| |  | Madagaskar aktuell | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | Die Ära Ravalomanana in Madagaskar
So geht die Entwicklung in Madagaskar weiter Januar bis März 2003
2. 1. Die Midi berichtet: Ravalomanana habe bei der Neujahrsansprache an Sylvester gesagt, daß er eine Herausforderung angenommen habe: Madagaskar zu einer schnellen Entwicklung zu führen. Das sei das Wort eines Mannnes und er werde es halten. Der Preis des Paddy-Reises beim Produzenten habe im Vorjahr ein Rekordniveau von 1400 FMG/kg erreicht, nachdem er kurz nach der Ernte bei 500 bis 700 FMG/kg gelegen habe. Zusätzlich habe noch Reis importiert werden müssen, etwa 150.000 t bis Ende November und von da bis Februar würden nochmals 50.000 t hinzukommen. Der Minister für den Handel und den Konsum habe versichert, es werde keinen Mangel geben. Die einzigen Schatten würfen gewisse Zonen im Süden, die mit Problemen der Trockenheit und des Hungers konfrontiert seien. 3. 1. Die Midi berichtet: Der Präsident mit Sondervollmacht der Provinz Majunga habe in einem Interview erklärt, daß die Provinz sich aktuell, so, wie es in Ravalomananas Programm vorgesehen sei, für eine schnelle und dauerhafte Entwicklung engagiere, nämlich die Häfen von Antsohihy und Maintirano zu rehabilitieren und vergrößern und die Straßen dorthin zu machen, da diese wirtschaftliche Pole der Region seien. Es seien 8 Frauen, die bei den Wahlen einen der 160 Abgeordnetensitze bekommen hätten. In Majunga seien die Fahrräder zu 175.000 FMG ausverkauft. Es sei zur Gewohnheit geworden, die Bevölkerung, jung und alt, auf Fahrrädern grüner und blauer Farbe in der Stadt der Blumen rollen zu sehen. Über 35% der Unternehmen der IT-Branche seien im letzten Jahr verschwunden. Das sei die Bilanz, die ein Vertreter der Gruppe Synergy Communication aufgestellt habe. Im neuen Jahr erwarte man durch die mögliche Privatisierung der Telecom Malagasy ein Fallen der Telekommunikationskosten. Das gebe dem Sektor neue Luft und man erwarte, daß man ihn bis zum Ende des Jahres mit 2 multiplizieren müsse. Vorausgesetzt, der Staat spiele seine Rolle als Regulierer gut. Der Massentourismus auf Nosy Be sei sehr vielversprechend beim Hotel Andilana Beach. Es sei zum Wundern, wie das all-inclusive Pauschal-Angebot des Reiseveranstalters Venta Club laufe. Die Touristen kämen für eine Woche oder 15 Tage zum Andilana Beach, wo ihnen alles geboten werde und sie sich um nichts zu sorgen bräuchten. Die Touristen würden wie Könige behandelt und hätten vor Ort nichts mehr zu zahlen, außer den organisierten Touren auf die kleinen Inseln, wenn sie das denn wollten. Das Hotel sei am 26. 12. letzten Jahres eröffnet worden und es sei dort großer Hafen gewesen. Nicht nur Touristen und Eingeladene, sondern auch bemerkenswerte Persönlichkeiten, wie Giovanni Trapattoni, der Nationaltrainer oder die Schauspielerin Gabriella Carrluzzi, sowie zahlreiche Journalisten eines italienischen Reisemagazins und von Canal 5 von Silvio Berlusconi. Kurz, der Massentourismus habe im höchsten Gang Fahrt auf Andilana Beach aufgenommen. Das erlaube, brillante Perspektiven zu ahnen. Schlechte Überraschung vorgestern für Reisende auf der RN4 ab Ambondromamy: Ein Schwarm Heuschrecken, Heimchen und kleiner Insekten hätten alles überfallen. Diese plötzliche Invasion erkläre sich durch die für die Insekteneier günstigen Wetterbedingungen, die die Verantwortlich der Heuschreckenbekämpfung schon einige Monate zuvor vorhergesehen hätten. Wegen der politischen Krise hätten die Präventivmaßnahmen nicht befolgt werden können. 4. 1. Die Midi berichtet: Der Fall des madagassischen Kaffees gehe zuallererst auf die schlechte Qualität zurück, die Folge der Vernachlässigung, um nicht zu sagen der totalen Abwesenheit von Aktionen zur Bewahrung des Zweiges seitens der Verantwortlichen in der Ära Ratsiraka gewesen sei. Dazu komme der Fall des Kaffeepreises auf dem internationalen Markt. Und trotzdem besitze Madagaskar im Metier der Kaffeekultivierung einen wichtigen Reichtum in Form von nutzbarem Pflanzenmaterial, um neue Kaffee-Varietäten hoher Güte kreieren zu können, die das Label eines Kaffees mit Herkunft bekommen könnten. Wegen dieses großen Trumpfs sei ein Proekt entstanden , welches unter der Ägide des Forschungsministeriums und dem Forschungszentrum FOFIFA genau dies zum Ziel habe. Letzteres habe schon befriedigende Ergebnisse mit seinen kompetenten Technikern erreicht. Doch mangels finanzieller und materieller Mittel hätten die Arbeiten nicht weiterverfolgt werden können. Andererseits seien die madagassischen Wissenschaftler in der Lage, einer wissenschaftlich innovativen Methode folgend und mit den endemischen genetischen Ressourcen ein innovatives Forschungsprogramm mit Tragweite in der Domäne der Kaffeekultivierung auszuführen. Daher die Wichtigkeit einer wissenschaftlichen Parnerschaft, die kürzlich in Antananarivo zwischen dem Ministerium/FOFIFA und der Ueshima Cofee Corporation (UCC)unterzeichnet worden sei. Auf jeden Fall könne Madagaskar eine gewisse Zahl an Vorteilen aus dem Projekt ziehen. Die neuen wissenschaftlichen madagassischen Produkte, geliefert von ertragsstarken Kaffeebäumen, könnten Madagaskar zurückbringen in den Weltkaffeemarkt. Das Personal der Telecom Malagasy (TELMA) suche fortgesetzt nach Argumenten, um die geplante Privatisierung aufzuschieben oder zu verhindern. Man führe die Profitabilität der Gesellschaft an, die jährlich etwa 43 Milliarden FMG Gewinn produziere und den Betrag von 100 Milliarden FMG, den der Staat für einen Teil, den er bei einer Ausschreibung abgegeben habe, erzielt habe. Der Vergleich der Zahlen müsse aber vorsichtig werden lassen, da die 43 Milliarden den gesamten Gewinn darstellten, aber die 100 Milliarden nur ein Drittel des Kapitals von TELMA darstellten. Das hindere aber nicht daran, auf der Frage der Privatisierung zu beharren, da die Gesellschaft bereits gut durch die Präsenz eines konsequenten Aktionärs geführt werde, was jeglicher mißbräuchlichen Nutzung der Werte des Unternehmens, wie es die politischen Führer seinerzeit getan hätten, Schranken setze. 6. 1. Die Midi berichtet: Eine weitere Frau sei ausfindig gemacht worden, die bei den Wahlen einen Sitz errungen habe, womit die Zahl der Evasabkömmlinge auf 9 steige. In Tulear, eine der Regionen, die in der totalen Armut lebe, gebe es einen irrsinnigen Anstieg des Preises für Reis. Ein Kapoaka (gesprochen Kapok, was eine leere Konservendose repräsentiert, etwa 3 Kapoaka entsprechen einem kg) werde zu 1250 FMG verkauft. Zum Vergleich: In Majunga werde ein Kapoaka zu 800 FMG verkauft. Für Tulear werde aktuell eine Ladung Importreis erwartet, was einen Preisrückgang ahnen lasse. Die Zementhändler hätten es satt, sich von Kunden anhören zu müssen, die Preise nicht senken zu wollen. Heute werde ein Sack CPJ35 nicht unter 48.000 FMG und ein Sack CPA45 nicht unter 56.000 FMG verkauft, was etwa 25% mehr sei, als am Ende des Vorjahres. Laut den Händlern sei die Firma Holcim mit ihrem Verkaufssystem dafür verantwortlich, daß Importe durch eine Abriegelung abgeschreckt würden, denn wenn man Holcim-Zement verkaufen wolle, müsse man sich verpflichten, keine fremden Marken zu verkaufen und die vorgegebenen Verkaufspreise einzuhalten. Die Produktion der beiden Zementwerke in Ibity und Amboanio sei nicht ausreichend, die nationale Nachfrage zu decken und es werde nach Lagerbestand ausgeliefert. Was aber, wenn man nicht genug geliefert bekomme, aber selbst Kunden zu beliefern habe? Der Gebrauchtfahrzeughandel habe mit am meisten unter der Krise zu leiden gehabt und die Unternehmen der Branche hätten im letzten Jahr 70-80% weniger Verkaufszahlen an Großkunden gehabt, als im Vorjahr. Es gebe nur 2 große Schiffe, die in Madagaskar landeten, und eine Kapazität von hunderten Fahrzeugen hätten. Das erkläre, die Situation der Importeure, die in finanziellen Schwierigkeiten seien und nicht mehr so viele Fahrzeuge finanzieren könnten, wie zuvor. Die großen Abnehmer hätten ihre Bestellungen reduziert oder gestrichen und die kleinen Kunden könnten die Lücke nicht füllen, so, daß die Importeure gezwungen seien, zu Schleuderpreisen zu verkaufen, um überhaupt zu Geld zu kommen und ihre Lieferanten bezahlen zu können. Die Unternehmen des Sektors seien für die Zukunft aber optimistisch, auch wenn beispielsweise in jedem Hafen andere Zollsätze für das gleiche Fahrzeug zur Anwendung kämen, was einer Klarstellung bedürfe. Die Maßnahmen der Provinz Antananarivo zur Verbesserung des Verkehrs setzten sich fort. Die Nummernschilder der Fahrzeuge müssten nun alle einheitliche Maße und Farben haben. Der Grund müsse schwarz sein und Buchstaben und Ziffern müssten weiß sein. 7. 1. Die Midi berichtet: Auf den Artikel vom Vortag hin bezüglich des Zements habe Holcim Madagascar folgendes klargestellt: Man versichere, der Zement der Fabrik in Tamatave sei seit dem 25. 11. 2002 aufgrund von getroffenen Verfügungen der Regierung bezüglich Gebühren und Steuern gefallen. Gleiches gelte für den Importzement der Marke Holcim in Tulear. Man versichere, daß der in der Fabrik Ibity - Antsirabe pruduzierte Zement ab 24. 12. 2002 gefallen sei. Man versichere die Hingabe zur freien Konkurrenz und ein Händler daher frei sei, sich an die Holcim-Charta zu binden oder nicht. Man verweigere keinem Händler den Verkauf, wenn er alle nötigen Zahlungsgarantien vorlege. Man zwinge seinen Kunden keinen Wiederverkaufspreis auf. Man versichere, daß die Produktionsstätten und das Verkaufsnetz immer seit der Wiederaufnahme der Aktivitäten den madagassischen Markt zu beliefern gewußt hätten. In der zweiten Jahreshälfte 2002 seien 22 neue Hotels genehmigt worden, die 345 Zimmer hätten, was aber noch nicht ausreichen werde, die Flut von Touristen, die das Land dieses Jahr erleben werde, aufzunehmen. 8. 1. Die Midi berichtet: Das Komitee der nationalen Aussöhnung unter Präsident Albert Zafy fordere die Annullierung der Resultate der letzten legislativen Wahlen, da von gewissen Kandidaten, besonders von Pro-Regierungsseite, Mißbrauch hinsichtlich der anderen Kandidaten und der Bevölkerung getrieben worden sei. Man habe bei einer Pressekonferenz Beweise auf Papier und auf Videokassetten aus dem Norden und besonders aus dem Süden der Insel gezeigt. Eine Anekdote, die die Leichtgläubigkeit der Wähler in den entlegenen Gebieten zeige, sei genau berichtet worden. Ein Kandidat habe Ölflaschen an die Wähler verteilt und ihnen geraten, für ihn zu stimmen, da, falls sie das nicht täten, ein Satellit aus der Ferne sie dank dem Öl, das sie konsumiert hätten, sehen könne. Das Beispiel zeige, daß die Wähler die ersten seien, die eine Bildung nötig hätten. 9. 1. Die Midi berichtet: Bei einem Treffen Ravalomananas mit den Richtern in Iavoloha habe die Unabhängigkeit der Justiz auf der Tagesordnung gestanden. Er garantiere die Unabhängigkeit der Richter, aber dafür toleriere er keine Korruption mehr, so könne man zusammenfassen, was Ravalomanana den Richtern gesagt habe. Der Präsident des Obersten Gerichtshofs habe erklärt, damit die Richter gemäß ihrem Gewissen arbeiten könnten müßten die ihnen gewährten Entschädigungen proportional der Weite ihrer Verantwortung und den Lebenshaltungskosten sein. Außerdem müßten die Richter der Entwicklung der modernen Technologien folgen. Die Arbeitsverhältnisse seien nicht immer zur Freude, denn die gültigen Texte datierten noch aus der kolonialen Epoche. Jetzt, wo die politische Stabilität erreicht sei, habe Ravalomanana erklärt, sei es an der Zeit, die Spielregeln des Unernehmertums in Madagaskar klarzustellen, da die Investoren zögerten, sich zu engagieren. Wen wundert das, wenn beispielsweise die Botschaft in Falkensee, die erste Kontaktstelle für den deutschsprachigen Raum, noch mit Inkompetenz glänzt. 10. 1. Die Midi berichtet: Bei den Wahlen hätten sich 13 der Minister als Abgeordnete beworben und 12 seien auch gewählt worden. Nun sei es aber so, daß man nicht 2 Posten gleichzeitig besetzen könne. 30 Tage hätten diese Minister, Premierminister Sylla eingeschlossen, sich für einen der beiden Posten zu entscheiden. Eine Regierungsumbildung sei auch daher in der nächsten Zeit absehbar. Wenngleich der Staat der größte Investor bleibe, werde das Wachstum durch den privaten Sektor gesichert. Das Kommen von Investoren sei unerläßlich für die Entwicklung Madagaskars, wie ein madagassischer Investor erklärt habe. Die gute Neuigkeit für die Lieferanten finde sich im Finanzgesetz für 2003, wo der Staat den Willen bekanntgebe, die Bezahlung von Rechnungen zu beschleunigen. Das sei nicht nur, um Rückstände auszugleichen, sondern auch, um die exzessiv erhöhten Margen der Lieferanten zurückzufahren. Diese seien immer schon angewendet worden, da die Verwaltung Monate oder gar Jahre brauche, um die Lieferanten zu bezahlen. 11. 1. Die Midi berichtet: In den 4 Wahlbezirken Maintirano, Benenitra, Beloha und Ihosy werde es zu einer neuen Wahl kommen, da die Aufrichtigkeit der Wahl dort aus verschiedensten angeführten Gründen nicht gewährleistet gewesen sei, wie das Verfassungsgericht begründet habe. Letzten Samstag habe Premierminister Sylla die Regierung aufgelöst, wie es republikanischer Usus sei und einem Urteil des Verfassungsgerichts gemäß. Und gestern habe Präsident Ravalomanana Sylla erneut zum Premierminister ernannt. Die neue Regierung werde noch vor Freitag ernannt werden. In seinem Programm für 2003 wolle das Finanzministerium verstärkt dafür sorgen, daß die Zolleinnahmen gesichert würden. 13. 1. Die Midi berichtet: Die Banque pour la Solidarité de Madagascar werde zur Compagnie Malgache de Banque und solle am 17. des Monats ohne Sophie Ratsiraka eröffnet werden, die zuvor unter den Aktionären gewesen sei. Der Aufsichtsrat der Bank habe mehrere Sitzungen gehalten und habe möglicherweise Ratsiraka ausgeschlossen, da sie wegen ihrer Abwesenheit vom Land nicht an der Verwaltung der Bank teilnehmen könne. Wenn man jedenfalls ihre terroristischen Aktionen während der Krise betrachte, könne eine Bank sie kaum als Aktionärin akzeptieren. 14. 1. Die Midi berichtet: In Antsirabe sei die neue Fabrik von Cottonline S.A. von Ravalomanana eingeweiht worden. Das sei eine amerikanisch-madagassisch-srilankische Firma, die Kleidungsstücke herstelle, von denen die meisten in die USA exportiert würden, wo man von der AGOA profitiere. Eine Delegation des amerikanischen Kongresses, die amerikanische Botschafterin und der madagassische Botschafter in den USA hätten Ravalomanana begleitet. Die Einweihungsfeier sei komplett in englisch gehalten worden, wenngleich doch Ravalomanana eine Rede auf Madagassisch gehalten habe. Er habe erklärt, dieses Jahr 2003 stehe unter dem Zeichen der Konkurrenz. Die AGOA (Africa Growth and Opportunity Act), die von Bill Clinton als "new Deal" kurz vor Ende seines Mandats ausgearbeitet worden sei, sei in Mauritius gestern Morgen zum Ziel einer großen Gegenkampagne geworden. Die Argumente der Gegenbewegung seien von denen der Globalisierungsgegner inspiriert. Die Völker müßten geschützt werden und dürften nicht alles akzeptieren. Man sehe in den an die AGOA geknüpften Bedingungen eine direkte Bedrohung der politischen Rechte und dem Recht der Völker, ihr Leben würdig so zu führen, wie sie es wollten. Die Bewegung in Mauritius berufe sich auch auf die Bewegungen in Südafrika und in Swaziland. Trotzdem seien viele Geschäftsleute sehr an diesem von den Amerikanern gebotenen Weg interessiert, hindernislosen Zugang zu einem Markt von 260 Millionen Konsumenten mit enormer Kaufkraft zu erhalten. Anläßlich der erneuten Ernennung von Jacques Sylla zum Premierminister einige Sätze zu diesem: Er sei katholisch, habe eine gute Erziehung genossen und man kenne ihn, außer für seine Kompetenz auch für seine Loyalität und seinen Teamgeist. Stolz auf seine in Madagaskar absolvierten Studien (secondaires et supérieures), habe dieser ausgebildete Rechtsanwalt eine große Kenntnis des Landes. Wenn auch seine ganze Karriere als Rechtsanwalt in Tamatave abgelaufen sei, so habe er trotzdem im ganzen Land plädiert, was ihm die Möglichkeit gegeben habe, mit mit verschiedensten Bevölkerungsgruppen der Insel in Berührung zu kommen. Die großen Fälle, wie die Affäre Ratsimandrava, die Prozesse von Diego und Tamatave hätten seinen Heldenruf in diesem Metier begründet. Nach dem Ablegen seines Amts als Außenminister 1996 habe er sich in Tana niedergelassen und seine Anwaltskarriere fortgesetzt. Das habe ihn in den Kreis von Geschäftsleuten, sowohl in Madagaskar, wie auch im Ausland, eingeführt. So habe er sich einen internationalen Ruf gesichert, besonders geschmiedet in den letzten drei Jahren an der Spitze der madagassischen Diplomatie. Ein Posten, der schon von seinem Vater, Albert Sylla, bis zu seinem tragischen Verschwinden 1966, bekleidet worden sei. Quartiere der Hauptstadt des Ostens seien in diesem Moment unter Wasser, wie Bazary und Tanambao. Das Problem komme von der Höherlegung der Straßen um 15 bis 50 cm nach der Wiederinstandsetzung. Das Wasser fließe auf die Höfe der Wohnungen ab. Die 12 Handelskammern des Landes seien nicht ausreichend für die Unternehmer des Landes und daher wolle man ihre Anzahl erhöhen auf etwa 28. Die momentan gültigen Gesetze erlaubten das aber nicht. Wenn es eine Struktur gebe, die eine entscheidende Rolle bei der schnellen und dauerhaften Wirtschaftsentwicklung Madagaskars spielen werde, dann seien das die Handelskammern. Man müsse aber sehen, daß die Ergebnisse der aktuell nach den alten Gesetzen funktionierenden Handelskammern nicht gerade ermutigend seien. 15. 1. Die Midi berichtet: "Gibt es einen Sektor, in dem die Korruption nicht existiert? Überall, wenn man Akten zu erledigen hat oder den administrativen Papierkrieg führen muß, ist die Korruption die Regel. Sonst ist es ein Kommen und Gehen, ein Hingehen und ein Rückkkehren und oft ein Zeitverlieren und Machtlosigkeit. Wer weiß nicht, daß Eile und die sofortige Erledigung mit hohem Preis zu zahlen sind bei jeder Etappe der Akte. Es ist so, daß man nicht vorher weiß, wieviel man blechen muß, weil in Zeiten von "Fahamarinana" und "Fahamasinana" die Verantwortlichen sich hüten, Zahlen zu nennen, wie zuvor. Aber sie nehmen... Sie nehmen ohne Scham viel mehr unter dem Tisch, als in der Vergangenheit. Ihre Praktik bereichere unglücklicherweise immer die Gespräche der Öffentlichkeit." Der Präsident der Republik sei sich der Ausmaße dieses Phänomens wohl bewußt, sonst würde er nicht die Einführung einer Struktur zur Bekämpfung der Korruption vorbereiten. Die Schlacht werde hart werden, denn das ganze soziale System sei auf allen Stufen von oben bis unten verdorben. Der Fakt, den Staatsbediensteten eine Vermögenserklärung aufzubürden, sei schon ein guter Anfang, aber es müßten sicherlich noch andere Maßnahmen ergriffen werden, die wirksamer und stärker seien, um dieses Übel zu beenden, denn hier seien, um genau zu sein, nur die hohen Sphären betroffen. Die Korruption sei so in den unteren sozialen Schichten verbreitet, daß man sich kaum noch davor retten könne. Sei nicht die Zeit gekommen, um hier zu säubern und in aller Stille Inspektoren einzuführen, die die schlimmen Praktiken in allen Verwaltungen kontrollierten, denunzierten und sanktionierten? Es sei sicher, daß, solange sich eine gewisse Ohnmächtigkeit gegen die Korruption zeige, diese sich weiter ausbreiten könne - mit dem doppelten Risiko, den Willen einer ganzen Nation abzustumpfen, der Armut zu entsteigen und die Hoffnung auf eine schnelle und dauerhafte Entwicklung auszulöschen. Die Führenden sind nun am Zug. 16. 1. Die Midi berichtet: Der Sitz des Senats solle von Anosykely bis zum Ende des Monats nach Analamahitsy verlegt werden. In Anosykely seien nicht ausreichend Räume vorhanden und die Lage sei so ungünstig, daß Verkehrslärm immer wieder störe. Sie seien nur 12 von 156 Abgeordneten, eine ganz kleine Minderheit in der maskulinen Masse. Das ist wahrlich eine wundersame Wandlung, die die Midi den Leuten verkauft. Es werden immer mehr Frauen - und wenn das so weitergeht, sind sie in der Überzahl. Für 2003 werde laut dem Minister für öffentliche Arbeiten anvisiert, 7000 km Straßen zu asphaltieren. 17. 1. Die Midi berichtet: Es seien 22 Minister ernannt worden, 5 davon neu. 5 der alten Minister, die bei den Wahlen Abgeordnetensitze errungen hatten, würden diese auch einnehmen. 17 von den 36 bisherigen Ministern seien wieder ernannt worden. Weniger als 10 der 22 Minister, sage man, seien Mitglieder bei der Partei Tiako i Madagasikara, was nicht den Resultaten der letzten Wahlen entspreche. Man habe nicht nach politischen Kriterien gewählt, sondern eher nach technischem Können. Das sei aber nicht schlecht, denn diese Regierung sei dazu aufgerufen, den Wiederaufbau Madagaskars wirksam zu leiten. Vor dem Gericht in Anosy seien gestern 11 Personen angklagt worden, darunter auch der ehemalige Gouverneur der Provinz Tamatave, der zu 5 Jahren Haft verurteilt worden sei. Während die Investoren warteten, daß die Verwaltungen ihre Dienste verbesserten, beschwerten sich andere darüber, daß ihr Vorhaben in Majunga blockiert werde, wo die Papiere zum Grunderwerb aus der Akte in den Büros verschwunden seien. Die Touristen, die für die nächsten großen Ferien angekündigt seien, müßten wohl noch warten, im Eden von Majunga leben zu können. Der Agro-Tourismus sei eine neue Form des Tourismus und es erstaune, daß ein Agrarland wie Madagaskar noch nicht den Versuch unternommen habe, diesen Zweig zu entwickeln. Das fragliche Terrain sei schon im September 2001 beantragt worden und alle Papiere seien Anfang 2002 fertig gewesen, nur der Gouvernuer habe noch seine Unterschrift geben müssen. Doch durch die Krise sei alles aufgeschoben worden und hernach sei die Akte schlicht verschwunden gewesen. Auch nach der Wiederbeschaffung seien erneut Dokumente aus der Akte verschwunden. Und nun erkläre plötzlich zur Überraschung aller ein Anlieger des fraglichen Geländes, ein Offizier von Beruf und also schon ein hoher Verantwortlicher in der Nähe des Gouverneurssitzes, daß ein Teil davon ihm gehöre. Die Begierde liege in dem Zugang begründet, für den der Projektierer schon mehrere hundert Millionen investiert habe. Der Präsident mit Sondervollmacht der Provinz habe bereits eine Befragung zu der Blockierung durchführen lassen. Der Vertreter der Weltbank in Madagaskar habe erklärt, daß die Verzögerung der Auszahlungen besonders in den Projekten begründet lägen und nicht am Hilfsgeber. Die Verzögerungen kämen im Allgemeinen durch die Komplexität und die Schwere der Prozeduren der Geldgeber. Etwa 600 Millionen Dollar seien noch nicht ausgezahlt, die 15 Projekte beträfen. 100 Millionen Dollar seien bereits ausgezahlt worden. Auf einen amerikanischen Diplomaten sei an seinem Wohnort in Ivandry ein Anschlag mit einer Granate verübt worden. 18. 1. Die Midi berichtet: In Ambohitsorohitra sei zum Beginn des neuen Jahres die jährlich stattfindede Gelöbnisfeier abgehalten worden. Das "moramora" müsse zugunsten der "Kultur der Anstrengung, der Leistung, der Qualität und des Erfolgs" abtreten. Die Botschaft des Präsidenten der Republik habe gestern nicht klarer sein können. Die Zeit sei gekommen, an die Zukunft zu denken und seine ganze Energie auf die schnelle und dauerhafte Entwicklung zu richten. Und zu diesem Ziel habe er sehr wichtige Maßnahmen angekündigt, wie wenn er zeigen wolle, daß er bereit sei, zum Äußersten zu gehen. Die Bankreserve der Zentralbank solle von aktuell 18% auf 12% gesenkt werden. Und der Leitzins (taux directeur de base) von 9% auf 7%. Das seien Entscheidungen, die vom privaten Sektor gut aufgenommen werden müßten. Sie müßten den Zugang der Unternehmen zu Krediten, speziell der kleinen und kleinsten Unternehmen, die von den Banken oft an den Rand gedrängt würden, verbessern. Mit hungrigem Magen gebe es keine Entwicklung, habe Ravalomanana gesagt. Und um diese Herausforderung anzunehmen, müsse das jährliche Wirtschaftswachstum jedes Jahr zwischen 8% und 10% liegen. Ravalomanana habe auch die Entwicklung des Lehrens der Sprachen im Unterricht, zusätzlich zur nationalen Sprache, hervorgehoben. Er habe die Zugehörigkeit Madagaskars zur Gemeinschaft der Frankophonie zugesichert. Aber die Madagassen würden sich auch anderen Kulturen öffnen und auch englisch lernen, die Sprache der Technologie und der Wirtschaft in der Welt. Zur Verdeutlichung für die Bevölkerung habe Ravalomanana gesagt: "Beenden Sie ab sofort die Praxis der Langsamkeit. Erstellen Sie nach den Normen und in der schnellstmöglichen Frist die offiziellen Dokumente, die die Bürger benötigen. Verlangen Sie kein Geld für Dienste, die gratis sein sollen." Und zum Schluß habe Ravalomanana noch eine Amnestie für Verurteilte zur Reduzierung deren Strafe angekündigt. 20. 1. Die Midi berichtet: Anläßlich des AGOA-Forums in Mauritius hätten amerikanische Investoren in einer Delegation von 30 Personen die Gelegenheit genutzt, mit dem Flugzeug der madagassischen Regierung von Mauritius nach Madagaskar mitzufliegen und sich verschiedene Unternehmen der Freihandelszone anzusehen. Eine Leiterin einer großen amerikanischen Textilgruppe habe sich besonders beeindruckt gezeigt von der Qualität der Arbeit, die die madagassischen Arbeiter leisteten. Es warte eine Firma auf die Genehmigung, die in Antananarivo operieren wolle und 4500 Arbeitsplätze schaffen wolle. 21. 1. Die Midi berichtet: Die Überschwemmungen seien keine Bedrohung mehr, sie seien da. Aufgrund der starken Regenfälle seit gut 10 Tagen seien die Flüsse Ikopa, Sisaony, Mamba und Varahana über ihre Ufer getreten und die Ebenen und Becken, die sie durchflössen, seien unter den Fluten verschwunden. 10 Tote und 400 Obdachlose seien Opfer der unaufhörlichen Regenfälle und der steigenden Fluten. Die Opfer seien durch einstürzende Häuser aus alten Ziegelsteinen entstanden oder durch einsinkende Erde und dadurch einstürzende Häuser. 22. 1. Die Midi berichtet: Ein Dammbruch des Mamba habe in Sabotsy-Namehana viele überrascht. 2000 Obdachlose hätten gerade das Nötigste retten können. Die Behörden appellierten, daß die Bewohner der gefährdeten Gebiete diese verließen. Insgesamt gebe es schon 4000 Obdachlose. Die madagassischen Arbeiter der Freihandelszonenunternehmen in Mauritius seien wenig beneidenswert und die madagassische Botschaft habe sich nicht gerade um diese Leute bemüht. Das Gehalt bei Einstellung sei 2100 Rupien (etwa 525.000 FMG) für die madagssischen Arbeiter, während der Mauritier 3000 Rupien (etwa 750.000 FMG) im ersten Jahr der Anstellung bekomme. Und die unterschiedliche Behandlung höre nicht mit dem Gehalt auf, da die Mauritier zusätzliche Vorteile, wie Gas, Nahrung und Wohnung bekämen, während die Madagassen wie Sklaven in Löchern zusammengepfercht seien. Ein 9m² großer Raum beherberge 4 Personen und diene auch als Küche, wie ein Madagasse erzählt habe. Und selbst die anderen ausländischen Arbeiter würden besser behandelt als die Madagassen. Bezüglich der chinesischen Arbeiter habe sich die chinesische Regierung für eine bessere Behandlung dieser eingesetzt und man habe erklärt, daß, wenn die Arbeiter nicht besser behandelt würden, würden sie vom mauritianischen Arbeitsmarkt wieder abgezogen. Die madagassischen Arbeiter hätten ein kompliziertes Familienleben. Den Frauen von Familienvätern werde eine Einstellung verweigert und so könne man sich nur ein Mal im Jahr sehen. Wenn man seine Familie holen wolle, so gehe das auf eigene Kosten und dürfe eine Dauer von einem Monat nicht übersteigen. Wenn das keine Sklaverei sei - diese Einmischung in das Intimleben der Arbeiter sehe sehr danach aus. Wenn der Familienvater nach Madagaskar reisen wolle, dann habe er nur alle 3 Jahre das Recht, das zu tun. Aber aktuell schöpften die madagassischen Arbeiter Hoffnung, denn der neue madagassische Botschafter habe sich schon ein Freihandelsunternehmen angesehen und madagssische Arbeiter zu ihrer Situation befragt. Bei 13,5% liege die Inflation für 2002 und für diesen Januar werde eine Preissteiegerung von 0,3% vorhergesagt und 0,4% für Februar. 24. 1. Die Midi berichtet: Ravelojaona Edouard Razafimanantena, Forscher auf dem Gebiet der Physik, habe einen neuen Motor erfunden, der 2 Mal weniger koste, als ein herkömmlicher Motor und dessen Verbrauch zwischen 1 und 15% geringer sein könne. Zur Zeit sei der Mann dabei, einen Prototyoen herzustellen, was aber teuer sei, da viele Versuche für die endgültige Lösung nötig seien. Das Prinzip des Motors, den der Erfinder R.R-Motor genannt habe, vermeide gewisse Hauptnachteile des klassischen Motors, der nur über eine schwache Leistung verfüge, da er viele Verluste durch Reibung der Teile habe. Der R.R-Motor transformiere die Kolbenbewegung in eine rotierende Bewegung mittels Pleuel und Kurbelwelle. Dieser neue Viertaktmotor habe einen kreisförmigen oder rechteckigen Kolben, der eine oszillatorische Bewegung erlaube. Durch das Weglassen der Einheit Pleuel/Kurbelwelle komme man zu einer maximalen Verdichtung. Da aber das Kapital fehle, rechne der Erfinder erst in 2 Jahren mit der Fertigstellung seines Prottyps. Wenn die madagassische Regierung sich nicht für seine Erfindung interessiere, werde er anderswo suchen. Bilanz des Hochwassers: 25.555 Obdachlose und 16 Tote in ganz Madagaskar. Die Straßen seien am meisten betroffen, wobei es Erdrutsche gebe und auch Brücken seien betroffen. In den letzten beiden Tagen habe der Regen nachgelassen und der Wasserpegel sei schon wieder zurückgegangen. Bei der Straßenverbindung zwischen Tamatave und Tana müsse man 11 km zu Fuß zurücklegen, da man die Strecke zwischen 2 für Autos unpassierbaren Stellen überwinden müsse. 25. 1. Die Midi berichtet: Sylla habe gestern im Palast von Tsimbazaza erklärt, daß ein Gesetz zur Bekämpfung der Korruption in Vorbereitung sei. Die entsprechenden begleitenden Maßnahmen müßten systematische Untersuchungen und Befragungen durch die Gerichttsbarkeit sein. Die Polizei müßte eine Polizei der Nähe in den Städten sein und auf dem Land eine Sicherheit gewährende. Die Kontrollorgane müßten verstärkt werden und Transparenz in der zu verbessernden Verwaltung müsse eingeführt werden. 27. 1. Die Midi berichtet: Ravalomanana habe nach einem Treffen mit einer 7köpfigen Delegation der AU in Ambohitsorohitra gesagt, daß es die afrikanische Union gewesen sei, die letztes Jahr Madagaskar aus seinen Reihen ausgeschlossen habe. Nun würde man sie aufrufen, auf ihre Entscheidung zurückzukommen. Es sei Zeit, daß Madagaskar seinen Platz zurückerhalte. Da ist nun fraglich, wozu Madagskar bei diesem korrupten Haufen dabeisein muß! Vertreter des Handels hätten bekundet, daß die Nachfrage weiter sehr schwach sei. Madagaskar sei Ehrengast beim Salon der aufstrebenden Länder ema invest in der Schweiz. Eine starke Delegation des Landes, angeführt von Präsident Ravalomanana, habe gestern das Land verlassen, um an dieser hauptsächlich wirtschaftlichen Veranstaltung teilzunehmen. Madagaskar sei ein neuer Spieler auf dem Markt. Das sei außerdem Thema einer Konferenz, die morgen in Genf stattfinde, deren Präsidentschaft Ravalomanana innehabe. Eine Konferenz, die erlauben werde, die ruhige Situation, die aktuell im Land herrsche, darzustellen und besonders die guten Investitionsaussichten in Madagaskar, einem Land, dem man seine immensen Potentiale zugute halte. Potentiale, die möglicherweise die Investoren, die diesen Salon besuchen würden, interessierten. Zahlreiche Projekte würden präsentiert, um direkt finanziert zu werden oder um Verhandlungen über Partnerschaften führen zu können. Es existiere in der Schweiz eine Überliquidität, die die schweizer Investoren nicht nutzen könnten und von denen die aufstrebenden Länder großen Gewinn haben könnten, die an diesem Salon teilnähmen, habe ein madagassischer Teilnehmer erklärt. 28. 1. Die Midi berichtet: Der Ministerrat habe vorgestern für die Provinzen Fianarantsoa, Majunga, Tulear und Diego neue Präsidenten mit Sondervollmacht ernannt, wobei 3 davon Militärs seien. Aus einer gut informierten Quelle um den Kreis des Präsidenten sei durchgesickert, daß eine Gruppe von 60 Personen ausfindig gemacht worden sei, die die Absicht gehabt hätten, Unruhe zu stiften und Sabotage zu betreiben, um das Regime zu destabilisieren. Die Personen seien gar bereit, das Leben des Präsidenten zu bedrohen. Die Behörden seien dabei, Untersuchungen durchzuführen. Die Nominierung von Militärs an der Spitze von 3 Provinzen sei wohl kein Zufall. Ungeachtet der erhöhten Gehälter seien die Arbeiter diese Woche darauf fixiert, ob sich durch die neuen steuerlichen Verfügungen, die unter anderem vorsähen, auch die Gewinnsteuern der Unternehmen zu senken, Gewinne für sie ergäben. Die Besteuerungsrate für die Firmengewinne werde von 35% auf 30% gesenkt. Andererseits seien die Voraussagen für diese Steuern rückläufig von 2002 431 Milliarden FMG auf 213 Milliarden für 2003. 29. 1. Die Midi berichtet: Der Besuch des Präsidenten in Europa stehe unter dem Zeichen des Glaubens, da er als erstes eine Kirchengemeinde in Genf besucht habe. In das goldene Buch der Kirche habe er geschrieben: "Der Glaube kann Berge versetzen." "Der Glaube ist mein Leben.", soll er auch gesagt haben. Die Preise des Zement verhielten sich nicht so, wie man es erwarten würde. Der Preis für einen Sack CP35 sei bei einem Laden in Andravoahangy, der den Ruf habe, den niedrigsten Preis in der Stadt zu haben, bei 47.000 FMG. Im Durchschnitt sei der Preisrückgang 1500 FMG pro Sack, etwa 3%. Im Vergleich zum letzten Jahr seien die Preise aber um 25% gestiegen. Warum sei der Rückgang so klein, schon symbolisch nennbar, ausgefallen. Die Händler fragten sich, warum der Zement in Madagaskar so teuer sei, wo man doch hier mit die niedrigsten Lohnkosten habe. Aber selbst importierter Zement sei ähnlich teuer, während doch in Tamatave eine Tonne etwa 70$ koste, also etwa 455.000 FMG zum aktuellen Tauschkurs. Was für einen Sack 22.750 FMG ausmachen würde - ohne Zoll, Steuern, Hafengebühren, Lagerkosten, Transportkosten und so weiter. Sei ein Preis von 47.000 FMG angebracht oder sei da einfach eine sehr hohe Gewinnspanne. Jedenfalls passe die Suche des maximalen Profits des wirtschaftlichen Liberalismus nicht zum Wunsch des Präsidenten. Die Zoll-Generaldirektion habe beschlossen, die Abläufe beim Zoll zu vereinfachen, um die Waren aus den Häfen und Flughäfen herauszubringen. Die Entscheidung sei ab dem 13. Februar gültig. Eine Änderung sei die Einteilung in zwei Kategorien, Handelswaren und Nichthandelswaren. Handelswaren oder als solche betrachtete müßten nach einem bestimmten Prozeß verzollt werden, den nur ein zugelassener Transitaire machen könne. In Artikel 3 werde bestimmt, daß die Nichthandelswaren, die Privatleuten gehörten, besonders normale Autos und persönliche Sachen, einer Befreiung unterlägen und mit einem vom Eigentümer auszufüllenden Zollformular, das direkt informationstechnisch aufgenommen werde, ausgelöst werden könnten. Die eventuelle Zahlung einer Gebühr oder Steuer werde an der Kasse gegen Ausstellung einer vorschriftsmäßigen Quittung vorgenommen. Für 2002 seien die geplanten Zolleinnahmen von 951,7 Milliarden FMG mit 1041,6 Milliarden FMG übertroffen worden, was hauptsächlich an den unternommenen Anstrengungen gegen die Korruption gelegen habe. Für dieses Jahr lägen die Planungen bei 1618,8 Milliarden FMG. Die Vereinfachung der Prozeduren werde sicher freudig begrüßt, wo doch die Zolldienste als einer der Faktoren für das Blockieren des internationalen Warenaustauschs mit Madagaskar betrachtet worden seien. 30. 1. Die Midi berichtet: Ionisierung der Erde für unsere Straßen? Die Provinz Antananarivo teste gerade bei einem Straßenabschnitt, der wiederhergestellt werden solle, das Produkt Conaid Cbr+, das aus Südafrika importiert worden sei. Die Methode, die in den 70ern von Chemikern entwickelt worden sei, nenne sich Ionisation der Erde und nutze ein elekrochemisches Produkt, welches mit der Erde vermischt werde und eine chemische Reaktion nach sich ziehe, welche die Verhärtung dieser vorzüglichen Decke bewirke. Die Schicht habe anschließend eine Dicke von 15 bis 20 cm und habe danach eine erhöhte Dichtigkeit und Festigkeit, die eine höhere Haltbarkeit habe als die traditionellen Konstruktionen, wie die Asphaltierung. Trotzdem seien die Kosten laut einem Spezialisten deutlich geringer. 50 Millionen FMG seien ausreichend, einen Kilometer zu erstellen, wogegen ein Kilometer mit der bis dato genutzten Methode 1 Milliarde FMG koste. Der Zustand der Decke halte Jahrzehnte, es gebe keinen Schlamm und der Staub werde zu 80% eliminiert. Und die Straße könne schon Stunden nach der Bearbeitung benutzt werden. 31. 1. Die Midi berichtet: Der Präsident mit Sondervollmacht der Provinz Fianarantsoa, der ersetzt worden ist, wolle seinen Stuhl nicht räumen und berufe sich auf seine Legitimierung des Volkes. Eine 28köpfige Delegation seiner Anhänger sei nach Tana geilt und habe eine Pressekonferenz gegeben. Gemäß glaubwürdigen Quellen habe man gestern und vorgestern Ordnungskräfte nach Fianarantsoa verlegt. Die Frage sei, welche Rolle sie dort spielen sollten. Letzten Sonntag, als er nach Europa abgeflogen sei, habe Ravalomanana in Nairobi einen Zwischenstopp eingelegt und habe dort Repräsentanten des Staates getroffen. Laut "JIR" habe er über die Rolle der Kirche in Afrika gesprochen und er habe den friedlichen Übergang mit der Wahl des neuen Präsidenten Mwai Kibaki in Kenia begrüßt. Andere von jener Zeitung zitierte Erklärungen: "Die afrikanischen Staatschefs müssen die Globalisierung akzeptieren und ihr folgen, denn das ist das einzige Mittel, um eine neue Entwicklung auf dem Kontinent voranzubringen." Da ist der gute Mann leider auf dem Holzweg. Kritische Stimmen dazu sind im Internet ausreichend zu finden. "Wir brauchen solide Partner, mit denen wir zusammenarbeiten." Das habe Ravalomanana immer gegenüber politischen Verantwortlichen oder Wirtschaftsvertretern erklärt, sei es in der Schweiz oder in Deutschland. Nachdem die deutschen Unternehmer die Worte Ravalomananas gehört hätten, hätten sie versprochen, zu kommen. Als Vorzeichen einer schnellen Entwicklung habe die madagassische Delegation ihren Aufenthalt in München gestartet, wo man den Giganten für Geldscheindruck besucht habe, Giesecke und Devrient. Die zweite Fabrik, die die Delegation besucht habe, sei der andere deutsche Gigant der Solidität und Qualität, das deutsche Unternehmen zur Autoherstellung "BMW". Der Firmenchef Panke habe den praktischen Sinn des madagassischen Staatschefs zu würdigen gewußt. Sie seien froh, festzustellen, daß Ravalomanana gleichfalls Unternehmenschef sei, denn es bestehe eine Ähnlichkeit zwischen einem Staatspräsidenten und einem Unternehmenschef, da sie aufgerufen seien, den Verantwortlichen den Kurs vorzugeben und sie anzureizen. Vorgestern mittag habe Ravalomanana ein Arbeitsessen mit Dr. Günter Beckstein gehabt. Gestern Morgen habe die Präsidentendelegation eine Sitzung mit der Industrie- und Handelskammer München gehabt, ein Treffen einer Wichtigkeit ersten Ranges, da es der madagssischen Seite erlaubt habe, die deutschen Unternehmer über Wirtschaftsumfeld in Madagaskar zu informieren. Bei dieser Gelegenheit habe Dr. Kaub, ein deutscher Unternehmer, der sich auf den Tourismus spezialisiert habe, erklärt, daß man nach den Worten Ravalomananas über die Aufhebung der Schwere der Verwaltung und der Korruption nun bereit sei in kürzester Frist auf die große Insel. Nach München begebe sich Ravalomanana mit seiner Delegation nach Berlin, wo ein Treffen mit dem Präsidenten Johannes Rau vorgesehen sei. Nach dem Zyklon Fari gebe es wieder 495 neue Obdachlose, viel Land sei überschwemmt und 117 Häuser seien zerstört. Der Zyklon habe seinen Weg in südwestlicher Richtung über Nosy Varika, wo er großen Schaden angerichtet habe, genommen. 1. 2. Die Midi berichtet: In Tamatave gebe es keine Straßensperren, aber es gebe Kontrollpunkte auf der RN2 am Eingang und am Ausgang zur Stadt. Jedenfalls sei man nach der Ankündigung einer eventuellen Ankunft von 60 Söldnern alarmiert gewesen. Ein Sicherheits-Spezialtrupp sei am Hafen von Tamatave stationiert worden und am Flughafen von Ambalamanasa, der noch immer für Auslandsflüge gesperrt sei, seien permanent Reservisten stationiert. In der Summe seien alle Zugänge gut bewacht. Ausländer seien Objekt von systematischen Kontrollen ihrer Papiere, selbst in der Stadt. Ein Verantwortlicher der Ordnungskräfte habe erklärt, das sei, um zu überprüfen, daß die Söldner sich nicht als Touristen tarnten. Gleichsam sei eine systematische Kontrolle Teil der angekündigten Maßnahmen des Verteidigungsministers. Vorbeugen wäre besser als heilen, wie der Minister gesagt habe. Deshalb habe er auch die Plazierung von Panzerfahrzeugen in Ambohitsorohitra und Iavoloha und die speziellen Sicherheitsvorkehrungen während des Abflugs von Ravalomanana gerechtfertigt. Das sei dann auf Grund von aus Südafrika und Europa stammenden Auskünften erfolgt, nach denen ein Schlag gegen die öffentliche Ordnung und die nationale Souveränität geführt werden sollten. Die Hälfte der Söldner sei bereits vor Ort, und die andere Hälfte sei dabei, zu kommen. Durchsuchungen bei verdächtigen Personen seien bereits im Gange. Allerdings sei noch keine einzige Verhaftung erfolgt. Der wichtigste Moment des ersten offiziellen Besuchs des Präsidenten der Republik sei unbestreitbar gestern der Empfang durch den Präsidenten der Bundesrepublik Deutschland, Johannes Rau, im Schloß Bellevue. Eine erste Unterhaltung lasse gute Perspektiven für die Beziehungen zwischen Madagaskar und Deutschland prophezeien, da sie zur Unterschrift von 2 Verträgen zwischen den beiden Ländern geführt habe, von denen der erste den Erlaß von Schulden über 20,25 Millionen Euro gegenüber der BRD betreffe. Der zweite Vertrag betreffe die neue Finanzierung von Umweltprojekten mit einem Betrag von über 10 Millionen Euro. Um 10:20 Uhr gestern Morgen, so wie es im Programm der madagassischen Delegation ausgewiesen gewesen sei, sei das offizielle Gefolge mit Eskorte vom Kempinski Hotel Bristol zum Schloß Bellevue gefahren, dabei eine kleine Störung des Berliner Verkehrs verursachend, wobei die Polizei mit erstaunlicher Präzision alle Kreuzungen, wo der Troß durchgekommen sei, gesichert habe. Im Dezember 2002 seien in der Region Antananarivo 656 neue Unternehmen gegründet worden, wobei 94% davon auf die Kernstadt entfielen. 66,8% weniger hätten die Unternehmen der Freihandelszone 2002 im Vergleich zum Jahr 2001 produziert. 3. 2. Die Midi berichtet: Die Einweihung der Botschaft in Berlin sei Anlaß gewesen für Ravalomanana, sich zum Fall des PmS von Fianarantsoa zu erklären. Er habe gemeint, man könne den Fall durch den Dialog lösen. Aber das Nichtakzeptieren einer Entscheidung könne auch als blockierender Faktor für die wirtschaftliche Entwicklung betrachtet werden. In gewissen Punkten hätten sie (die Madagassen) ihre Mentalität zu ändern, damit das Volk und alle Verantwortlichen sich primär an die Aktionen zur Entwicklung anhängten. Nach der Ankündigung der Ankunft Ravalomananas in Berlin sei die madagassische Gemeinde nach Berlin gekommen, um den Präsidenten zu treffen. Aber auch einem bestimmten Grund sei man in Massen gekommen, nämlich um sich über das Verhalten des Botschafters zu beschweren und seinen Austausch zu verlangen. Der Preis für Reis sei auf 3050 FMG pro kg gestiegen und die kleinen Händler erwarteten jede Woche eine weitere Verteuerung um 50 bis 100 FMG. Sollten weitere Zyklone die große Insel überqueren, dann wäre die Situation sehr beunruhigend. Die ersten Reisernten seien schon wegen der starken Regenfälle verloren. In einer viertelseitigen Anzeige gibt eine Firma bekannt, daß man jetzt das erste Labor (Machine Frontier F 370) für Abzüge von digitalen Fotos anbiete. 4. 2. Die Midi berichtet: Die Delegation der Unternehmer, die bei jeder Auslandsreise dort die Realitäten sehe, beginne, die wahren Einsätze der Globalisierung zu begreifen und die neue Vision, von der Ravalomanana wolle, daß sie sie guthießen. Mit den "Großen" zu arbeiten bedeute also für Madagaskar, mit größter Überlegung seine lokalen Produkte zu behandeln und die internationalen Normen zu beachten und die menschlichen Ressourcen so auszubilden, daß sie auch dem geforderten Rhytmus folgen könnten. 600 Bauern kultivierten zur Zeit Kaffee der Sorte Arabica in der Provinz Antananarivo und im Jahr erreiche die Produktion eine Menge von 24 Tonnen. Eine Höhe zwischen 1000 und 1500 m begünstige die Pflanzung der Sorte Arabica. Sein Anbau benötige eine fruchtbare Erde, woher auch der erfolgreiche Anbau in der vukanischen Region von Itasy herrühre. Aber unabhängig von der Erde sei auch ein schattiger und windfreier Ort empfehlenswert. In der Provinz sei ein Markt von 5000 Tonnen, aber die Produktion der 600 Anbauer reiche bei weitem nicht aus. Dieser Kaffee werde von den industriellen Aufkäufern zu 10.000 FMG pro kg aufgekauft, im Vergleich zu den 2000 FMG pro kg der an den Küsten angebauten Sorte Robusta. Am 15. Januar sei der letzte Container mit Litschis auf dem europäischen Markt angekommen. Der Markt sei überlaufen, denn in Deutschland und in Belgien hätten die letzten angekommenen Früchte mit den Früchten aus Südafrika konkurrieren müssen. Das führe dann zu sinkenden Preisen. Die Großhändler hätten ihre Einkäufe auf die südafrikanischen Früchte verlegt, da diese der Qualität der madagassischen Früchte überwiegend überlegen seien. Die Großhändler, die mit madagassischen Früchten handelten, verkauften die Früchte mittelmäßiger Qualität zu niedrigen Preisen oder akzeptierten nur einwandfreie Lieferungen. Unter diesen Bedingungen brauche man erneut nur auf finanzielle Streitigkeiten zu warten. Und das lasse nichts Gutes für die nächste Kampagne erwarten. In Antalaha warteten 16 Lastwagen mit 95 Tonnen Vanille, um nach Vohemar und Sambava abzufahren und von dort auf den Seeweg zu gehen. Man habe schon eine Woche Verspätung und das ziehe im internationalen Handel Konventionalstrafen nach sich. Angesichts eines solchen Unheils hätten einige Unternehmer beschlossen, zusammenzulegen, um die Strecke zwischen Antalaha und Sambava befahrbar zu machen, denn bei dem jetzigen Zustand riskiere man ein Steckenbleiben der Lastwagen. Vor dem mehr und mehr sich vergrößernden Problem der Unsicherheit, speziell den Angriffen auf Vanille-Konvois, könten die Unternehmer den Versuch aber nicht wagen. Man müsse also weitere Tage warten und sich die Frage stellen, ob es nicht eine andere Lösung gebe. Die Antwort wäre, das Doppelte zu zahlen und mit dem Boot nach Tamatave zu verfrachten. Ideal wäre es aber, alles nach Tana zu befördern, wo es einfacher sei, diese Ladung zu verteilen, die für New York, aber auch für Hamburg und Japan vorgesehen sei. Da aber auf dem Flugplatz von Antsirambato keine großen Flugzeuge landen könnten werde das unmöglich. 5. 2. Die Midi berichtet: Bezüglich des Falls des PmS in Fianarantsoa, der seinen Platz nicht habe räumen wollen, habe der Präsident ein klares Wort gesprochen. Der Staat werde auf die im Ministerrat getroffene Entscheidung nicht zurückkommen. 42 km Trekking in der Gegend von Miandrivazo, 160 km mit der Piroge auf dem Tsiribihina und 120 km mit dem Fahhrad von Tsimafana nach Morondava, das sei die Herausforderung, die vom 6. bis zum 21. Oktober auf 31 Mannschaften beim Lakana Raid 2003 warte. 6. 2. Die Midi berichtet: In Tamatave habe man mit Hilfe notierter Geldscheinnummern einen Verantwortlichen des Gefängnisses und einen Richter der Korruption überführen können. DGIDIE (Geheimdienst) und Justizinspektoren hätten im Schulterschluß in aller Verschwiegenheit eng zusammengearbeitet und hätten sich Nase an Nase mit der lokalen Eingreiftruppe der Polizei widergefunden. Ravalomanana sei, nachdem er von der Größe des Hafens in Bremerhaven beeindruckt gewesen sei, einen Tag nach der Rückkehr nach Madagaskar den Hafen von Tamatave besucht und dessen Modernisierung angekündigt. "Wir müssen künftig unsere Arbeitsauffassung ändern, man darf sich nicht mehr mit Reden begnügen und nach dem Essen voneinander scheiden, man muß Ergebnisse heute erreichen." Und man habe auch gleich vor Ort die Zusage von der Weltbank über die Finanzierung des Projekts erhalten. Die Mieter der 70 Geschäfte der Arkaden (Rue de l´Independance) müssten nun den Regeln folgen, die man von der Stadtteilverwaltung aufstelle. Alle Handelswaren hätten sich im Innern der Geschäft zu befinden und nicht davor. Die Arkaden seien ein Ort zum Flanieren und die Promenierenden dürften nicht durch irgendein Hindernis, weder durch Waren noch durch Gitter, behindert werden, habe ein Vertreter der Stadtteilverwaltung gesagt. Ravalomanana in Europa: Eine hauptsächlich wirtschaftliche Mission. Beim Auftanken bei der zweiten Zwischenlandung in Kairo sei zu einem unvorhergesehenen Zwischenfall gekommen, da man als Bezahlung keine Euros habe akzeptieren wollen und auf dem Umtausch des Geldes bestanden habe, wodurch es zu einer Verzögerung von einigen Minuten gekommen sei. In Genf im Hotel habe Ravalomanana nach einer Sitzung mit den mitgereisten Ministern die 11 mitgereisten Journalisten zusammengerufen, um ihnen in freundschaftlichem Ton zu raten, daß sie ihre Arbeit professionell machen sollten, da sie eine wichtige Rolle bei der Entwicklung des Landes hätten und um sie anschließend zur Verköstigung eines Sortiments Schweizer Schokolade einzuladen. 7. 2. Die Midi berichtet: Mehr und mehr rede man im Milieu der Geschäftsleute von einer Unterfakturierung bei Importen. Diese Praktik habe sich Ende der 80er Jahre, beim Beginn der Liberalisierung angekündigt. Und sie komme bei jedem Regimewechsel mit Macht zurück. Es sei nicht so, daß man Importe stoppen sollte, nein weit gefehlt. Die Importe seien nötig, damit ihre (die madagassischen) Industriellen veranlasst wären, sich zu verbessern und mehr konkurrenzfähig zu sein. Es sei daran zu eriner, daß die aufgedeckten Unterfakturierungen 2001 50 Milliarden FMG erreicht hätten. Noch nie habe es eine Periode gegeben, in der das Leben so schwer gewesen sei, habe eine Familienmutter gesagt, nachdem sie sich gerade einen Sack Holzkohle zu 45.000 FMG besorgt habe. Der Preis dieser primären Energiequelle der Mehrheit der Haushalte von Tana bewege sich aktuell zwischen 35.000 und 45.000 FMG. Laut einem Händler sei das auf starke Regenfälle zurückzuführen, die in den letzten Wochen über dem Land niedergeangen seien. Die Pisten, die zu den Hauptstraßen führen, seien beschädigt und der Transport auf die Hauptmärkte der Köhler gestalte sich schwierig. Die Transporteure erhöhten ihre Kosten und die Händler gäben diese an die Kunden weiter. Die Hausfrauen müßten mit den Preisen der Produkte für den Grundbedarf scharf rechnen, wobei der Reis schon die 3000 FMG pro kg erreicht habe. Hinzu komme der Preis für für Holzkohle, ohne von den Kosten der Elektrizität zu reden. Tatsächlich erhöhe sich die Rechnung der Jirama jeden Monat und man wisse nicht, warum. Wieviel Zeit brauche es noch, bevor sich die Situation bessere? Madagaskar - München: Kooperation unter mehreren Aspekten. Mit dem symbolisch zu betrachtenden Besuch von Giesecke & Devrient, einem der führenden europäischen Unternehmen für Geldscheindruck, habe der Besuch der Präsidentendelegation in München begonnen. Die Firma sei schon vor 150 Jahren gegründet worden, habe heute eine starke internationale Orientierung und besitze Unternehmen und Joint-Ventures in Argentinien, Australien, Belgien, Brasilien, China, Deutschland, Griechenland, Großbritannien, Kanada, Mexiko, Rußland, Singapur, Spanien, Südafrika, Türkei und den USA. Bei der Vorstellung der Firma auf der Leinwand seien alle Länder, in denen man vertreten ist, mit einem roten Punkt gekennzeichnet gewesen. "Ich hoffe, daß Madagaskar eines Tages auch durch diesen roten Punkt markiert wird." Habe Ravalomanana erklärt, um seinen Willen zu zeigen, mit dieser Firma zusammenzuarbeiten. Auch bei BMW habe Ravalomanana seiner Bereitschaft Ausdruck verliehen, mit dieser Firma zusammenzuarbeiten, die sich, wie das deutsche Volk, sehr fordernd auf Seiten der Qualität und der Solidität zeige. Der Präsident habe bei diesem Anlaß angesprochen, daß man möglicherweise 50 bis 100 BMW-Motorräder bestellen werde, die für die städtische Sicherheit gedacht seien. Anschließend habe ein Treffen mit Dr. Günter Beckstein bei einem Abendessen angestanden, wo man besonders alle wirtschaftlichen und technischen Kooperationsmöglichkeiten besprochen habe. Am Donnerstag habe er dann den bayerischen Minister Otto Wiesheu zum Frühstück empfangen, um anschließend zur Industrie- und Handelskammer zu fahren. Der madagassische Botschafter in Deutschland habe dort die Vorteile präsentiert, um in Madagaskar zu investieren und welche Potentiale das land besitze. Die Worte des Botschafters auf deutsch seien gut aufgenommen worden von den Anwesenden, unter denen Vertreter verschiedener Bereiche, wie dem Tourismus, der neuen Energien und der Lebensmittel gewesen seien. Die gestellten Fragen hätten sich besonders um die Sicherheit der Investitionen und den Grundbesitz gedreht. Ravalomanana habe mehrere male interveniert und den potentiellen deutschen Investoren versichert, daß Madagaskar künftig alle Maßnahmen treffen werde, um die Arbeit der Unternehmer zu erleichtern. Nach dieser Versammlung habe Ravalomanana dann mit dem Präsidenten der Industrie- und Handelskammer, Claus Hippe gesprochen. In der Halle seien die Gespräche und Diskussionen sehr ertragreich gewesen durch einen Informationsaustausch zwischen den deutschen Unternehmern und den Mitgliedern der madagassischen Delegation. Nach dem Essen habe man sich zur Brauerei Spaten-Franziskaner Bräu begeben, die aktuell mit dem anderen großen Namen des Bieres in Deutschland fusioniert worden sei, der Löwenbräu AG. Werde in Madagaskar eine zweite Brauerei den Tag sehen? 8. 2. Die Midi berichtet: Gemäß gut informierter Quelle seien in Paris in der madagassischen Botschaft 8 Beamte abberufen worden, die durch andere Beamte des Außenministeriums ersetzt werden sollen. Zwischenzeitlich seien weitere Personen im Einvernehmen mit dem Präsidenten der Republik nominiert worden. Da wird es aber Zeit, daß in Falkensee kompetente Leute eingesetzt werden, wo doch die Priorität der Europareise in Deutschland gewesen ist. 7 amerikanische Küstenwachtschiffe seien in Diego Suarez angekommen, die von der amerikanischen Regierung für die Durchführung von Patrouillen zur Verfügung gestellt worden seien. Jedes der Schiffe sei 13,45 m lang, habe eine Breite von 3,86 m und eine Höhe von 4,04 m, das Leergewicht betrage 16 Tonnen und voll geladen seien es 17,46 Tonnen. 10. 2. Die Midi berichtet: Bei der Messe Muba Plus 2003, die in Basel vom 14. - 23. Februar stattfinde, hätten sich auch 24 madagassische Aussteller angemeldet, die bereits 90 Tonnen Waren dazu auf den Weg gebracht hätten. 800 m² Standfläche seien für Madagaskar reserviert. Auf der Messe versammelten sich über 1000 Aussteller und es würden mehr als 500.000 Touristen erwartet. Laut einem Verantwortlichen aus dem Ministerium für Industriealisierun, Handel und Entwicklung des privaten Sektors werde es keine Reisknappheit geben, da es noch für 2 Monate Vorräte gebe. Die Ankündigung der endgültigen Schließung der Akte der Privatisierung der Telecom Malagasy sei vor dem Ende des Jahres 2002 datiert gewesen. Inzwischen sei man schon über einen Monat darüber hinaus, und die angekündigten Maßnahmen ließen, zum Nachteil der vom aktuellen Regime gepredigten schnellen Entwicklung, auf sich warten. "Die Telekommunikation spielt eine wichtige Rolle für die wirtschaftliche Entwicklung und die Investitionsentscheidungen auf Seite der großen ausländischen Gruppen hängen zum großen Teil von deren Kosten ab, denn die Kosten der Telekommunikation wiegen schwer bei den Unternehmen." habe ein lokaler Unternehmer, der auf die Investitionsentscheidung eines ausländischen Partners warte, gesagt. Tatsächlich, außer den Kosten der Energie, die noch doppelt so hoch sei, wie auf der Insel Mauritius, seien auch die Kosten der Telekomunikation ein Faktor zur Entscheidung für eine Investition. Man erwarte von der Privatisierung der Telma eine Reduzierung der Telekommunikationskosten sowie eine Verbesserung des Service. Die letzte Neuigkeit datiere vom letzten Dezember, als zwei der hauptbeteiligten Minister eine Mission nach Indien geführt habe, um bei Disatcom, der Telma vorläufig zugesprochen worden sei, vor Ort die Ausmaße des Unternehmens zu inspizieren. Die beiden Minister hätten sich zufrieden über die finanzielle Lage und die Seriosität des Unternehmens geäußert. Ende Dezember habe die Firma Sendlinge geschickt, um mit der madagassischen Regierung über den Abtretungsvertrag zu verhandeln. Zwischenzeitlich habe France Telecom, die Inhaberin von 34% der Aktien von Telma sei, bei Gericht Beschwerde eingelegt, da es bei der Zuteilung zugunsten von Distacom unregelmäßigkeiten gegeben habe. Wahrscheinlich sei es dieses Vorgehen von France Telecom, das den Abschluß der Akte verhindere. Schon seit langem sei es für die durchschnittlichen Madagassen immer schwieriger, eine anständige Wohnung zu finden. Mit dem mehr und mehr irrsinnigen Steigen der Mieten in der Hauptstadt, aber auch in den anderen großen Städten, habe man den Eindruck, sein ganzes Monatseinkommen dem Vermieter zu geben. Nur ein sehr kleiner Prozentsatz der Bewohner von Tana sei auch Eigentümer seiner Wohnung. Das Gesetz von Angebot und Nachfrage mit den steigenden Mieten sei schnell zur Realität für den Durchnittsbürger geworden. Erstes Kriterium der Steigerung seien die Handelsgesellschaften, die Banken, Restaurants, große Geschäfte, Büros und öffentliche Einrichtungen in Zentrumsnähe. Ein Zimmer in einem akzeptablen Zustand koste leicht 500.000 FMG und eine Zweizimmerwohnung im Zentrum oder in der Nähe etwa 750.000 FMG. Häuser würden nicht unter 2 Millionen FMG vermietet, entsprechend der Anzahl der Zimmer, der Wohnfläche und der Qualität des Objekts. In einer viertelseitigen Anzeige wird das Eintreffen von Importzement gemäß den internationalen Normen, 20% billiger als die Anderen, bekanntgegeben, unschlagbare Preise von 42.500 FMG pro Sack, Lieferung gratis. 11. 2. Die Midi berichtet: Die Welt-Vanilleproduktion liege bei 2000 Tonnen, wobei fast die Hälfte aus madagassischen Pflanzungen komme, womit Madagaskar auf dem ersten Platz in der Welt stehe. 1998 habe die Produktion bei 1100 Tonnen gelegen, was 5500 Tonnen grüner Vanille bei der Ernte entspreche. Vanillin oder chemische Vanille erreiche eine weltweite Produktion von 5000 Tonnen. Diese Fakten bräuchten aber Madagaskar nicht beunruhigen, da man die beste Vanille besitze, die man Bourbon nenne. Der Name komme von Réunion, wo ein gewisser Edmond Albius die künstliche Befruchtung der Vanillepflanze entdeckt habe. In der Folge des Zyklons Huda, der 2000 die ganze Vanilleregion verwüstet habe, seien die Vanilleexporte von Indonesien und den Komoren gesunken. Die einzige Erklärung finde sich in folgender Annahme: Die Vanille der Komoren beziehe ihren Großteil der Produktion von madagassischen Pflanzungen, während Indonesien, das offiziell keine madagassische Vanille importiere, den Ruf seiner Vanille dem geschickten Mischen mit madagassischer Vanille verdanke, die über Singapur eingeführt werde. Die deutschen Unternehmer seien sehr schnell in der Ausführung ihrer Arbeit. Sie hätten versprochen, nach Madagaskar zu kommen und seien schon da. Laut präsidentennaher Quelle seien Repräsentanten der deutschen Firma Giesecke & Devrient in die Hauptstadt gekommen, um erste Kontakte zu knüpfen. Außerdem würden weitere deutsche Unternehmer in Tana erwartet. Unter ihnen seien Vertreter der Eurogate Container aus Bremerhaven, die Ravalomanana auch besucht habe. Ein Ankommen, das mit der Entscheidung, den Hafen von Tamatave mit Hilfe der Weltbank zu modernisieren, zusammenfalle. 12. 2. Die Midi berichtet: Die USA könnten helfen, die Küste der Provinz Antsiranana (Diego), die von einem Ölteppich bedroht werde, zu retten. Das Öl befinde sich in einem Schiff, das mit 40 Tonnen Diesel an Bord 5 km westlich der Küste gesunken sei. Sieben ehemalige Rettungsschiffe der US Coast Guard seien am 23. 1. in Diego angekommen und würden heute im Rahmen eines militärischen Kooperationsprogramms zwischen den USA und Madagaskar offiziell übergeben. Die Schiffe seien für Forschungszwecke und für Rettungseinsätze auf dem Meer und für Einsätze zur Küstenüberwachung mit einer Dauer von weniger als 2 Tagen vorgesehen. Um 1960 hergestellt habe jeder Kahn 1972 225.000 $ gekostet, könne 3 Besatzungsmitglieder beherbergen, etwas weniger als 2 Tonnen Fracht laden und bis zu 21 Überlebende aufnehmen. Die madagassische Marine habe bis heute keine ihren Aufgaben entsprechende Schiffe besessen. Und die Aufgaben seien wahrlich gigantisch mit 5000 km Küste und 1,3 Millionen km² zu überwachender Wirtschaftszone. In der Zeitschrift "Jeune Afrique Intelligent" stehe ein Artikel über die Beziehungen Madagaskars mit Frankreich. Der Botschafter Madagaskars in Paris spiele eine wichtige Rolle bei den Beziehungen der beiden Länder. Eine der ersten Aufgaben sei, gegen die Verdächtigungen gegen seinen Präsidenten, franzosenfeindlich zu sein, anzukämpfen. Ravalomanana habe Frankreich immer als einen unerwünschten Partner angesehen. Die Regierung habe beschlossen, Air France den Beratervertrag bei Air Madagascar zu entziehen und Lufthansa Consulting anzuvertrauen. In gleicher Weise habe man einen Vertrag mit der Gruppe Gato-AG zur Ausarbeitung eines Tourismuskonzepts für die Große Insel beauftragt und gewisse französische Unternehmen, die schon in Madagaskar präsent seien, hätten sich bestohlen gefühlt. Wenn auch die madagassische Intelligenz Studien in Paris abgeschlossen habe, so habe er es vorgezogen, seine 3 Söhne in großen Universitäten in Deutschland, Großbritannien und in den USA studieren zu lassen. Als praktizierender Protestant und überzeugter liberaler Manager habe Ravalomanana eine größere Affinität mit der angelsächsischen Kultur. Und ohne Zweifel habe er nicht vergessen, daß Paris seine Regierung erst am 3. Juli anerkannt habe, 8 Tage nach Washington. Aber Ravalomanana sei kein Sektierer. Der Beweis: Nachdem man ihn der offenkundigen Amerikafreundlichkeit verdächtigt hatte, werde er heute verdächtigt, seine deutschen Partner vorzuziehen. Es liege an dem madagassischen Botschafter in Paris, seine Pariser Gesprächspartner davon zu überzeugen, daß da nichts sei. Ein deutscher Unternehmer, der schon in Kontakt mit Madagaskar steht und der bei einer Veranstaltung mit Ravalomanana in München anwesend war, hat befremdliches von sich gegeben: Bei jenem sogenannten Wirtschaftstreffen seien mindestens 50% Madagassen gewesen und möglicherweise seien nur 2 wirklich interessierte Investoren vor Ort gewesen. Ansonsten habe es viele gegeben, die irgendwie daran interessiert gewesen seien, mit Sozialprojekten an die Weltbankgelder für Madagaskar zu kommen. Und als es dann Gelegenheit zum Fragenstellen gegeben habe, sei Ravalomanana mit Beginn der Fragen einfach für 5 Minuten rausgegangen. Das habe bei einigen etwas Unverständnis hervorgerufen - eventuell sei auch das ein Grund gewesen, warum andere Geschäftsleute nicht mehr gezielt gefragt hatten. Vielleicht hat sich Ravalomanana seinerseits geärgert, daß die Unternehmer fehlten, die er erwartet hatte? Bei der Organisation sollen Madagassen maßgeblich mitbeteiligt gewesen sein, was auch den hohen Anteil Madagassen erklären könnte. Gut, die wollten gerne ihren Präsidenten sehen - aber hat man wirklich nicht mehr investitionsbereite Unternehmer auftreiben können? Schließlich handelte es sich um ein Wirtschaftstreffen! Von der Botschaft in Falkensee habe man "bis jetzt" noch keinerlei Auskunft geben können, was sich aber nach dem Staatsbesuch hoffentlich ändern werde. Und trotz allem räumt der deutsche Investor Ravalomanana die besten Chanchen ein, überhaupt etwas zu Gunsten seiner Landsleute zu ändern. Aber leicht werde er es sicher nicht haben, die eingefahrenen Strukturen zu ändern. 13. 2. Die Midi berichtet: Die Vereinigung der Richter Madagaskars habe die Zurücknahme der Verordnung des Premierministers, daß gewisse hochgestellte Persönlichkeiten und hochgestellte Beamte (auch Richter) eine Vermögenserklärung zu machen hätten, gefordert. Da die Primatur dem nicht nachgekommen sei habe man sich an die Verwaltungskammer des Höchsten Gerichts gewandt, die dann eine Aussetzung der Verordnung beschlossen habe. Die Verordnung verstoße gegen den Gleichbehandlungsgrundsatz des Staates gegenüber seinen Beamten, habe die Richtervereinigung argumentiert. Bei der Übergabefeier der 7 Küstenwachtschiffe habe die amerikanische Botschafterin gesagt, daß die Schiffe eine wichtige Gelegenheit darstellten, den internationalen Terrorismus im Indischen Ozean zu bekämpfen. Ja, wenn es keinen gibt, dann versucht man eben, ihn herbeizureden! Wenn das Öl, das in dem 500 m westlich vom Hafen von Diego gesunkenen Schiff auslaufen würden, dann gäbe es nicht wiedergutzumachende Schäden. France Telecom habe seinen Prozeß gegen den Staat Madagaskar verloren. 14. 2. Die Midi berichtet: Der in Tamatave der Korruption verdächtige Richter habe inzwischen wieder seine Funktion aufgenommen. Gleiches gelte für den Verantwortlichen des Gefängnisses, der nach Meinung mancher nur als Sündenbock dienen sollte in dieser Affäre, die nichts als die Spitze des Eisbergs in Tamatave sei. Durch die Affäre riskiere man eine Schmälerung des Ansehens der Justiz. Eine Krähe will der anderen wohl kein Auge aushacken!? 15. 2. Die Midi berichtet: Es erscheine wirklich ungerecht, wenn Journalisten für ihre Meinung ins Gefängnis gehen müßten. Daher sei es im Interesse derer, die gerade in Antsirabe bei der Konferenz der Kommunikation weilten, sich mit dieser Frage ernsthaft auseinanderzusetzen. Man müsse Abstand davon nehmen, Journalisten zu inhaftieren, wie in zahlreichen entwickelten und demokratischen Ländern, denn das sei ganz einfach eine nicht tolerierbare Form der Zensur der Freiheit der Presse. Das sei eine Sache zum Nachdenken. Ja, das stimmt. Und wenn in Deutschland und in anderen Ländern Journalisten von oben verboten wird, kritisch über die USA zu schreiben, wie es nach dem 9. 11. 2001 der Fall gewesen sein soll, dann sollte man erst recht nachdenken! 17. 2. Die Midi berichtet: Laut Instat habe sich der Warenkorb im Januar um 0,3% verteuert. Da zur Zeit keine touristische Saison sei, fehlten Devisen, genauer physische Geldscheine. Die Banken könnten die Nachfrage nicht befriedigen. Daher biete man den Kunden bei der BFV Société Generale verschiedene Karten an, auch eine Visakarte sei darunter. Es sei ein Fakt, daß die Justiz in armen Ländern bestechlich sei. Madagaskar mache da keine Ausnahme. Daher habe der Präsident der Republik beschlossen, den Kampf gegen die Korruption zu einer Priorität zu machen. Ein Kampf, der nicht einfach zu führen sei, angesichts der aktuellen Situation. Als Beweis ein Fall dieses Unternehmers, der einen Gerichtsdiener (huissier) gegen einen Verantwortlichen der Verwaltung verpflichtet habe. Ein unfruchtbarer Versuch, da eine von hoher Stelle kommende Entscheidung ihm verboten habe, einen Gerichtsdiener gegen den Verantwortlichen zu verpflichten. Dieser Unternehmer frage sich jetzt, ob es nicht mehr Recht eines jeden madagassischen Bürgers sei, einen Gerichtsdiener zu verpflichten. Machtlosigkeit habe man bei einer Pressekonferenz der Tankstellenpächter gezeigt, da es vermehrt zu bewaffneten Überfällen auf Tankstellen komme. Die vermummten Täter agierten immer dreister, würden immer gieriger und zögerten auch nicht, sich an Kunden der Tankstellen zu halten, die gerade zur falschen Zeit am falschen Ort seien. Man habe Beteiligte und Zeugen aufgerufen, sich bei den Behörden zu melden. Der durchschnittliche Verlust bei einem Einbruch belaufe sich auf 3 Wochen der aktuellen Marge. Die Marge reiche nicht, um ein ausreichendes Budget für die Sicherheit zu haben. Da könne man nicht gleichgültig bleiben. Ja, die Ölkonzerne wollen ihren eigenen Profit nicht schmälern, alle sollen in der totalen Abhängigkeit leben müssen! 18. 2. Die Midi berichtet: Ravalomanana sei am Morgen früh um 1 UHR mit seiner Delegation Richtung Frankreich aufgebrochen zu dem Gipfel Frankreich-Afrika. Im Musikgeschäft mit Kassetten und CD´s nehme die Piraterie einen immer größeren Raum (60 %) ein und ein immer größerer Teil der Bevölkerung lebe vom Verkauf dieser Produkte, der aber einen enormen finanziellen Schaden für die Urheber und die OMDA (vermutlich vergleichbar der GEMA in Deutschland) bedeute. Normalerweise würde ein Künstler 15.000 Exemplare beim Erscheinen eines Werkes verkaufen, aber sie setzten nur 2000 bis 3000 Kassetten oder CD´s auf dem lokalen Mark ab. Wen müsse man beschuldigen? Die Konsumenten mit geringer Kaufkraft, die sich für den Preis einer Originalkassette von 17.500 FMG 3 Piratenkassetten von 6000 bis 7000 FMG verschafften und CD´s zu 15.000 bis 25.000 FMG, während ein Original 90.000 bis 125.000 FMG koste? Die OMDA, die nicht über genug finanzielle und personelle Mittel verfüge, um gegen diese Geißel zu kämpfen? Man habe lediglich 4 Personen, um das Netz von Tana abzudecken. Die Künstler, von denen manche für den Kauf von 10 bis 20 Originalen eine Lizenz zum Kopieren für die Wiederverkäufer erteilten? Die Justiz? Die Polizei? Das Gesetz zum literarischen und künstlerischen Eigentum sehe Strafen von 100.000 bis 10.000.000 FMG und/oder Gefängnisstrafe von 6 Monaten bis zu 5 Jahren für die Piraterie vor. Es erweise sich aber, daß die Gerichte lediglich Strafen von 100.000 bis 500.000 FMG aussprächen und Haftstrafen quasi nicht vorkämen. Die OMDA habe die Ambition seit Beginn des Jahres, mit einer Kampagne gegen diese Piraterie zu kämpfen. Die Geldgeber, wie die Weltbank, der IWF oder die EU seien für die Vermögenserklärung der Richter, und Vertreter dieser Organisationen hätten sich dazu öffentlich geäußert. Ein Faktor, der das Ankommen ausländischer Investoren blockiere, sei das schlechte Funktionieren der Justiz. Und wenn die Richter nicht ihr Vermögen erklärten, dann würden sich diese Investoren sofort die Frage stellen, warum die Richter die Transparenz der Justiz verweigerten. Auch wenn die Richter noch so korrupt sein sollten, dann haben sie aber mit ihrer Auffassung recht, daß die Verpflichtung zur Abgabe einer Vermögenserklärung für obere Beamte ein Verstoß gegen das Gleichbehandlungsprinzip ist, welches auch in den Menschenrechten festgeschrieben steht. Sollen doch diese Herren mit gutem Beispiel vorangehen und eine freiwillige Vermögenserklärung der Öffentlichkeit präsentieren. Mit ihren 40 ha Fläche beabsichtige die Secren, eine Umformung und Erweiterung seiner Flächen vorzunehmen zu einer Werft. Diese Information komme vonm Industrialisierungsminister, der letzten Samstag und Sonntag in der Hauptstadt des Nordens gewesen sei. Die Secren habe in ihren veralteten Anlagen 1144 Beschäftigte. Der Geschäftsführer sei von Christian Schmoll begleitet worden, einem deutschen Unternehmer, der die Bremer Firma Lürssen repräsentiere. Ihre Mission sei, der Secren zu einem neuen Aufschwung im technischen Bereich und in der Verwaltung zu verhelfen. Den Minister habe der Geschäftsführer wissen lassen, daß man auch Brücken bauen könne und daß man auf der Suche nach neuen Märkten sei. Schmoll habe eine erklärt, eine Partnerschaft zu wünschen und er habe sich über die Potentiale und Möglichkeiten der Secren überrascht gezeigt. 19. 2. Die Midi berichtet: Hätten die Geldgeber im Namen der Transparenz und der guten Regierungsführung ein Recht einer Einmischung bei der madagassischen Justiz? Eine gute Anzahl Beobachter stelle sich diese Frage angesichts der von Weltbank, IWF und EU geäußerten Vorbehalte. 20. 2. Die Midi berichtet: Ein Projekt sehe den Export von madagassischem Honig vor. In 3 Jahren wolle man 30.000 Tonnen exportieren, nachdem man seit 1950 praktisch keinen Honig mehr exportiert habe, weil damals die Imker den Honig mit Wasser und anderen Stoffen gemischt hätten. Ein Madagasse konsumiere durchschnittlich etwa 4 kg Honig pro Jahr. Ein Projekt zur Erweiterung des Hafens werde aktuell in Majunga ins Auge gefasst. Deutsche Unternehmer hätten sich schon auf den Weg gemacht, um die Möglichkeiten einer Kooperation zu betrachten. Der Besuch sei Folge der präsidentiellen Mission in Deutschland. 21. 2. Die Midi berichtet: Die Regierung habe im Bereich der Kontrolle von Importen eine wichtige Entscheidung getroffen. Man habe die Firma Société Générale de Surveillance beauftragt, die billiger und mit besserem Dienst angeboten habe, als die derzeit tätige Firma Bivac Veritas. Die Firma sei eine der führenden auf dem Weltmarkt. Außer der Kontrolle der Importe sehe ein Programm mit der SGS eine große Reform des Zolls und eine beschleunigte Prozedur der Ausbildung vor. Ein Einwohner von 1000 oder anders ausgedrückt 13.000 Surfer in ganz Madagaskar im Jahr 2003, was in einem Jahr über 2000 mehr seien. Und das trotz des katastrophalen Umfelds für Geschäfte. Das Phänomen der in letzter Zeit feststellbaren Verfielfachung der Internetcafes lasse ein außerordentliches Wachstum der Nachfrage nach nötigen Gütern dieses Bereichs erwarten. Da sei ein immenser Markt für die Giganten der Informationstechnik und in den damit verknüpften Tätigkeitsfeldern zu erobern. www.mefb.gov.mg sei die Adresse des Wirschafts- Finanz- und Haushaltsministeriums, eine extrem informationsreiche Seite in allen wirtschaftlichen Fragen, die die Sorge zur Transparenz dieser Abteilung beweise, die im Bereich der wirtschaftlichen Entwicklung sehr wichtig sei. Bei einem Flug der Air France mit Zwischenlandung in Paris, mit Ziel Zürich, seien 600 von 1800 aus Madagaskar exportierte Tiere erfroren. Die anderen hätten Frostbeulen erlitten. Die Chamäleons, Tanreks, Frösche und Tausendfüßer seien für den Zoo Zürich bestimmt gewesen, der eine Halle zu Madagaskar eröffnen wolle. Normalerweise sei eine Mindesttemperatur von 20° für den Transport solcher Tiere vorgeschrieben. Air France habe eine Untersuchung des Vorfalls eingeleitet. 22. 2. Die Midi berichtet: Großer Andrang sei gestern bei einer Pressekonferenz gewesen, bei der Vertreter von 13 Parteien zugegen gewesen seien, die größtenteils nicht vom aktuellen Regime integriert worden seien. Auch der ausgeschiedene PmS von Fianarantsoa, Pety Rakotoniaina, habe teilgenommen und er habe gleich gesagt, die Demokratie sei in Madagaskar auf dem Rückzug. Wenn man die Provinz Fianarantsoa betrachte, dann meine er, habe man die Freiheit der Bevölkerung nicht respektiert und daß das aktuelle Regime nicht gerade viel von denen halte, die sich am Kampf beteiligt hätten. Schlimmer, jene, die sich beteiligt hätten, würden zur Zeit gerichtlich verfolgt und es fänden Hausdurchsuchungen bei ihnen statt. Der Ton bei der Pressekonferenz sei sehr rauh gewesen und die Politiker hätten frei heraus geredet und die Situation der aktuellen politischen Lage in Madagaskar analysiert, aktuelle Ereignisse kommentierend, wie den, laut ihnen, suspekten Tod des Francisque Ravony (ehemaliger Premierminister). Die Beteiligten der Pressekonferenz seien einmütig, daß das aktuelle Regime Ungeschicktheiten begangen habe, nicht nur aktuell, sondern auch und besonders in der Vergangenheit. Man habe Erklärungen Ravalomananas kommentiert, wie, daß die Zeit zum Demonstrieren der Stärke vorbei sei oder daß der Präsident für die Entwicklung des Landes nicht auf die Politiker zähle. Jedenfalls, auch wenn das bisherige Verstehen der anwesenden Politiker nicht total gewesen sei, so scheine es nun so, daß sie bereit seien, ihre Kräfte zu vereinigen. Und das nicht im Sinne einer Bewegung, sondern eher im Sinne einer Opposition, wenn man das an ihren Bemerkungen und Gedanken beurteile. Kraftstoffe würden ab nächster Woche mindestens 10% teurer werden, wie man in Insiderkreisen zu wissen glaube. Da die Situation auf dem Rohölmarkt durch die Irakkrise zu erhöhten Preisen geführt habe, müsse man jetzt nachziehen. Eine Spende von 6,2 Millionen € sei von Frankreich für den Ausbau des Hafens von Morondava gewährt worden. Das Projekt beinhalte einen Kai einer Länge von 107 m und einer Höhe von 1,1 m und eine Spundwand von 215 m, um das Abdriften der Fahrrinne zum Strand und damit gefährliche Sandbänke zu verhindern. 48% der Madagassen schöpften ihr Wasser zum Kochen noch aus Flüssen, Quellen und Seen, 61% seien es bei der ländlichen Bevölkerung. Diese Zahl von Instat von 2001 habe sich in den letzten zwei Jahren kaum geändert. Wasserrohre im Haus hätten in städtischen Haushalten lediglich 1% und im ländlichen Bereich seien es nur 0,2%. In Wohnungen in der Stadt seien Wasserhähne mehr anzutreffen (9%). Bis jetzt müßten sich weniger als 10% der Bevölkerung nicht aus dem Haus begeben, um Zugang zum Wasser zu haben. Scheint etwas seltsam, diese Aufstellung. In einer Anzeige offeriert Air Madagascar den Flug Tana - Paris zu 4.500.000 FMG bis zum 31. Mai. 24. 2. Die Midi berichtet: "Die Madagassen sterben nur durch Hexerei." Diese sprichwörtliche Redensart enthülle eine gewisse Geisteshaltung, die aus der Asche wieder emporsteige, anläßlich des letztlichen Verschwindens des Francisque Ravony, der gerade dabei gewesen sei, seine politische Rückkehr vorzubereiten. Das könne jenes erklären. Eine Woche fast nach dem plötzlichen Tod des Premierministers der Dritten Republik, sei zu vernehmen, daß er keinen Herzinfarkt gehabt habe, wie es aus dem Umfeld kurz nach seiner Not-Einlieferung in die Klinik verlautet sei, wo der behandelnde oder der diensthabende Arzt sicherlich seinen Tod festgestellt habe. Im Unterschied zum Gerichtsmediziner, der eine Prüfung und/oder eine Sezierung des Kadavers vornehme. Sei der alte Premierminister des Chirurgieprofessors Albert Zafy über den Seziertisch gegangen? Das Testament habe eine Einäscherung verlangt, die man dann auch vorgenommen habe. Und noch um die Asche ranke ein Mysterium, denn einen Teil habe man in den Fluß Matitanana, den heiligen Fluß der Antemoro, gestreut und einen anderen Teil habe man in einer Urne in das Ahnengrab getan. Eine zweite Urne sei nach Tana gekommen. Noch als Asche fahre Ravony fort, seine Umwelt zu beunruhigen. Schluß für letzteren mit dem Bewegen der Asche, die keine Gegen-Autopsie mehr erlaube. Die Bank BFV Société Générale, die seit 4 Jahren zu 70% zur französischen Société Générale gehöre, habe momentan über 40.000 Kunden, davon 38.200 Privatkunden und 5.500 Firmenkunden. Bei den Privatkunden liege man mit 25% Marktanteil auf dem 2ten Platz. Die Bank verfüge aktuell über 500 Computer. Madagaskar sei mit Vorliebe eine Destination der Schweizer Reiseveranstalter. In Basel hätten sich 50 Vertreter von Reiseveranstaltern, darunter die wichtigsten, zu Gesprächen über die Probleme und die Chancen Madagaskars als Reiseziel getroffen. Anwesend sei der madagassische Tourismusminister gewesen, der bezüglich der Flugverbindungen zwischen der Schweiz und Madagaskar gesagt habe, es seien Unterhandlungen im Gange, um eine bessere Anbindung zu erreichen. Die Veranstalter hätten die Anstrengungen von Air Madagascar gelobt, die mit klaren und aktuellen Informationen zur Situation der Gesellschaft präsent gewesen sei. Hauptsächlich sei es um die Frage der Entwicklung des Öko-Tourismus gegangen. 25. 2. Die Midi berichtet: Mit seiner Teilnahme am Gipfel Frankreich-Afrika habe Madagaskar sich bei der Irak-Krise in einer Linie mit dem Hexagon (Paris) befunden und nun, mit der Teilnahme an der Konferenz der Blockfreien Länder in Kuala Lumpur habe man sich wieder gegen einen Krieg gegen die Muselmanen ausgesprochen. Die große Insel schwanke heute zwischen der alten "Reny malala" (geliebte Mutter), mit der sie sich gerade wieder ausgesöhnt habe und Onkel Sam, der der erste war, die Macht Ravalomananas - mit einer bemerkenswert mitreißenden Wirkung - anzuerkennen. Zwischen Frankreich, das wichtigster Partner bleibe und den Vereinigten Staaten, die die Welt beherrschten, sei Madagaskar im übergeordneten Interesse der Nation dazu verurteilt, die rechte Mitte zu finden. Als Anmerkung soll hier daran erinnert werden, daß es die Schweiz war, die Ravalomanana zuerst anerkannt hatte! Die Dinge um den Tod des Ravony begännen, sich zu erhellen. Gemäß einem seiner ehemaligen Mitarbeiter und auch Familienmitglied, habe Ravony am 15. 2. gegen 15:30 Uhr einen ersten Anfall gehabt. Sein Blutdruck sei normal gewesen, als er ihn kontrolliert habe. Danach habe er Wasser getrunken und einige Ananasscheiben gegessen. Eine Stunde später habe er erneut gesagt, das Bewußtsein zu verlieren, um dann ins Koma zu fallen. Er solle nicht wieder zu Bewußtsein gekommen sein, bis zum Krankenhaus, wo man vergeblich versucht habe, ihn zu reanimieren. Der Informant wisse aber nicht, ob das Sterben eines von Ravonys Wachhunden um 11:00 Uhr mit dem Tod Ravonys im Zusammenhang stehe. Ravonys Tod sei für die politische Klasse aller Richtungen ein dicker Hund gewesen. Ein Rattenpärchen könne in einem Jahr einen Stamm von 600 bis 1200 Ratten begründen. Die durch die Ratten verursachten Schäden seien enorm, in der Landwirtschaft und in den Haushalten. Die Ratten seien jedes Jahr für etwa 2,5% der Verheerung des Reises verantwortlich, was etwa 42.000 t geschältem Reis entspreche. Es habe schon eine Zeit gegeben, wo Madagaskar die gleiche Menge Reis eingeführt habe, was ohne die Ratten also vermeidbar gewesen wäre. 27. 2. Die Midi berichtet: Es seien in den ersten beiden Monaten des Jahres weniger Autos importiert worden. Im Januar seien (234 Autos) im Vergleich zum Januar 2002 (532 Autos) laut den Statistiken von Tamatave 56% weniger Autos eingeführt worden wobei über 80% aller Autoimporte über Tamatave abgewickelt würden. In diesem Februar seien 136 Autos eingeführt worden, im Vergleich zum Februar letzten Jahres, wo es 147 gewesen seien. Das sei hoffentlich ein Zeichen des Wiederaufschwungs. 28. 2. Die Midi berichtet: 92 FMG müßten die Mineralölgesellschaften ihren Tankstellenpächtern pro Liter Kraftstoff als Handelsmarge gewähren, habe eine Studie, an der das Energieministerium und das Amt für Mineralölkraftstoffe (Office Malgache des Hydrocarbures OMH) beteiligt gewesen seien, ergeben. Bis August 2002 sei die Marge bei 30 FMG pro Liter gewesen und sei dann durch Entscheidung des OMH auf 35 FMG erhöht worden. Daß die Mineralölgesellschaften die Marge der Studie ablehnten, sei sehr wahrscheinlich. 1. 3. Die Midi berichtet: Ravalomanana habe sich bei einer Pressekonferenz zu verschiedenen Themen geäußert. Der Presse habe er eine große Investition zum Aufblühen dieses Berufszweigs versprochen. Jede Provinz solle ein Ausbildungszentrum erhalten. Ravalomanana habe versprochen, die Freiheit der Presse zu sichern und die Journalisten sollten ihr Handwerk professionell ausüben. Zum Fall des alten Präsidenten Ratsiraka habe er mit 2 französischen Ministern gesprochen, nicht aber mit Chirac. Ohne Details preiszugeben habe er gemeint, daß das eine Frage des Rechts sei und alles legal ablaufen müsse. Alle in die Verbannung gegangenen seien nicht in Frankreich. Da seien jene, die in Paris, Mauritius, Réunion und selbst Mosambik seien, wenn man den vertraulichen Aussagen des Präsidenten Chissano glauben könne. In Richtung der Politiker, die sich ausgeschlossen fühlten, habe Ravalomanana gesagt, daß das deswegen sei, weil es andere Prioritäten gebe, aber er habe versichert, daß kein Madagasse vom Entwicklungsprozeß ausgeschlossen werde. Bezüglich der Vermögenserklärung der Richter, die von der Weltbank gegen die Korruption gewünscht werde, habe er gesagt, daß er die Richter nicht verpflichten werde, aber daß sie über die lohnenden Aspekte für das land nachdenken sollten. Die Richter seien nicht gleichstellbar mit den normalen Beamten und sie hätten bestimmte Privilegien. Man sei dabei, Gesetze zum Kampf gegen die Praktiken des Söldnertums zu erarbeiten, habe Chirac laut Ravalomanana verlauten lassen. Enthüllt habe er beispielsweise, daß 3 mal Söldner in Majunga durchgekommen seien. Das Verhältnis zu Frankreich sei gut und es sei echtes Vertrauen dabei. Die Unterstützung durch Frankreich sei nicht provisorisch, sondern dauerhaft. Frankreich sei der erste Partner Madagaskars und man habe seine Unterstützung für die Verhandlungen mit den Geldgebern nötig. Im April sei Ravalomanana offiziell in Paris, wo die beiden Länder verschiedene Bereiche zu diskutieren hätten. Ravalomanana mache keinen Druck auf die AU, damit diese die Regierung anerkenne, da sie wüßte, was sie zu tun hätte, aber von madagassischer Seite habe man die Charta der AU nicht ratifiziert, was auf das Ratsiraka-Regime zurückgehe. Gewisse Tourismusfirmen wollten den lokalen Tourismus fördern, da dieser auch ein gewisses Potential biete und nicht nur der Fremdenverkehr. Die Rate der Schulbesucher liege bei 70% landesweit und für die untersten sozialen Schichten bei 54,2%. 3. 3. Die Midi berichtet: Die französischen und madagassischen Unternehmenschefs hätten diese Wirtschaftsunterredung zu Madagaskar nicht auslassen wollen, welche der französische Senat und das französische Außenhandelszentrum organisiert hätten. Sie seien also mehr als 250 gewesen, aus verschiedenen Bereichen wie dem Tourismus, dem Hotelgewerbe, den Versicherungen, den öffentlichen Arbeiten, der Parfümerie, der Holzwirtschaft, der Informatik, dem Lufttransport, der Energie, der Elektrizität, dem Wasser, den Banken, dem Tabak, den Druckereien, der Presse, den Meeresprodukten, dem Immobiliensektor und so weiter. Frankreich wünsche mit 500 in Madagaskar vertretenen Unternehmen, die über 100.000 Angestellte beschäftigten und damit 2 Drittel der ausländischen Investitionen stellten, nichts, außer einem Wirtschaftswachstum und einer Transparenz, die durch einen juristischen Rahmen gesichert würden. Das Thema, ob die schnelle und dauerhafte Entwicklung endlich möglich sei, habe den Teilnehmern erlaubt, die madagassischen Realitäten näher kennenzulernen. Die Darlegungen zum politischen, wirtschaftlichen und finanziellen Umfeld und der Wirtschafts- Haushalts- und Währungsspolitik seien zum vorgenommenen Wechsel in Madagaskar und den neuen anreizenden Maßnahmen sehr lehrreich gewesen. Der madagassische Wirtschaftsminister habe bemerkt, daß die CAPE (comité d´appui pour la relance des entreprises) bald ihre Arbeit aufnehme und privilegierter Gesprächspartner des Staates sei. Anfang April solle ein Schalter zum Nutzen der Investoren eingerichtet werden. Der Himmel sei wolkenfrei für das wirtschaftliche Verhältnis zwischen Madagaskar und Frankreich, aber Madagaskar sei heute ein offenes Land, das mehr denn je günstig für massenweise Investitionen aller seiner externen Partner sei. Warum jetzt nach Madagaskar kommen? Die Frage habe der Chef der BFV beantwortet: Das politische Umfeld sei mindestens für die nächsten 4 bis 5 Jahre stabil, die Bankgebühren seien gefallen, die Zinsen seien geringer, als die Inflation, für den Zugang kleiner und mittlerer madagassischer Unternehmen zu Krediten sei ein Garantiefonds eingeführt worden. "Man muß jetzt kommen, weil unsere amerikanischen, schweizer und deutschen Freunde dabei sind, Platz zu nehmen." Bei 80% aller Holzexporte handle es sich um Rohhölzer. In den Pavillons von Analakely könne man derzeit zu 40.000 FMG ein Paar Damenschuhe lokaler Produktion kaufen. Trotzdem klagten die Handwerker, daß das nicht alle Tage der Fall sei, da es eine Invasion chinesischer Produkte gebe. In den chinesischen Läden könne man schon zu 25.000 FMG ein Paar Schuhe kaufen und die madagassischen Hersteller seien erstaunt, daß ein Paar Absätze dort 15.000 FMG koste. Wenn sie das gleiche Modell herstellen wollten, könnten sie niemals zum gleichen Preis wie die Chinesen verkaufen. Normalerweise müßten diese noch Zoll bezahlen und wie könnten sie zu so niedrigen Preisen verkaufen und eine solch unredliche Konkurrenz für die madagassischen Hersteller sein? 4. 3. Die Midi berichtet: Ein General, der für die integrierte Entwicklung des Südens zuständig sei, habe bei einer Pressekonferenz die vorherrschende Situation der benachteiligten Region geschildert. Im Süden herrschten Trockenheit, Hungersnot, Geldmangel und verlorene Ernten, wie es die Bevölkerung gewöhnlich erlebe. Er habe die Aufmerksamkeit auf die Schwere der Hungersnot gelenkt. 36 Kommunen mit etwa 600.000 Einwohnern hätten eine Lebensmittelkrise. Eine Ochsenkarrenladung mit zum Verzehr bestimmten Raketas (Kaktusfeigen) koste zwischen 80.000 und 100.000 FMG. Auf den Straßen würden Gold- und Silberschmuck verschleudert, eine Kette zu 200.000 FMG anstatt einer Million. Ein massiver Aufbruch nach Norden sei im Gange. Die Bevölkerung flüchte aus Tulear und ziehe nach Diego, Majunga, Brickaville, Fianarantsoa, Ilakaka... Nur eine aus Beamten und Indo-Pakistanis bestehende Minderheit könne sich das Kilogramm Reis zu 3000, 3500 FMG leisten. Verschiedene Hilfsorganisationen hätten sich getroffen und das Welternährungsprogramm habe einige tausend Tonnen Mais und Leguminosen zugesprochen. Die Verteilung solle gegen kommunale Arbeit erfolgen. Ein anderes Hauptproblem sei das Wasser. In gewissen Regionen koste ein Glas Wasser 500 FMG und in anderen koste der Eimer voll 1500 FMG. Es sei also Zeit, einen Kredit bbereitzustellen, um fehlende Ersatzteile für die Zisternen beschaffen zu können. Die Kooperation mit Japan über die Zuteilung von 6000 Tonnen Reis sei suspendiert, da die Regierug beschlossen habe, keinen Reis mehr zu importieren. Man fordere von der Regierung, den Reis durch Mais zu ersetzen. 2001 sei für 66 Milliarden FMG Holz exportiert worden, wohingegen es 2002 krisenbedingt lediglich 47,5 Milliarden gewesen seien, was dem Staat knapp 496 Millionen FMG an Abgaben eingebracht habe. Dabei hätten die endemischen Edelhölzer Palisander, Ebenholz und Rosenholz nur mit 3 Milliarden FMG beigetragen. Aber die Zerstörung der Wälder scheine keine Krise zu kennen und die 3 genannten Holzsorten litten am meisten unter dem Druck auf die natürlichen Ressourcen. Die Hauptimporteure von Holz und Holzprodukten aus Madagaskar seien Mauritius und Réunion und Frankreich und Spanien. Frappierend sei laut den Statistiken der Rang, der den Medizinpflanzen zukomme. Dieser aufstrebende Zweig bekomme immer größere Wichtigkeit. Medizinpflanzen, und davon essentielle Öle, hätten mit knapp 10 Milliarden FMG , was etwa 21% des Handelsvolumens des ganzen Bereichs ausmache, beigetragen. Unter den potentiellen Kunden Madagaskars in diesem Bereich könne man Frankreich, Deutschland und Südafrika nennen. 5. 3. Die Midi berichtet: Eine neue Stadt, warum nicht? Präsident Ravalomanana habe das mit einigen Worten bei seiner jüngsten Pressekonferenz angesprochen. Das könne nur ein interessantes Projekt sein, das als Modell für zukünftige Generationen dienen könne. Ravalomanana habe aber auch schon die Region Tamatave ins Auge gefaßt, wo eine Stadt sich in die grüne Landschaft einfüge. In Malaysia habe Ravalomanana die dort geplante neue Stadt, die schon zu 2 Dritteln fertig sei, besucht und neue Bauwerke besichtigt, ohne einen Aspekt davon auszulassen. Der neue Ort werde die neue Verwaltungshauptstadt dieses föderalen Landes und sei von einer außergewöhnlichen Schönheit, wo die Natur einen Anteil von 70% einnehme. Da eine Invasion von außen kommen könne, sei ein Sicherheitssystem erstellt worden, zu dem die dörfliche Selbstverteidigung gehöre, wie ein General bei einer Presseversammlung gesagt habe. Bezüglich der versteckten Waffen würden Armee und Polizei ihre Untersuchungen weiterführen. Waffen seien vergraben oder versenkt gewesen. Wenn auch Ravalomanana jüngst gesagt habe, daß eine nationale Konferenz weniger zur Politik sondern eher zur Wirtschaft angebracht sei, fordere die Partei Akfm eine nationale Konferenz zur Politik, da eine solche mehr denn je nötig sei. Die Parteimitglieder schätzten, daß bei dem aktuellen Zusammentreffen von Umständen die Verfassung nicht beachtet werde, genausowenig wie der Rechtsstaat. Anhand der legislativen Wahlen wollten die Mitglieder zeigen, daß die demokratischen Regeln nicht eingehalten worden seien. Es bleibe ihnen, zu überzeugen - aber das aktuelle Regime und die Bevölkerung hätten genug vom politischen hin und her. Das Institut National de la Statistique gibt in einer Anzeige bekannt, daß auf der Seite http://www.instat.mg künfig statistische, wirtschaftliche, demographische und soziale Informationen abrufbar seien. 6. 3. Die Midi berichtet: "Es ist traurig, ein solches Juwel verschwinden zu sehen." So habe einer der zahlreichen Bewohner von Anosizato sich geäußert, als man begonnen habe, die größte Tankstelle Madagaskars zu demontieren, die die enorme Summe von über 4 Milliarden FMG gekostet habe. Die Firma Jovennna habe sich den Anweisungen der Kommune Antananarivo gebeugt. Ein anderer Bewohner frage sich, warum keine öffentliche Behörde Jovenna vor dem widerrechtlichen Bebauen öffentlichen Geländes gewarnt habe, damit der Schaden geringer hätte ausfallen können. Jedenfalls erwarte alle Welt, daß man eine andere Lösung finde, als die totale Zerstörung der Station. Tatsachen schaffen, die dann akzeptiert werden müssen? Nein, so nicht. Weg damit! 7. 3. Die Midi berichtet: Zweite Version der Pressekonferenz des Kmmr (Komity miaro ny marina sy ny rariny). Laut Pety Rakotoniaina, dem Ex-PdS von Fianarantsoa, finde sich die Opposition in der Regierung selbst. Er scheine etwas gegen den Premierminister Sylla zu haben, da er auch gesagt habe, daß jener der Anstifter für seine Auswechslung an der Spitze der Provinz Fianarantsoa gewesen sei und er auch Urheber für die Verhaftungen und die Ablehnung aller Personen, die Marc Ravalomanana beim Kampf unterstützt hätten und ihm bei der Eroberung der Macht geholfen hätten, sei. Ein Abgeordneter habe diese Worte unterstützt, indem er, ohne konkret Namen zu nennen, gesagt habe, daß an der Spitze gewisser Institutionen und Provinzen sich wieder politische Köpfe fänden, die in der Vergangenheit schon anders gedient hätten. Ravalomanana habe bei einem Treffen mit einem Kmmr-Mitglied gesagt, daß er wisse, daß das Kmmr und das aktuelle Regime zur Tilgung der Zinsen im Rahmen des DSRP zusammenarbeiten würden. Am Samstag werde die neue Tageszeitung "La Gazette de la Grande Ile" erscheinen. Die Verantwortlichen seien Journalisten, die von anderen Tageszeitungen kämen und laut ihnen habe die Zeitung keine politische Zugehörigkeit. Der Post-, Telekommunikations- und Kommunikationsminister habe gesagt, der Präsident der Republik habe erklärt, daß die Presse frei sei. Er hoffe daher, daß die Journalisten dieser Redaktion mit Professionalität arbeiten würden. Je mehr Konkurrenz es gebe, um so mehr verbessere sich die Qualität. Zuerst müsse man sehen, was diese Zeitung machen werde. Bei einer Pressekonferenz habe der Energie- und Minenminister gesagt, daß Madagaskar bei der Elektrifizierung noch einen Finanzierungsbedarf von 602 Millionen Dollar habe. Nur 21% der Bevölkerung hätten Zugang zur Elektrizität. Das Ministerium habe jedenfalls die Aufgabe, den Energiesektor schnell mit dem Ziel zu entwickeln, die Lebensbedingungen der Bevölkerung zu verbessern und um die Umwelt zu schützen. Um das zu errreichen nehme die Regierung gerade juristische und institutionelle Reformen in Angriff. Der Minister habe außerdem erwähnt, daß große Investoren dieses Sektors aus Frankreich, Deutschland und der Schweiz kommen würden. Von diesen Maßnahmen erwarte man ein Sinken der Energiekosten in Madagaskar, die exzessiv hoch seien. Aktuell seien die Energiekosten in Madagaskar bei 3,8 cents, in Südafrika hingegen bei 2,5 cents. Das sei ein großer Nachteil, da Investoren in erster Linie für eine Investitionsentscheidung in einem Land den Faktor der Energiekosten betrachteten. Die hohen Kosten seien darin begründet, daß zur Hälfte thermische Energie (vermutlich Dieselgeneratoren) verwendet werde, wobei diese übermäßig teuer sei. Zur anderen Hälfte trage Wasserkraft bei. Trotz alledem sei die Regierung aktuell dabei, die Energiekosten senken zu wollen. Das fange bei einer Verbesserung der Verwaltung der JIRAMA an, die zum Beispiel einen niedrigeren Preis der Kraftstoffe für die Generatoren brauche. Auf mittlere Sicht müsse man die Verbrennungsgeneratoren durch Wasserkraft ersetzen, welche billiger sei. Man müsse zu einem Verhältnis von 25% thermischer Energie und 75% Wasserkraft kommen. Die vorgesehenen Projekte zur Verbesserung der Elektrifizierung seien die Erweiterung des Kraftwerks Volobe, Installation einer dritten Turbine in Andekaleka und Erweiterung des Kraftwerks in Namorona. Große Firmen, wie IDELEC, VATEC seien vorgesehen, diese Projekte zu realisieren. 8. 3. Die Midi berichtet: 14.000 km Straßen seien bis 2009 wiederherzustellen, wie der Vize-Premierminister bei einer Pressekonferenz gesagt habe. Das seien in 6 Jahren 1500 bis 2000 km pro Jahr. Die Straßen, die von mehr als 300 - 500 Autos pro Tag befahren werden, würden asphaltiert werden, die anderen Strecken würden anders behandelt werden. Die RN2 werde am Tag von 1000 Autos befahren, in der Umgebung der Hauptstadt würden die Straßen von etwa 3000 Autos pro Tag befahren. Die Arbeiten an den Straßen nationalen Interesses begännen im Mai. Den Schienenverkehr betreffend werde ein Vertrag mit Comasar unterzeichnet, um die Bahnverbindung zwischen Tana und Tamatave zu verbessern. 4 bis 7 Lokomotiven würden Anfang April ankommen. Der Streit um die Marge bei den Kraftstoffverkäufen der Tankstellen gehe weiter und die Vereinigung der Tankstellenpächter wolle solange kämpfen, bis 92 FMG pro Liter zugestanden würden. Die Bruttomarge der Mineralölprodukte sei bei 465 FMG und bis jetzt gewährten die Ölgesellschaften ihren Pächtern lediglich 30 FMG. Laut den Erklärungen eines Tankstellenpächters würde ein Tag Streik eine Mineralölfirma bei 30 FMG gewährter Marge 72.500.000 FMG kosten. Ohne von den Gewinneinbußen der Tankstellen zu sprechen und dem, was das für die Unternehmen und das Leben der Bevölkerung bedeuten würde. 10. 3. Die La Gazette de la Grande Ile berichtet: Die Kritiken und Anregungen zur ersten Ausgabe der Zeitung seien anspornend, wenn man die zahlreichen Versuche der Blockade und Einschüchterung betrachte. Viele hätten 1 zu 1000 gewettet, daß diese von erfahrenen Journalisten initiierte total unabhängige neue Tageszeitung nie den Tag sehen würde. Zahlreiche Leute hätten sich "die Neuheit" nicht beschaffen können. Man hätte eine zweite Auflage drucken sollen, die die Zeitungsverkäufer am Sonntag verkauft haben sollen. Das sei die Nachfrage der Leser gewesen, daher gebe man bekannt, daß in absehbarer Zeit eine Sonntagszeitung in den Haushalten präsent sein werde. Bei den französischen Investoren herrsche noch die Wartehaltung. Trotz der Versicherungen Ravalomananas vor der MEDEF (französisches Unternehmertum) anläßlich des Gipfels Frankreich - Afrika habe man noch keinen Beginn des Flusses von französischen Investitionen nach Madagaskar feststellen können. Die Unternehmer erwarteten große Willkommenszeichen und Garantien, die ihre Investitionen sicherten. Im moment sei also keine Eile. Eine Mission der MEDEF sei am 25. März vorgesehen, um die politische und wirtschaftliche Situation abzuschätzen und um das Verhalten der Behörden, der lokalen Unternehmer und selbst der Arbeiter zu sondieren. Die Frage, die sie sich stellten: Sei Madagaskar gastfreundlich für französische Investitionen? Während der heißen Phase des Kampfes, der Ravalomanana getragen habe, habe dieser nicht aufgehört zu wiederholen, daß die nationale Fluglinie nicht Ausländern überlassen werde. Im moment scheine es aber so, daß genau das Gegenteil von dem geschehe. Sei es für das Wiederausbreiten der Flügel wirklich nötig gewesen, ausländische "Experten" zu rufen? Könnten diese besser dazu beitragen, als die madagassischen Techniker und Kader aus der Firma selbst? Jedenfalls sei bis jetzt keine wichtige Neuerung feststellbar, weder im Servicebereich noch bei den angeflogenen Zielen. Und es sei nun schon mehrere Monate, daß die ausländischen Ratgeber am Werken seien. Warum zum Beispiel Blue Panorama behalten, was ein Beitrag des vorherigen delegierten Verwalters gewesen sei. Sicher, solch eine Sanierung eines solchen Ausmaßes sei nicht leicht, aber man dürfe sich die Frage stellen, ob das in den Rahmen der Politik der schnellen Entwicklung, die so sehr von den aktuell Führenden gepredigt werde, passe. Im Gegenteil, man wohne einem Rückschritt des Erreichten bei: Streichung der Rabatte von 20 - 30% auf den Inlandslinien für die, die von Europa mit der Air Madagascar gekommen sind, Streichung der karte Mpiara-dia, Erhöhung der Inlansflugpreise, ohne von der Behandlung des Personals der Gesellschaft zu sprechen. Um vom Personal anders zu sprechen, so nehme man unter anderem Notiz von den ohne großen Prozeß verabschiedeten Führungskräften, die eine zusätzliche Last für die Gesellschaft darstellten. Nun, wenn man sich für die Bezüge der ausländischen Ratgeber interessierte, dann würde man besser verstehen, was eine wirkliche zusätzliche Last darstelle. Und was sei mit den Mechanikern der Gesellschaft, die man auf das Abstellgleis geschoben habe und die nicht einmal die eigenen Flugzeuge durchsehen könnten. "Importierte" Mechaniker seien kompetenter, scheine es. Während seit Jahren die madagassischen Mechaniker die Referenz in diesem teil Ostafrikas und des Indischen Ozeans gewesen seien. Also, Air Madagascar den Madagassen? 11. 3. Die Gazette berichtet: 600.000 Personen, die im Süden in den am schlimmsten von der Hungersnot betroffenen Regionen lebten, seien in Not. Das Phänomen, das sich fast jährlich wiederhole, zeige sich durch die fehlende Regenmenge, Folge sei Unterernährung und treffe besonders die Kinder. Diese Plage trete in der heißen Jahreszeit von September bis April auf. Feldbau sei nicht mehr möglich und so gebe es auch nichts zu ernten und somit auch nichts zum Verkaufen. Einzige Lösung sei das Verkaufen von Schmuck oder selbst Küchenutensilien zu jedem Preis. Das Fehlen von Nahrung führe dazu, daß die Bevölkerung alles schlucke, was ihr vor die Augen komme. Ein aus der Region stammender habe in einem Interview gesagt, man esse Kaktusfeigen, Tamarindenfrüchte gemischt mit Asche... und schlimmer "taimboraka" mit beigefügtem Salz. Wenn zuvor die Kaktusfeigen als Wildfrüchte galten, so würden sie jetzt vermarktet zu einem Preis von 1000 FMG pro Stück. Die Konsequenzen seien besonders für die Kinder unheilvoll und würden nach und nach die Sterblichkeitsrate in der Region ansteigen lassen. Angesichts dieser Not betone der Massenexodus der Bevölkerung aus dem Süden noch die Desertifikation. Im allgemeinen kämen von allen Seiten Spenden und Vorräte, wenn die Hungersnot sich zeige. Wenn diese punktuellen Aktionen auch im moment zur Rettung von Leben nötig seien, so seien sie jedenfalls nicht ausreichend. Dauerhafte Maßnahmen müßten getroffen werden, damit sich das Phänomen nicht immer wiederhole. Zuerst müßte den Maßnahmen zur Wasserversorgung nachgegangen werden und diese verstärkt werden, damit die Bevölkerung etwas anbauen könne. Außerdem müsse eine Aufforstung in großem Rahmen stattfinden und man müsse Pflanzen nehmen, die wenig Wasser benötigten und an das Klima angepaßt seien. Könne man eines Tages eine Lösung finden, um die Hungersnot zu beseitigen oder sei die Bevölkerung des Südens zu dieser Plage verurteilt? Die Partner Madagaskars hätten im Rahmen ihrer Hilfe und ihrer Unterstützung zur Entwicklung des Landes immer schon die biologische Vielfalt als einen beachtlichen Reichtum betrachtet, um die Geißel des Elends zu besiegen. Aber man müsse diesen Reichtum als ein effizientes Mittel nutzen, um die 75% in schlimmer Armut steckenden Madagassen herauszubekommen. 80% der Pflanzen, 42 Lemurenarten, 120 Amphibienarten und 250 Reptilienarten seien laut der Weltbank endemisch und die 5000 km Küste und um 270 kleine Inseln hätten außerdem eine beachtliche biologische Vielfalt aufzuweisen. Aber dieser Reichtum werde nur zaghaft genutzt. Im Gegenteil müsse man einer Zerstörung der Umwelt unvergleichlichen Ausmaßes zusehen. Tatsächlich sei für den Lebensunterhalt einer Bevölkerung, die mit 2,8% pro Jahr galoppierend wachse, eine permanente Ausweitung der Anbauflächen zum Nachteil der Umwelt verbunden. Auf über 2,3 Millionen ha veranschlage man die Flächen, die durch Abflämmen an den Flanken verletzlicher Hügel entstanden seien. Laut dem Umweltministerium habe Madagaskar bereits 80% seiner ursprünglichen Waldflächen verloren - davon über die Hälfte in den letzten 40 Jahren. Die Entwaldung habe sich mit einer Rate von 200.000 ha pro Jahr fortgesetzt. Zwischen 1987 und 1997 sei ein Drittel der Primärwälder verschwunden. Durch die Erosion der Erde, die auf 200 - 400 t pro ha pro Jahr geschätzt werde, würden jedes Jahr etwa 10.000 ha bewässerte Flächen untauglich für die Produktion. Es sei schwer, sich einen dynamischeren ländlichen Sektor im Uweltbereich vorzustellen, ohne die Herausforderung anzunehmen, den besorglichen Kreis der Armut und der Umweltzerstörung zu durchbrechen. 12. 3. Die Midi berichtet: Naturprodukte der großen Insel hätten jetzt endlich eine Marke. Mit Unterstützung des Programms der Landscape Development Intervention und der Universität Rutgers (USA) und dank der Finanzierung von USAID werde die Vereinigung der Naturwarenproduzenten Pronabio (produits naturels et biologiques de Madagascar) morgen zur Einführung des Labels schreiten, welches den Namen Natiora trage. Bio-Produkte aus Madagaskar erzielten laut LDI einen Erlös von etwa 200 Millionen Dollar und die internationale Nachfrage nach Bio-Produkten höre nicht auf, zu wachsen. Natiora erlaube es, den Käufern Produkte erster Qualität zu garantieren, rein und nach den internationalen Normen. Diese Marke diene dazu, die Herkunft des Produkts nachzuweisen und dazu, die Bio-Herstellung und die Qualität zu garantieren. Alle Naturprodukte, wie Gewürze, essentielle Öle, getrocknete Körner, Getreide, Kunsthandwerksprodukte, Obst und Gemüse könnten mit dem Natiora-Siegel ausgezeichnet werden, wenn sie die Bedingungen erfüllten. Der Venta Club Andilana auf Nosy Be sei am 16. 1. wegen höherer Gewalt geschlossen worden und werde laut dem Vertreter der italienischen Betreiberfirma Ventaglio nicht wieder eröffnet, wenn die madagassischen Behörden nicht in kürzester Frist die Straße Hell-Ville Andilana in einen nutzbaren Zustand brächten und daß mit einer endgültigen Wiederherstellung der madagassische Staat auch für die Regenzeit die Nutzbarkeit garantiere. Die Schließung habe der Gruppe große Verluste gebracht, aber ebenso9 dem Reiseziel Madagaskar. Der Schaden belaufe sich auf eine Million Dollar, da 400 Kunden auf andere Reiseziele umgeleitet worden seien. 320 Angestellte seien derzeit von einer endgültigen Entlassung bedroht, habe der Firmenvertreter bedauert. Mit minimalen zusätzlichen Kosten von einem Prozent der Gesamtkosten könne man die Geotextilie namens Bidim beim Straßenbau einsetzen und die Haltbarkeit der Straße verlängere sich. Das wolle jedenfalls die Firma Madecasse beweisen, als man gestern ein Straßenstück mit dem Textil ausgestattet habe. Man wolle den lokalen Behörden zeigen, welche Vorteile man von der Nutzung des Textils habe. Das Geotextil sei eine Art Teppich, die man zwischen zwei Schichten, den Erdboden und das zur Konstruktion gewählte Material der Straße, plaziere. Sein Auflegen auf Böden mit geringerer Tragfähigkeit verbessere die Tragfähigkeit auf lange Sicht signifikant. Zwischen einer Erdschicht und einer Dränageschicht könne das Sickerwasser passieren und die feinen Erdpartikel würden zurückgehalten. Auf jeden Fall erlaube das Textil ein gutes und schnelles Verschwinden des Wassers und erhöhe dadurch die Haltbarkeit der Stuktur der Straße. Eine ansässige Firma wolle noch dieses Jahr in Partnerschaft mit der Firma HTS Hongta Suisse eine Zigarettenfabrik errichten, in der 130 Personen Beschäftigung finden sollen und 100.000 Kartons produziert werden sollen. 4 Millionen $ seien für dieses Projekt zur Investition vorgesehen. Andererseits sei unter Beteiligung von OFMATA ein Projekt zur Tabakpflanzung vorgesehen. Nun gebe es einige Polemik, weil der Firma Steuererleichterungen gewährt worden seien. Gemäß den der Zeitung gegebenen Erklärungen wolle man 40 Container Zigaretten der Marke Plaza zum landesweiten Verkauf einführen. Die Firma plane außerdem eine Werbekampagne mit einem Etat von etwa 1 Milliarde FMG. Auf jeden Fall handle es sich um eine Operation, die der Errichtung einer Fabrik vorausgehe, deren Präsenz Konkurrenz bedeute und die Unternehmer des Projekts hätten Steuererleichterungen beantragt. Die Steuererleichterungen erklärten sich demnach dadurch, daß das keine normale Handelstransaktion sei, sondern das Vorspiel zu einem wichtigeren Investment. Für die Konsumenten sei jedenfalls wichtig, daß es zu Konkurrenz in diesem Sektor komme und das immer Quelle sinkender Preise sei. 13. 3. Die Gazette berichtet: Die nationale Fluggesellschaft Air Madagascar sei voll mit Planungen beschäftigt, seine Gläubiger zu bezahlen. Und daher suche man unaufhörlich nach Wegen, die Gesellschaft rentabel zu machen. Gestern habe man bekanntgegeben, daß man einen neuen Vertrag zwischen Air Madagascar und Gecas über die Nutzung einer Boeing 767 300 ER über 60 Monate geschlossen habe. Die 767 300 ER habe 24 Sitze in der Businessklasse und 216 Sitze in der Economyklasse. Dieser Flugzeugtyp sei schon von Air Canada benutzt worden und solle ab Ende April 3 mal wöchentlich für die Strecke Tana - Paris verwendet werden. Grund sei der C-Check, der gerade durchgeführt werde. Daher werde der letzte Flug von Blue Panorama am 28. März stattfinden. Aber für den Zeitraum von 4 Wochen im April werde ein Mietvertrag für eine B 767 mit der Firma Iceland geschlossen. Die Monatsmiete für die B 767 300 ER sei ein drittel der alten Miete, die 735.000 USD gewesen sei. Nach dem C-Check werde die Maschine mit den Farben von Air Madagascar ankommen, aber ausgeführt gemäß modernster Technik, soll heißen nicht Farbe, sondern mit dem System eines Aufklebebands. Ein neues Logo für Air Madagascar sei auch in Sicht, da das aktuelle auf das Jahr 1960 zurückgehe. Neue Flugziele in Südasien betreffend sei eine Studie zum Markt am Laufen und vor 2004 werde dazu nichts entschieden. 15. 3. Die Midi berichtet: Das Strategiepapier zur Reduktion der Armut (DSRP) sei Mittelpunkt der Debatten während des Treffens Ravalomananas mit der Zivilen Gesellschaft gewesen. Die Unterredung sei als Vorbereitung eines nationalen Treffens am 25. und 26. des Monats. Der Staatschef habe dazu aufgerufen, sich an der Erarbeitung der Programme und Strategien zur Armutsbekämpfung zu beteiligen und Vorschläge zu machen. Und er habe schon manche Hauptideen für dieses Dokument ahnen lassen, auf dessen Anfertigung man sich jetzt konzentrieren solle. Denn wenn dieses Dokument gut geschnürt sei, habe Ravalomanana erklärt, dann sei der Streichung der öffentlichen Schulden Madagskars in Höhe von etwa 4 Milliarden Dollar ins Auge zu sehen. Die Bekämpfung der Korruption sei eine der Prioritäten der Regierung. Daher habe er die Zivile Gesellschaft aufgerufen, Personen vorzuschlagen, die den Rat zur Bekämfung der Korruption leiten sollten, der bald geschaffen werden solle. "Unsere Kampagne in Deutschland und in Paris hat ihre Früchte getragen und die internationalen Unternehmer haben eine große Kooperation bewiesen, haben aber besonders ein großes Interesse, unser Land betreffend, gezeigt." habe der Tourismusminister stolz bei seiner Ankunft gestern in Ivato gesagt. Hauptgrund für die Reise nach Deutschland sei gewesen, der Präsenz Madagaskars auf den internationalen Tourismusmessen einen offiziellen Rahmen zu verleihen. Madagaskar dürfe keine Gelegenheit auslassen, sich bekannt zu machen. Diesbezüglich habe der Minister Madagaskar letztlich auf verschiedenen internationalen Veranstaltungen repräsentiert, dem Worl Travel Market in London und Muba Plus in Basel. Der letzte Besuch in Deutschland sei Gelegenheit für die große Insel gewesen, auf der International Travel Business (ITB) in Berlin zu erscheinen. Nach seinem Aufenthalt in Holland, Zürich, Stuttgart und anderen deutschen Städten habe der Minister in seine Pilgerschaft den Besuch des Salon Mondial du Tourisme in Paris eingeschlossen. Die Ergebnisse seien mehr als zufriedenstellend, habe der Minister gesagt, überall habe es große Kooperationen gegeben. Die Reiseveranstalter hätten gegenüber dem Reiseziel Madagaskar ein echtes Interesse gezeigt. Gewisse deutsche Städte, wie Stuttgart und München hätten sogleich Austausche und Treffen in verschiedenen Bereichen versprochen, im Sport und bei Automobilen. Laut dem Minister sei es nun klar, daß der Tourismus in Madagaskar bald ein großes Wachstum erleben werde. Aber nun stelle sich die Frage, wie man all die Touristen aufnehmen solle und wie das finanziert werden solle. Madagaskar verfüge wohl nicht über ausreichend infrastrukturelle Mittel, um diese Touristen aufzunehmen. Man müsse mindestens 2 Spitzenhotels, Straßen und den Zugang zum Wasser zur Verfügung stellen und mindestens auf den gleichen Stand kommen, wie Mauritius, wo ein Drittel der Hotels 5 Sterne habe, habe der Minister gesagt. Kurz, viele Anstrengungen und viel Geld. 17. 3. Die Gazette berichtet: Wieviele Demonstranten seien am Samstag in Tulear zum Platz der Wahrheit vorgestoßen? Laut Pety Rakotoniaina (Ex-PmS von Fianarantsoa) am Telefon seien es 20- 30.000 gewesen, während die Polizei eine Schätzung von etwa 1500 Personen abgegeben habe. Aber es sei wohl alle Welt dagewesen, weil eine Kette Militärs, die den Zugang zum Platz abgeriegelt hatte, schnell überrannt worden sei. Die Flut sei aber dann eingedeicht worden und mit Tränengasgranaten, Schüssen in die Luft und Gewehrkolbenschlägen zurückgedrängt worden. Man spreche von 8 Verletzten und von verhafteten Journalisten, die man anschließend wieder freigelassen habe. Auf jeden Fall sei es schon lange her, daß man soetwas in Tulear erlebt habe. Jedenfalls trage der ganze Krawall nicht dazu bei, das Bild des Regimes Ravalomanana in der Hauptstadt des Südens glänzen zu lassen. Bis spät in die Nacht hinein habe es in der Stadt Zusammenläufe gegeben. Man beklage in erster Linie die Hinderung der freien Meinungsäußerung. Wie beim alten Regime am Platz des 13. Mai (in Tana), wo man die Gegner mundtot gemacht habe. Man werfe also den Ordnungskräften diese energische Unterdrückung vor, obwohl die Gefahr für die öffentliche Ordnung nicht augenscheinlich gewesen sei. In Tulear hätten die Marc Ravalomanana feindlich gesinnten Kräfte Verbindungen zugunsten dieses Treffens unterhalten und die Schlacht vom Samstag könne nur ihre neu gewonnene Einheit zementieren. Als Ravalomanana jüngst die Demonstrationen von Tulear erwähnt haben soll, soll er gesagt haben, daß, falls Tulear sich in der Opposition verdunkle, er alle dortigen Projekte stoppen werde, selbst jene, die bereits am Laufen seien. Diese unglückliche Aussage habe sicherlich die Menge der Demonstranten anschwellen lassen. Verantwortliche der Firma Socolait hätten bei einer Fernsehreportage im nationalen Fernsehen gesagt, daß man keine Angst vor Konkurrenz habe, aber die Spielregeln müßten für alle die gleichen sein. Titel der Sendung sei "Die nationalen Unternehmen geegnüber der Globalisierung" gewesen und man habe die Realitäten im Bereich des einzigen Unternehmens im Indischen Ozean für konzentrierte Milch gezeigt. Laut dem Direktor von Socolait habe man pro Woche etwa 20- 25.000 Kartons fabriziert und wegen billigen Importen Absatzeinbußen von 90% hinnehmen müssen. Der Preis gewisser Importe sei für den Wiederverkäufer unter den eigenen, bei 3250 FMG pro Dose. Sei die Fabrik nicht wettbewerbsfähig? Es sei immer so, daß die Preise im Vergleich zum Weltmarkt deutlich darunter lägen, wobei man kaum denken könne, daß die Importeure mit Verlust verkauften. Es handle sich mindestens um ein Riesendumping, um die lokale Produktion geradezu zu töten, um den Markt danach komplett zu monopolisieren. Auf jeden Fall sei die Fabrik, aber auch der ganze Zweig der Milch in Gefahr geraten. Und der Tod scheine unabwendbar, wenn die öffentlichen Mächte nicht reagierten. Wenn die importierten Marken wirklich aus Milch hergestellt würden und die Steuern und Gebühren ordentlich bezahlt würden, dann könne man absolut nicht ein solches Preisniveau haben. Man habe die beteiligten Verantwortlichen aufgefordert, unnachgiebig diese Importe zu kontrollieren. 3000 Familien seien betroffen, die alles verlieren könnten. 18. 3. Die Midi berichtet: Was passiere? Die Regierung und die ihr nahestehenden politischen Parteien blieben still angesichts der aktuellen Vorkommnisse. Die TIM und die Firaisankinam-pirenana hätten sich schon seit den legislativen Wahlen, die sie hoch gewonnen hätten, nicht mehr gezeigt. Man frage sich, wo sie seien, was sie machten. Heute mache das Regime den Eindruck, keinen Verteidiger zu haben, angesichts der Kritiken der Opposition auf der einen Seite und politischen Bewegungen, die begonnen hätten, auf die Straße zu gehen, auf der anderen Seite. Sei das Gleichgültigkeit oder Erwartung? Viele Fragen ergäben sich vor diesem Schweigen. Es sei wahr, daß die aktuellen Einsätze für die Führer an der Macht weniger politisch, als wirtschaftlich seien. Alle Reden seien durchtränkt mit dem Ausdruck "schnelle Entwicklung", daß man schon manchmal denken könne, daß außer diesem Ziel nichts weiter mehr existiere. Die prioritären Vorhaben zielten heute darauf, die Parnerschaft für die Entwicklung zu verstärken. Der Präsident der Republik habe das zu seiner Aufgabe gemacht. Seine regionalen und internationalen Reisen hätten großenteils dazu beigetragen und hätten das Bild Madagaskars nach der Krise von mehreren Monaten, die das Land letztes Jahr durchgemacht habe, in den Augen der Welt verbessert. In den Ländern, die er besucht habe, wollten viele Investoren nach Madagaskar kommen. Die Bedingungen erlaubten es und die Chancen, zum Ende der Armut zu kommen, seien realer, als je zuvor. Nun, die politischen Einsätze blieben. Sie seien konfliktreich, daß man meinen sollte, es sei eilig und notwendig, angemessene Lösungen für die existierenden Probleme herbeizuführen. Denn es seien nicht die Demonstrationen, die dann zu gewaltsamer Unterdrückung führten, wie das, was in Tulear am letzten Wochenende passiert sei oder auch die studentischen Gewaltakte gegen ein Aufräumen in den Wohnheimen von gestern, die die Existenz eines Unwohls nicht widerlegten. Abwartend müsse man sagen, daß das Bild der Stabilität des Landes vom politischen Spiel gelitten habe. Ein Spiel, das die Stille der Regierung und der Parteien an der Macht nicht erkläre. Nach verschiedenen erledigten Arbeiten seit dem Jahr 2000 sei Madagaskar zur Zeit an dem Punkt, das Strategiepapier zur Reduktion der Armut (DSRP) zu beenden. Wenn der Prozeß normal weiterlaufe und wenn die mit den Geldgebern übereingekommenen Bedingungen erfüllt seien, dann könne Madagaskar die Vollendung im Juni 2004 erreichen. Der Weg für ein wirkliches Wiederaufleben werde sich öffnen, da die Vollendung die Verringerung von 90% der madagassischen Schuld heiße. Das bedeute, etwa 23.000 Milliarden an Schulden zu löschen, falls ein gewisse Anzahl Bedingungen erfüllt würden und die Fristen eingehalten würden. Momentan belaufe sich die madagassische Schuld auf etwa 4 Milliarden $US. Die Zahl der 90% sei in einem Pressepapier veröffentlicht worden, das bei der Präsentation des DSRP im Hotel Hilton am 11. März verteilt worden sei. Eine Zahl, die weit über der von 2000 liege, wo man von einer Reduzierung von 41% der Schuld gesprochen habe. Anders gesagt könne Madagasker sich nicht normgemäß entwickeln, außer mit einer solchen Reduzierung der Schulden. 2 in Brand gesetzte Gebäude, 2 verbrannte Autos, ein gesteinigtes Löschfahrzeug der Feuerwehr und in Rauch aufgegangene Akten... Das sei die gestrige Bilanz der Gewaltszenen in Ankatso gewesen, wo eine Demonstration schnell den Verlauf zum Vandalismus genommen habe. Es sei eine Liste veröffentlicht worden, wer berechtigt sei, im Wohnheim zu wohnen. Für diejenigen, die noch im Wohnheim wohnten würde das einen gewaltsamen Rauswurf bedeuten, wenn man nicht auf der Liste wäre. In den Wohnungen sollen vielfach ganze Familien wohnen und es soll auch so sein, daß Mieter gar keine Studenten mehr sind. 19. 3. Die Midi berichtet: Man könne schwer verstehen, was auf politischem Niveau geschehe. Das seien die Gedanken von vielen Leuten, die fänden, daß die Lage sich zur Zeit kompliziere. Die Oppositionsparteien, da bestehe kein Zweifel, seien erklärte Gegner des Präsidenten der Republik, weil sie bei der Präsidentenwahl verloren hätten. Aber mit dem Ziel eines Wechsels an der Macht und um den nächsten Wahlgang zu gewinnen, bereiteten sie sich sicherlich jetzt schon vor. Der Berufsverband der Richter habe sich dafür ausgesprochen, daß die Richter eineVermögenserklärung laut dem Dekret machen sollten. Die Entscheidung sei wegen dem übergeordneten Staatsinteresse getroffen worden, wie in einer Erklärung betont werde. Hier und dort als Blockadefaktor für die Auszahlungen der Geldgeber beschuldigt, hätten sich die Richter etwas schuldig gefühlt, wenn sie auch juristisch gesehen recht hätten. Auch wenn die Richter nicht verpflichtet gewesen seien, der Erklärung ihrer Vermögen zuzustimmen , hätten sie doch zeigen wollen, daß sie nicht gegen das Prinzip seien. Die Gefahr sei - und das sei peinlich - daß die Geldgeber bei der ganzen Angelegenheit "juristische Unregelmäßigkeiten" begünstigten, entgegen ihrem Eigensinn, die Rechtsstaatlichkeit in Madagaskar zu etablieren. Die Vanilleproduktion werde dieses Jahr 42% geringer ausfallen. Es werde eine Ernte grüner Vanille von 3500 Tonnen erwartet, was etwa 700 Tonnen fertiger schwarzer Vanille bedeute. Die madagassische Vanille sei die teuerste Vanille und decke über 60% des Weltmarktes ab. In der Kampagne 2001 - 2002 habe ein kg grüner Vanille zu Beginn der Ernte 80.000 FMG gekostet und zum Ende hin 150.000 FMG. Und jetzt wollten schon gewisse Personen den Preis auf 150.000 FMG pro kg setzen, was aber eine Gefahr darstelle, weil damit Konkurrenten aus Asien, Indien oder Uganda, einem Neuankömmling auf dem internationalen Markt, begünstigt werden könnten. Ohne von der synthetischen Vanille zu sprechen, die eine konstante Bedrohung für die madagassische Vanille darstelle. Bei der letzten Regierungssitzung habe man eine Aufhebung der Besteuerung von Moskitonetzen und Insektiziden gegen Mücken beschlossen, um den Zugang der armen Bevölkerungsschichten zu erleichtern. Die Nutzung von Moskitonetzen sei noch nicht weit genug verbreitet und die Rate liege bei 20%. 20. 3. Die Gazette berichtet: Wie vorgesehen, sei die erste große Versammlung, die die Regierung organisiere, das konzertierte Treffen zum Strategiepapier zur Reduktion der Armut (DSRP) am 25. und 26. des Monats. Mehr politisch als wirtschaftlich, wenn man das an der Zusammensetzung der Aufgerufenen beurteile, die das Papier entgraten sollen, das die Regierung bereits im Allgemeinen präsentiert habe. Politische Parteien, die zivile Gesellschaft und Finanzierer würden alle möglichen Fragen debattieren, damit Madagaskar mit Hilfe des Strategiepapiers seine Wirtschaft wieder ankurbeln könne und um das Leben der Madagassen fortschrittlich zu verbessern. Nach dem grünen Licht des Strategiepapiers könne einiges Platz greifen. Zuerst sei da die aufgebürdete Bedingung der Geldgeber zur guten Regierungsführung. Diese schließe unvermeidlich Änderungenbei der Art der Führung der Staatsgeschäfte, wie bei der Zusammensetzung der Regierung selbst mit ein. Auf jeden Fall sei das keine Neuigkeit, denn immer seien die Bedingungen gegenüber allen Regierungen, die aus dem Sozialismus hervorgegangen seien, wiederholt worden. Nun, die erlebte Realität folge nicht den Prinzipien der guten Regierungsführung. Je mehr man in der Welt laut nach etwas mehr guter Regierungsführung rufe, um so mehr gewinne die Korruption an Terrain, besonders im Bereich der Verwaltung. Und das sei der Grund, warum beim aktuellen Regime der Kampf gegen die Korruption an der Spitze stehe. Aber werde sie auch dort ankommen? Das sei die ganze Frage. Die zwei starken Männer der Regierung, der Vize-Premierminister und ein Minister, Urheber dieses Dokuments, müßten, so sehr sie könnten, den Applikationen der Wirtschaftsprogramme und der Verwendung der gewonnenen Summen Geldes infolge der Streichung eines großen Teils der auswärtigen Schulden, folgen. Die Gelgeber würden sicherlich nicht auslassen, systematische Schätzungen zu machen, um zu wissen, wie die madagassische Regierung all die Millionen Dollars verwalte, die für die Reduzierung der Armut bestimmt seien. Sie müßten auch erreichen, die öffentliche Meinung zu überzeugen, daß die im Strategiepapier enthaltene Wirtschaftspolitik festgeschrieben sei. Für den Mann von der Straße scheine die Löschung der Schulden sehr weit entfernt von seinen Hauptsorgen zu sein. Die Leute wüßten nicht einmal, welche Auswirkungen das auf ihr tägliches Leben haben werde. Wenigstens sollten die erarbeiteten wirtschaftlichen Programme festgeschrieben werden, nachdem man bei den betroffenen Bevölkerungen Studien durchgeführt habe. Wenn das der Fall wäre, hätten sie gute Chancen, realisiert zu werden. Im gegenteiligen Fall bleibe Madagaskar, wie immer schon, ein Friedhof für Projekte. Einige Ex-Minister der Regierung Sylla hätten ihre Entlassung noch nicht verdaut. Während gewisse keinen Groll nach außen trügen und keine Bitterkeit zeigten, nährten zwei oder drei Ex-Minister, von denen die Zeitung die Namen kenne, in verschiedenen politischen Kreisen die Kritiken, oft herb, gegen das Regime Ravalomanana. Ein Betragen, das man streng betrachtet als Ausdruck der Demokratie verstehen könne. Eigenartigerweise seien die Mitglieder der vorhergehenden Regierung der "nationalen Einheit", die aus anderen Parteien stammten (Arema, Leader-Fanilo), am zurückhaltendsten, wenn sie auch tausend Gründe hätten, die Fehler, die Nachlässigkeiten und Mängel der Macht laut und stark anzukreiden. Ein Verbitterter stichele gegen Sylla und habe dessen Ausgrenzung aus der Zeremonie und jeglicher Debatte betreffend das Strategiepapier zur Reduktion der Armut nahegelegt. Schlimmer, er habe an der Seite des Kabinettschefs beschlossen, daß die "La Gazette de la Grande Ile", die er als Organ der Opposition tituliert habe, nicht von den Anzeigen zu dieser Veranstaltung profitieren dürfe. Das sei kein Groll von der Seite der Zeitung. Aber wegen des Pluralismus und der Toleranz, die die Verantwortlichen des Papiers anregten, hätten diese das Diktat dieses "ersten" Präsidentenberaters übergangen. 21. 3. Die Midi berichtet: Vom 3. bis 14. März sei das Personal der Direction Générale d´Investigations et de la Documentation Intérieures et Extérieures (DGIDIE)(Geheimdienst) einem Seminar gefolgt mit dem Ziel, Madagaskars Fähigkeit, die durch Geheimdienste erhaltenen Informationen zusammenzubringen und zu würdigen, zu verbessern. Dieses Seminar sei in Zusammenarbeit mit Instrukteuren des Departments des amerikanischen Staats erfolgt. Ziel sei gewesen, die Fähigkeit zur Analyse und dem Fassungsvermögen von Problemen, denen Madagaskar entgegensehen müsse, zu verbessern. Es seien auch der internationale Terrorismus, der Drogenschmuggel und auch andere unerlaubte Aktivitäten betroffen. Gemäß einem hohen Verantwortlichen des DGIDIE handle es sich für das Personal der Hauptverwaltung darum, sich Techniken anzueignen, die ihm erlaubten, alle Formen von Informationen zu analysieren, um daraus die Schlüsse zu ziehen und der Regierung zu unterbreiten. Daher, dank dieser Kenntnis, sei die DGIDIE fähiger, Ratschläge an die Führenden und an die Regierung zu geben betreffend zu unternehmender Aktionen. Es handle sich auch darum, der Regierung zu ermöglichen, ihre Mittel bestimmungsgemäß zu nutzen, um die Verfassung und die Bürger gegen das zu schützen, was seine Unabhängigkeit bedrohe. Weiterhin sei es Aufgabe, der Regierung objektive Fakten die eine oder andere Information betreffend zu liefern, was ihr bei jeder Entscheidungsfindung helfen werde. Dank diesem, mit dem Beitrag der USA realisierten Seminar, erwarte man, daß die DGIDIE eine bessere Leistung bei der Erfüllung ihrer Aufgaben leiste. Die Arbeiten der Regierung zu erleichtern, die diese bezüglich der Herausforderungen zu begegnen habe, zum Nutzen eines Volkes. Um nicht nach einer Definition so taxiert zu werde: manchmal herabsetzend "Politische Polizei". Die Muba Plus in Basel sei für die madagassischen Kunsthandwerker ein totaler Reinfall gewesen. Man sei besonders gekommen, um neue Absatzmöglichkeiten zu finden und um Gewinne zu machen. Aber die meisten von ihnen seien mit Verlusten zurückgekehrt. Immensen Verlusten, da man sich extra habe verschulden müssen oder Güter habe verkaufen müssen, um nach Basel fliegen zu können. Es habe ein großes Medien-Tam-Tam zu den guten Verkaufsmöglichkeiten gegeben, aber in Wirklichkeit hätten die kleinen Kunsthandwerker unter Preis verkaufen müssen. Offensichtlich seien die Veranstalter der madagassischen Teilnahme nicht auf dem Stand der Dinge gewesen. Problem sei, daß man vor der Messe den Teilnehmern keine konkreten Informationen gegeben habe. Wenn man gewußt hätte, daß es sich um eine Musterausstellung handelt, hätte man nicht Tonnen von Waren mitgebracht. Die Bilanz sei Katastrophal und es hätten 34 Kartons mit Waren zurückgelassen werden müssen, die die madagassische Botschaft in Genf kostenlos übernommen habe. Also das totale Fiasko für Madagaskar. Aber das Problem sei nicht zum ersten Mal aufgetreten, vielmehr sei es jedes Mal bei einer madagassischen Teilnahme an solchen großen Veranstaltungen ein Fiasko. Die Organisatoren vor Ort wollten immer zum Nachteil der Teilnehmer ihre Gewinne machen. Standmiete sei 1900 Sfr gewesen, während manche ONG´s 1000 oder 1500 Sfr bezahlt hätten. Glücklicherweise sei es dennoch ein Erfolg gewesen, was die Verbreitung des Bilds Madagaskars betreffe. Der Andilana Beach Club werde im Juni offiziell wiedereröffnet, wie ein Vettreter der italienischen Gruppe Ventaglio mitgeteilt habe. Das heiße, daß die madagassischen Behörden die geforderten Maßnahmen akzeptiert hätten. Um die Flughafenkontrollen in Nosy Be zu verstärken, werde die Gruppe dem Flugplatz einen Scanner im Wert von 150.000 € zur Verfügung stellen. 22. 3. Die Midi berichtet: Die Provinzflughäfen seien wieder für internationale Flüge offen, außer für Flüge von den Komoren kommend. Die Dienste der Flughäfen sollten verbessert werden und in Ivato, dem Flughafen von Antananarivo, seien Umbauten geplant, um die Flächen besser nutzen zu können, damit die Abfertigung der Passagiere leichter werde. Der Zugang zu den reglementierten Zonen solle durch Methoden der Kontrolle besser gesichert werden. Die eingenommenen Flughafengebühren und Steuern wolle man für diese Maßnahmen der Verbesserung der Dienste verwenden. Das baldige Kommen deutscher touristischer Unternehmer und Investoren sei Mittelpunkt eines Gesprächs zwischen dem deutschen Botschafter und dem Tourismusminister gewesen. Während der ITB in Berlin habe der Tourismusminister viele deutsche Unternehmer getroffen, die ihr Interesse für den Tourismus in Madagaskar bekundet hätten, speziell auf der Seite der Verbesserung der Hotelinfrastruktur. Jetzt gebe es ein neues Interesse für Madagaskar, habe der deutsche Botschafter gesagt und hinzugefügt, daß es bald viele deutsche Touristen in Madagaskar geben werde. 24. 3. Die Midi berichtet: Der Präsident Ravalomanana habe am Wochenende Nosy Be besucht und sei vom PmS von Diego und vom Tourismusminister begleitet worden. Bei seinem Zusammentreffen mit der ansässigen Bevölkerung habe der Staatschef die Wiederherstellung der Straßen der Parfüminsel versprochen, deren Arbeiten im April beginnen sollen. Das Hospital der Insel solle mit einem Scanner (Computertomograph?) ausgestattet werden. Der Flughafen der Insel solle in einen internationalen Flughafen umgewandelt werden, habe der Staatschef versprochen. In Paris habe es am Samstag eine Konferenz gegeben, bei der man die Auslieferung Ratsirakas gefordert habe, damit er für seine Verbrechen bestraft werden könne. "Der Präsident Ravalomanana hat während seines Aufenthalts in der Schweiz Investoren dazu augerufen, nach Madagaskar zu kommen, er hat bei verschiedenen Gelegenheiten versucht, zu versichern, daß die Sicherheit der Investitionen gesichert ist, wenn man sich erst einmal niedergelassen hat und das Übereinkommen garantiert ist." Diesen Satz habe ein internationaler Anwalt der Gruppe Hongta China und Hongta Schweiz bei einer Pressekonferenz am Wochenende in Tana betont, womit er sich sicherlich auf die gewährten Steuervorteile bezogen habe. Laut gewissen Informationen habe der Finanzminister beschlossen, nur den ersten beiden von 40 Containern die Steuererleichterungen zu gewähren. Die Steuern und Gebühren für die 40 davon befreiten Container würden sich auf 27 Milliarden FMG belaufen. Die Sondervereinbarung werde annuliert, wenn die Zigarettenfabrik nicht gebaut werde. Die Zigaretten würden für lediglich 4900 FMG verkauft werden, wohingegen andere Zigaretten gleicher Qualität viel teurer seien. Die jährlich von der Fabrik zu zahlenden Steuern würden 48 Milliarden FMG betragen. Durch den geplanten Export von Zigaretten werde man zu einer wichtigen Devisenquelle werden. Die Firmenvertreter hätten bezüglich der Steuerbefreiung gesagt, man habe einen formgerechten Antrag eingereicht und am 24. 10. 2002 vom Generaldirektor der Steuerbehörde eine Einverständnis bekommen und man habe bis jetzt keine anderslautende offizielle Mitteilung bekommen. Auf jeden Fall müsse der verantwortliche Minister sich jetzt schnell um die Angelegenheit kümmern und eine Entscheidung treffen. Wohl wissend, daß ein solcher Aufschub schädlich für das Land sein könnee, wo doch Investoren, die ihr Geld in Madagaskar einsetzen wollten, klare, legale und beständige Spielregeln haben wollten. Die Gruppe Hongta China sei Führer in der Tabakfabrikation mit den meistverkauften Marken in China. Die Gruppe operiere auch in anderen Bereichen, wie der Herstellung von Materialien zur Herstellung, Druckerei, im Hotelwesen und im Finanzsektor. Die Zigarettenmarke Plaza werde in 40 Ländern verkauft. In Madagaskar werde die Marke von der Firma SIPROMAD vertrieben. 25. 3. Die Gazette berichtet: Das Festhalten auf ihren Posten von den sechs Provinzchefs und dem Bürgermeister von Tana, alle nicht gewählt, sondern ernannt, provoziere nicht immer günstige Kommentare für das Regime Ravalomanana. Das KMMR und das CRN hörten nicht auf, an die Nichtverfassungskonformität der Ernennung der PmS und des Interimsbürgermeisters von Tana zu erinnern. Auf jeden Fall müsse der madagassische Staat sich normalisieren. Am Ende jeder großen Krise träfen die neuen Machthalter immer Entscheidungen außerhalb der Verfassung für gewisse hohe Verwaltungschefs, um die Kontinuität des Staates zu sichern. Und das sei letztes Jahr in Madagaskar nach dem Sturz der Gouverneure und dem Freiwerden des Bürgermeisterpostens in Tana geschehen. Der große politische Sturm gehöre heute der Vergangenheit an und die Verwüstungen würden wieder repariert. Es sei also Zeit für die Regierer, sich an das Recht und die Rechtsstaatlichkeit zu halten. Der Wirtschafts- und Finanzminister habe zur Angelegenheit der Plaza-Zigaretten gesagt, daß das Gewähren von Vorteilen an eine einzige Firma Begünstigung sei, die er nicht machen werde. Es sei kurios, daß trotz dieser regierungsseitigen Verweigerung Plaza-Zigaretten überall auf dem madagassischen Markt verkauft würden. Heiße das, daß der Generaldirektor der Steuern ein total mächtiger Mann sei, dessen Entscheidungen nicht einmal der übergeordnete Minister zurücknehmen könne? Da sei etwas zu korrigieren, da die Logik der Hierarchie nicht respektiert werde. Wenn die Regierung, vertreten durch den Minister, ihren Widerspruch gegen eine Maßnahme ausgedrückt habe, dann müsse diese auch gleich nichtig erklärt werden. Der Zusammenhang verlange auch, daß eine Entscheidung dieser Tragweite nicht nur vom Wirtschafts- und Finazministerium abhänge, sondern auch mindestens vom Gesundheitsministerium und vom Industrie- und Landwirtschaftsministerium. Habe man beispielsweise nachgeforscht, ob der Teer- und Nikotingehalt dieser chinesischen Zigaretten den hier geltenden Vorschriften entsprächen? Es scheine nicht so. Habe man außerdem die Garantien zur zukünftigen Errichtung einer Fabrik geprüft oder jene der ausländischen Firma, daß die erhaltenen Vorteile erstattet würden, falls die Fabrik nicht errichtet werde? Es scheine gleichsam nein. 12 Richter seinen vom obersten Richterrat suspendiert worden. 8 aktuell in Tamatave im Amt stehende Richter, 2 Richter, die vorher in Tamatave im Amt gewesen seien, ein Richter aus Moramanga und ein Richter aus Maevatanana. Es gebe Vermutungen der Korruption und für andere Abweichungen. Die Freimaurerei existiere schön und gut auf der Insel. Man zähle aktuell um 350 Mitglieder, angeschlossen an Grand Orient de France. Das habe der hinzugezogene Großmeister Jean-Paul Brunel gesagt, der sich auf madagassischem Boden aufhalte, im Lauf dessen er in Kontakt mit seinen madagassischen Brüdern treten werde, um Austausche zu entwickeln und um zu sehen, was in Madagaskar vor sich gehe. Die gestern im Solimotel gegebene Pressekonferenz habe eine umfassende Präsentation der Gangart der Freimaurerei beinhaltet, wie sie heute sei. Die absolute Freiheit des Gewissens sei ihr erstes Prinzip; und daß die Freimaurerei kein club de service sei, habe Brunel gesagt und er habe den 275sten Geburtstag dieser Vereinigung für Juni angekündigt. Zum Krieg im Irak befragt habe er gesagt, die Freimaurerei streite für den Frieden und verurteile den Krieg, in welcher Form das auch sei. Die madagassische Freimaurerei habe als Präsident den seligen Rakotovao Razakaboana. 26. 3. Die Midi berichtet: Ein Teilnehmer der Konferenz zum Strategiepapier habe gesagt, die Vorgängerversion des Papiers unterscheide sich zur aktuellen Version darin, daß die Ziele nun schneller erwartet würden. Wenn zuvor die Ergebnisse für 2015 erwartet worden seien, also die Reduzierung der Armutsrate um 50%, so werde dieses Ergebnis nun schon für den Lauf des Jahres 2010 erwartet. Ein anderer Teilnehmer der Konferenz habe gesagt, man müsse die Mentalität ändern, da das Hauptproblem die Mentalität sei, das er mit 70% bewerte und das Finanzproblem sehe er bei nur 30%. Die Übel der Madagassen seien zweierlei Art. Das eine die Mentalität, wo man nicht den Erfolg seines Nachbarn unterstütze und das andere sei ihr Charakter prédateur. Der Präsident Ravalomanana habe bei seinem Treffen mit Vertretern einer Delegation französischer Unternehmenschefs, MEDEF, gesagt, daß es höchste Zeit sei, zu handeln und die Risiken zu nehmen wissen bei den großen Gelegenheiten, die die große Insel biete. Die Investoren müßten über Garantien verfügen, über Stabilität und Sicherheit. Aber die ungefähr 30 Investoren seien fast alle schon mindestens seit 10 Jahren mit Tätigkeiten in Madagaskar vertreten. Nun, die Ausländer hätten eine große Rolle zu spielen für die wirtschaftliche Entwicklung und Ravalomanana habe betont, daß Madagaskar übervoll sei von Gelegenheiten und nur auf die Investoren warte. Zum Beispiel zitiere er den Tourismus, die Fischerei, die Industrie und die 14.000 km Straßen, die wiederherzustellen seien. Er habe auch die Nützlichkeit von Technologieaustauschen erwähnt, sowie die Öffnung für neue Partnerschaften im Geiste von NEPAD. Mehrere zu ergreifende Maßnahmen seien während des Treffens hervorgebracht worden. Eine große Frage stelle sich für die ausländischen Investoren: Solle man wagen? Transporte von Lebensmitteln, bestimmt zum Überleben der lokalen Bevölkerung, begännen nach und nach im von der Hungersnot betroffenen Süden anzukommen. Die Transporte befänden sich bei Tsihombe und bewegten sich mit einer gewissen Langsamkeit, was vom beklagenswerten Zustand der Straßen herrühre. Man könne die Schwere der Hungersnot und die Verheerungen im Südteil der Insel nicht mehr weiter ignorieren. Sei es nicht besser, andere Wege zum Transport dieser Lebensmittel ins Auge zu fassen, angesichts der dringenden Notwendigkeit, der lokalen Bevölkerung, die vom Tod bedroht werde, zu helfen. Ein Lufttransport großer Tragweite wäre das Optimale. 27. 3. Die Tribune berichtet: Diese Entscheidung des obersten Richterrats habe die gültigen Texte mit Füßen getreten, hätten einige Richter des Gerichts in Anosy gestern angesichts der Suspendierung von 12 Kollegen gemeint. Das werde nicht so einfach durchgehen, wie ein Brief bei der Post. Bei der außerordentlichen Sitzung des Rats hätten die "Angeklagten" nicht die Möglichkeit ihres Rechts auf Verteidigung genossen, sie seien nicht einmal vorgeladen gewesen. Schlimmer, die Akten seien den Beteiligten nicht einmal vorher zugängig gemacht worden, laut den Männern in roten und schwarzen Togas. Jedenfalls brandmarkten diese Richter diese willkürliche Entscheidung und hätten einen in der Luft liegenden Skandal angekündigt und gesagt: "Wir haben unwiderlegbare Beweise in Händen, die feststellen, daß hohe Persönlichkeiten der höchsten Sphären des Staates in Korruptionsaffären und trafics d´influence verwickelt sind, ohne, daß jemand den Finger heben würde um sie zu verfolgen. Aber man stürzt sich auf die Richter." Gefragt, ob sie nicht ein klein wenig dieser Fakten lüften könnten, hätten sie der Zeitung sehr schlimme Fakten enthüllt, wo einem sich die Nackenhaare sträubten. Die schnelle Entwicklung sei eine Totgeburt. Man könne nicht schweigen, da die Gefahr drohend sei - auch mit dem Risiko, als Spielverderber oder Militärdienstverweigerer angesehen zu werden. Reaktionär und Verleumder des Regimes, fände man dort zweifellos Nahrung für ihre Argumente, aber man könne nicht die Augen schließen und man müsse die öffentliche Meinung alarmieren, denn die kurzfristige Zukunft sei dunkel. Man wisse, daß die ganze Wirtschaftspolitik auf der Infrastruktur gründe, im einzelnen auf die Straßen. Die ganzen nötigen Finanzierungen für Soziales, für die Wirtschaft, wie für die institutionelle Unterstützung sei ausländischer Herkunft, sei es direkt durch Darlehen und Spenden oder indirekt durch Umwandlung oder Löschung der Schulden. Keine Politik noch Strategie zur nationalen Sparsamkeit im moment, außer den Schatzanweisungen oder der BTA. Aber wieviele der madagassischen Bürger fühlten sich betroffen von einem solchen Ruf des Kapitals? Das wenige Sparen, das der wohlhabende Bürger machen könne, sei unbedeutend im Vergleich zum Minimum, das verlangt werde, um etwas bei der BTA zu plazieren. Auf jeden Fall schafften die jungen Akteure der Madabourse den Durchbruch nicht, nicht wegen mangelndem Willen, sondern wegen einschränkender Reglementierungen für Börsenaktivitäten. Man bestehe nicht auf der "Vertraulichkeit" der Bilanzen der Unternehmen. Nun, der heute gegen den Irak geführte Krieg werde nicht ewig dauern und nach dem Ende des Krieges würden sich fast alle Geldgeber zum Irak und zum Nahen Osten wenden, den es wieder aufzubauen gelte. Übrigens denke schon eine große Zahl von Ländern daran und bereite sich vor. Der südafrikanische Präsident habe letztlich schon die Gefahr vorausgeahnt und habe erklärt, daß Afrika sich selbst überlassen werde, wenn dieser Krieg "zur Befreiung des Irak" beendet wäre. Wer werde aber dann das Strategiepapier und die Folgen finanzieren, wenn man nicht heute schon mit der Strategie zur Sammlung der nationalen Ersparnis beginne?
28. 3. Die Midi berichtet: In Tamatave habe es Unruhen mit Vandalismus gegeben, zwei Läden seien ausgeplündert worden und kleine Garküchen seien auch verwüstet worden. In einem Email hat ein aus dem Hochland stammender Bewohner Tamataves seiner Angst Ausdruck verliehen. Der Besuch der französischen Unternehmerdelegation MEDEF habe zu Unterschriften unter Partnerschaftsverträge zwischen mehreren französischen und madagassischen Unternehmen geführt und die Franzosen seien mit einem positiven Eindruck nach Hause gefahren, wie der Vize-Präsident der madagassischen Unternehmerorganisation GEM gesagt habe. Der Hafen von Rouen sei der erste Wirtschaftspartner Madagaskars. Seit fast 110 Jahren seien die Verbindungen zwischen den Häfen von Rouen und Tamatave warmherzig. Während in den den 60er Jahren ein Boot im Jahr die Häfen verbunden habe, so seien es heute 134. Rouen bleibe privilegierter Partner Madagaskars und Le Havre dürfe mit 10% Marktabdeckung nicht vergessen werden. Rouen decke 70% des französischen Handels mit den Ländern des Indischen Ozeans ab und die Häfen der Normandie beschäftigten etwa 20.000 Menschen. Rouen sei der Paris am nächsten gelegene Hafen.
29. 3. Die Midi berichtet: Das von Professor Albert Zafy geführte Komitee der nationalen Aussöhnung werde am heutigen Samstag, trotz Verbots jeglicher Versammlung durch den Präfekten, wieder eine Versammlung in Tamatave abhalten. Gestern sei mit dem letzten Flug Antananarivo - Paris der italienischen Chartergesellschaft die Ära Blue Panorama beendet worden. Trotz eines schlechten Service, der manchmal den Groll der Nutzer hervorgerufen habe, müsse man anerkennen, daß Blue Panorama eine Gesellschaft sei, die Air Madagascar in ihrer schwierigsten Phase der Existenz geholfen habe. Keine andere Fluggesellschaft habe mit air Madagascar zusammenarbeiten wollen. Der Übergang sei durch eine Boeing 767-300 der Atlanta Icelandic ab erstem April gesichert und ab 27. April werde die 767-300ER in den Farben Air Madagascars mit 100% Ausstattung der nationalen Gesellschaft den Dienst übernehmen. Paris Roissy Charles de Gaulle werde 3 mal wöchentlich zum Terminal 2A angeflogen. Der Verein Solidarité Foret wolle den Butangaskonsum der Stadtbevölkerung propagieren, da die Nutzung von Holzkohle wenig ergiebig sei und den Wäldern schade. Jedes Jahr gingen 150.000 - 200.000 ha Wald in Rauch auf. Wenn ein Sack Holzkohle mit 20 kg 100.000 FMG kosten würde, dann seien die Kosten etwa vergleichbar. 13% der Haushlate in Tana nutzten Gas. Aber die Befürchtungen der Haushalte lägen in den Anschaffungskosten für einen Gaskocher begründet, die bei mindestens 200.000 - 250.000 FMG lägen. Der Verein schlage daher ein Programm zur Ausstattung von mehreren zehntausend Haushalten in Madagaskar vor. Um zu beginnen, könnten 5000 Haushalte einen Kleinkredit bekommen, um ihre Grundausstattung zu erwerben, wie ein derzeit von Weltbank und Coopération Française derzeit geprüftes Projekt verspreche. 2001 sei in Majunga ein solcher Versuch von USAID und der Vertriebsgesellschaft Vitogaz mit Krediten an 1000 Haushalte gemacht worden. Sollte all dieses Gas importiert werden müssen, so kann es langfristig nicht im Sinne Madagaskars sein, Arbeitsplätze quasi zu exportieren und neue Abhängigkeiten aufzubauen. Es gibt ein Projekt der GTZ bei Diego, bei dem Eukalyptus gepflanzt wird, um daraus Holzkohle zu machen. Damit hätte man schon viel eher beginnen sollen. So bleibt das Geld im Land und wird nicht exportiert. Das Geld für die Kosten der Mineralölprodukte, die der größte Posten in Madagaskars Handelsbilanz sein dürften, könnte man wohl auch besser an anderer Stelle gut gebrauchen. Sollte man diesen Posten jetzt noch durch Gas vergrößern? In einer Karikatur werden 2 bettelarme Männer vor der Kulisse des fernen Rova dargestellt. Der eine sagt: "30 bis 105 Milliarden Dollar, um den Irak wieder aufzubauen, 1 bis 10 Milliarden humanitärer Hilfe, 10 Milliarden Dollar pro Jahr laut PNUD...." Der andere sagt:"Die Amerikaner sollten wirklich Madagaskar bombardieren..."
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