midi berichtet: Die Preise der Taxi-Brousse seien um rund 10% gefallen, obwohl normalerweise vor Weihnachten als Geschenk der Transporteure immer eine Preiserhöhung fällig gewesen sei. Die Tarife vorher/nachher seien wie folgt genannt. Tana/Tulear: 125.000 / 115.000 Tana/Fianarantsoa: 60.000 / 50.000 Tana/Majunga: 80.000 / 70.000 Tana/Tamatave: 50.000 / 40.000 Tana/Antsirabe 20.000 / 17.500

5. 12. Die Midi berichtet: Malaria bleibe ein Problem der öffentlichen Gesundheit in Madagaskar. 2000 sei diese Krankheit bei den Konsultationen von Einrichtungen für die Gesundheit an zweiter Stelle gewesen. 22,7% der Konsultationen seien Malariafälle gewesen und davon wieder 40% bei Kindern unter 5 Jahren. Manchmal sei die Krankheit so schlimm, daß der Patient riskiere, in wenigen Tagen mangels korrekter Behandlung zu sterben.

6. 12. Die Midi berichtet: Gemäß einem neuen Gesetz müssten bei den Wahlen alle Ergebnisse jedes einzelnen Wahlbüros veröffentlicht werden.
Bei dem von der amerikanischen Botschaft für Johannesburg initierten "Madagascar Day" hätten sich 30 amerikanische Firmen für ein Investment in Madagaskar interessiert, die aus den Bereichen Luftfahrt, Informationstechnologie, Banken, Tourismus und Lebensmittel kämen.
Die Weite der Auswirkungen der Krise gehe von einem Sektor zum anderen und zeige sich bei den Unternehmen, die den Verkauf von gebrauchten Autoteilen gewählt hätten. Laut einem Unternehmer sei es derzeit schwierig, Ware zu finden. Der Zoll sei teurer geworden und es sei schwierig, die Ware aus dem Hafen herauszubekommen, wo sie 15 Tage blockiert sein könne.
"New rice for africa" oder Nerica sei der Name einer Hybridreissorte, die Japan durch seine Projekte in Madagaskar einführen wolle. Dieser Reis habe den Vorteil, daß er der Trockenheit widerstehe, wie der afrikanische Reis und eine hohe Produktivität habe, wie der asiatische Reis.
Die UNFPA "United Nations Found Population Activities" habe ihren Bericht zur Weltbevölkerung 2002 vorgestellt. Madagaskar betreffend sei die Zahl der Bevölkerung 16,9 Millionen.

9. 12. Die Midi berichtet: Das Anfangsgehalt in den Unternehmen der Freihandelszone sei bei 250.000 FMG pro Monat, ohne Kantine und Transportkosten zu zählen. Die Arbeit werde im Akkord bezahlt und es werde manchmal eine Verdopplung des Anfangsgehalts erreicht. Bei Unternehmen des öffentlichen Rechts liege das Startgehalt bei 180.000 FMG, das man aber selten steigern könne.

10. 12. Die Midi berichtet: Mimikry oder Verzweiflung? Es sei unpassend, ein Urteil über den Glauben eines Einzelnen oder einer Gruppe zu fällen, aber die Frage stelle sich trotzdem, wenn man wisse, daß das Organisieren von religiösen Kulten in den Unternehmen sich in der kritischen Periode, die das Land erlebt habe, entwickelt habe.
In drei oder vier Wochen sehe man beim Zentrum zur Heuschreckenbekämpfung ein Risiko, daß die Heuschrecken sich explosionsartig vermehren könnten, da man dieses Jahr weniger Flächen als gewöhnlich behandelt habe.

11. 12. Die Midi berichtet: Die Taxifahrer hätten den ganzen Vormittag des Vortages im Staddteil Tsimbazaza den Verkehr blockiert. Sie hätten gegen die Entscheidung der Kommune protestiert, die ihnen aufbürde, daß die Taxis künftig deren Farben, nämlich blau und gelb, zu haben hätten und daß die Stadtgrenzen nicht mehr verlassen werden dürften. Bis April 2003 gebe es eine Gnadenfrist für die Taxifahrer. Wenn man die Taxis sieht, die in Tana rollen, dann sollte man schon meinen, daß eher wichtig wäre, den technischen Zustand der über 13.000 Taxis zu kontrollieren. Nicht so selten ist es, daß während der Fahrt eine Tür in einer Kurve aufspringt. Mindestens ein Taxifahrer ist sogar auf die Idee gekommen, den Tank durch einen alten Kunststoff-Ölkanister, der neben dem Kupplungspedal steht, zu ersetzen!

12. 12. Die Midi berichtet: Marc Ravalomanana feiere an diesem Tag seinen 53sten Geburtstag
In Anosizato habe die Firma Jovenna die größte Tankstelle des ganzen Landes eröffnet, wofür man 4 Milliarden FMG investiert habe. An 6 Zapfsäulen gebe es 25 Zapfpistolen und insgesamt gebe es 7 Tanks mit je 30.000 Litern Fassungsvermögen.

14. 12. Die Midi berichtet: Am 19. 12. solle mit den Arbeiten für eine Wiederherstellung der Nationalstraße 1 in Anosibe und der Erneuerung des gesamten Marktes von Anosibe begonnen werden, der der wichtigste Markt für den Groß- und Einzelhandel in Madagaskar sei.
Ravalomanana habe 3 Vertreter des europäischen Parlaments empfangen, die zur Beobachtung der morgigen Wahlen gekommen seien. 46 weitere Beobachter seien bereits vor Ort.
      Die Express berichtet: Vom 29. 11. bis zum 6. 12. sei eine Delegation madagassischer Unternehmer von 22 Unternehmen in Südafrika gewesen, um am dortigen "Madagascar day" teilzunehmen, um sich mit Filialen amerikanischer Unternehmen in Südafrika zu treffen. Von den 70 amerikanischen Unternehmen, die interessiert gewesen seien, wären nur 25 vertreten gewesen. Die Lücke hätten aber südafrikanische Firmen vollstens mit viel Interesse für ihre Besucher gefüllt. Auf madagassischer Seite sei man sehr zufrieden und 10 Firmen hätten ernsthafte Kontakte mit den südafrikanischen Unternehmen knüpfen können. Durch die Teilnahme der BNI-CLM sei erklärt worden, daß das Finanzsystem in Madagaskar bereit sei, die Investoren zu empfangen, um die Geschäfte zu finanzieren. Die madagassischen Banken hätten Liquidität und der Zinssatz sei korrekt im Verhältnis zur Inflation.

16. 12. Die Midi berichtet: Bei den Wahlen sei eine Mehrheit für den Präsidenten Ravalomanana gesichert worden. Ravalomanana habe gesagt, er habe vor der internationalen Gemeinschaft Wort gehalten.

17. 12. Die Midi berichtet: Laut Annahmen sei die Schwelle von 100 Abgeordneten für die Firaisankinam-pirenena-Tiako i Madagasikara erreicht.
Wanadoo und DTS hätten im Bereich der neuen Informations- und Kommunikationstechnologien eine Kooperation geschlossen, welche man über das Portal www.wanadoo.mg schätze. Wanadoo wolle die bevorzugte Marke der madagassischen Surfer werden. Data Telecom Service(DTS) sei 1995 auf Basis einer Partnerschaft zwischen TELMA und France Télécom FCR gegründet worden. DTS sei der Pionier auf dem Gebiet der Internetdienste in Madagaskar.

18. 12. Die Midi berichtet: In letzter Zeit gehe der Kaffeepreis weltweit zurück, weshalb in Madagaskar bei den Produzenten der Preis für ein Kilogramm auf 2000 FMG gefallen sei. Trotzdem sei es schwer, Abnehmer zu finden, da der Weltmarkt auf der Sorte Arabica basiere und in Madagaskar überwiegend Robusta angebaut werde. Ein Exporteur habe erklärt, daß selbst wenn er den Kaffee geschenkt bekäme, er keinen Gewinn damit erzielen könne. In gewissen Gebieten ernteten die Bauern die Früchte nicht mehr und wendeten sich anderen Einkommensquellen zu, wie zum Beispiel im Vanillebereich. Im Südosten habe man den Kaffee ganz aufgegeben und steige um auf Gewürz-Nelken, wo man noch zwischen 20.000 und 40.000 FMG pro kg bekomme. Das nationale Komitee zur Koordination des Kaffees wolle den Umstieg auf den im Welthandel viel profitableren Arabica propagieren, aber das werde mittel- bis langfristig zu sehen sein. Bis dahin gelte es, Lösungen für die Pflanzer zu finden, die die schwersten Momente ihres Lebens durchmachten.
Die Qualitätsnormen für Obst und Gemüse in Madagaskar seien laut einer Ingenieurin des Bereichs veraltet und müßten aktualisiert werden, damit ausländische Kunden die Produkte nicht weiter zurückschickten, wie in einem privaten Gespräch anläßlich einer Versammlung in dem Bereich zur Sprache gekommen sei.
In einer Anzeige weist das Innenministerium darauf hin, daß die provisorischen Ergebnisse der legislativen Wahlen vom 15. 12. auf seiner Webseite http://www.legislatives.mg verfügbar seien.

19. 12. Die Midi berichtet: Der neue britische Botschafter habe sich mit dem Senatspräsidenten getroffen und habe seine Kooperationsbereitschaft, besonders beim Unterrichten der englischen Sprache, zugesichert. Als Folge der Einführung des Englischunterrichts werden jetzt die ersten Vazahas mit Sätzen aus Kindermund, wie: "How are you?" oder "What is your name?" konfrontiert.
Laut den Wahlbeobachtern der EU sei die Wahl bis auf einige Ausnahmen regulär verlaufen.
Laut "Médecins Sans Frontieres" gebe es in den populären Quartieren der Hauptstadt 5800 Straßenkinder.

20. 12. Die Midi berichtet: Beim Rat der Minister sei über die Verabschiedung des Beschlusses zur Einführung unverbleiten Superbenzins kommuniziert worden. Gemäß dem Umweltgipfel von Johannesburg nähmen die betroffenen Ministerien an, daß die Einführung des neuen Produkts sich als nötig erweise und daß dieses sehr viel vorteilhafter sei für die Bereiche Umwelt, Soziales und Wirtschaft.
Die Firma Tiko vertreibe etwa 80 Produkte in ganz Madagaskar. Erst wenn man den möglichen größten Teil der Regionen abdecke denke man an den Export der Produkte.

24. 12. Die Midi berichtet: Das Innenministerium habe auf seiner Internetseite gestern offiziös die kompletten Resultate der Wahlen in den 111 Wahlbezirken veröffentlicht. Tiako i Madagasikara habe 102 Sitze erreicht und Firaisankinam-pirenena 23 Sitze. Der Rest der Sitze sei überwiegend an Unabhängige, die der Präsidentenbewegung nahestünden, gegangen. Arema habe 3 Sitze gewonnen.
Weihnachten stehe unter dem Zeichen der Krise. Beim Weihnachtsgeschäft spreche man, außer bei den Chinesen, von Umsatzeinbußen von mindestens 30%.
Miora, ein Baby, das in diesem Jahr mit 5 kg geboren worden sei, habe nun mit 9― Monaten bei einer Größe von 1,05 m ein Gewicht von 22 kg.

26. 12. Die Midi berichtet: Die Wahlbeteiligung habe landesweit bei 67,55% gelegen, wobei sie in der Provinz Antananarivo mit 70,88% am höchsten gewesen sei und in den Provinzen Tulear und Majunga mit jeweils 64,56% am niedrigsten. In Tamatave habe die Quote bei 67,40% gelegen, in Fianarantsoa bei 66,77% und in Diego bei 64,60%.
90% der Polizisten seien während der Festlichkeiten der Weihnachtstage bei der Verkehrsregelung eingesetzt worden. Während den Vorbereitungen zum Fest habe es in allen Stadtvierteln monströse Staus gegeben, besonders in den Geschäftsvierteln. Nichts erstaunliches, wenn man betrachte, daß in Tana monatlich 5000 neue Fahrzeuge angemeldet würden.

27. 12. Die Midi berichtet: Demnächst werde das Haus des Unternehmens geschaffen. Dort solle man die Aktionen, die für die Unternehmen unternommen würden, koordinieren. Diesen Donnerstag solle ein Jahrbuch der Unternehmen unter http://www.mde-mada.mg eingeführt werden, in das sich jedes madagassische Unternehmen eintragen könne. Auch solle für den internationalen Austausch die Möglichkeit geschaffen werden, daß ein Auftraggeber regelmäßig Ausschreibungen an ausgewählte madagassische Unternehmen übermitteln könne.

30. 12. Die Midi berichtet: Aufgrund eines möglichen amerikanischen Angriffs auf den Irak und die Krise in Venezuela hätten negative Effekte auf den Welt-Ölmarkt. In London habe das Nordseeöl Brent die 30 $ überschritten und in New York sei dem Rohöl gar ein Preis von 32,72$ zugestanden worden. Jedenfalls müsse die Regierung bei dem Fall des Öls vorsichtig handeln. Eine zu große Preiserhöhung könne von den Konsumenten nur schlecht verdaut werden und habe einen fatalen Einfluß auf die Wirtschaft, die sich noch nicht von der Krise erholt habe.
Nach einer für 2002 qusi nichtexistenten Kampagne für den Tourismus stelle die Zukunft Herausforderungen bereit. Für das Jahr 2007 sollen 500.000 Touristen erreicht werden, aber kurzfristig, also für das Jahr 2003, werde die große Insel laut dem Tourismusminister so viele Touristen, wie noch nie empfangen, nämlich über 200.000. Man wolle als neues Tourismusprodukt den Öko-Tourismus herausstellen. Im Rahmen dieser neuen Sicht habe der Minister versichert, daß man sogenannte "Réserves Foncières Touristiques (RFT)" für Investoren, seien es inländische oder ausländische, zur Verfügung stellen wolle. Das Regierungsmitglied habe erklärt, daß 50.000 m² auf Promotoren warteten. Seine Abteilung wolle ab Anfang des neuen Jahres ein eigenes Büro dafür schaffen, um Investoren den Zugang zu Grundeigentum zu erleichtern.

31. 12. Die Midi berichtet: Die Taxifahrer von Tana berichteten, daß sie während der Weihnachtstage pro Tag 100.000 FMG hätten gewinnen können, aber nun sei es wieder schwierig, nur schon die Miete ihres Fahrzeugs zu erzielen, die 50.000 FMG für die meisten Fahrer betrage. Die Kunden seien noch immer unter dem Einfluß der Krise.
Der Haushalt der städtischen Kommune Antananarivo betrage 87 Milliarden FMG.

Gecko - Was gibt´s da noch zum Gucken?